Sanhedrin 3

Kapitel 3

א דִּינֵי מָמוֹנוֹת, בִּשְׁלֹשָׁה. זֶה בּוֹרֵר לוֹ אֶחָד וְזֶה בּוֹרֵר לוֹ אֶחָד, וּשְׁנֵיהֶן בּוֹרְרִין לָהֶן עוֹד אֶחָד, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, שְׁנֵי דַיָּנִין בּוֹרְרִין לָהֶן עוֹד אֶחָד. זֶה פּוֹסֵל דַּיָּנוֹ שֶׁל זֶה וְזֶה פּוֹסֵל דַּיָּנוֹ שֶׁל זֶה, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, אֵימָתַי, בִּזְמַן שֶׁמֵּבִיא עֲלֵיהֶן רְאָיָה שֶׁהֵן קְרוֹבִין אוֹ פְסוּלִין, אֲבָל אִם הָיוּ כְשֵׁרִים אוֹ מֻמְחִין, אֵינוֹ יָכוֹל לְפָסְלָן. זֶה פּוֹסֵל עֵדָיו שֶׁל זֶה וְזֶה פּוֹסֵל עֵדָיו שֶׁל זֶה, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, אֵימָתַי, בִּזְמַן שֶׁהוּא מֵבִיא עֲלֵיהֶם רְאָיָה שֶׁהֵן קְרוֹבִים אוֹ פְסוּלִים. אֲבָל אִם הָיוּ כְשֵׁרִים, אֵינוֹ יָכוֹל לְפָסְלָן:
1 Privatrechtssachen werden von Dreien entschieden. Der Eine wählt sich Einen, und der Andere wählt sich (ebenfalls) Einen, und Beide wählen sich (gemeinschaftlich) noch einen. Dies die Worte R. Meïr’s. Die Weisen aber sagen: Die zwei Richter wählen sich noch. Einen. Dieser kann den von Jenem gewählten Richter verwerfen, und Jener kann den von diesem gewählten Richter verwerfen. Dies die Worte R. Meïr’s. Die Weisen aber sagen: Wann (gilt dies)? Wenn man einen Beweis gegen sie erbringt, dass sie anverwandt oder untauglich sind, wenn sie aber tauglich oder rechtsgelehrt sind, kann man sie nicht verwerfen. Dieser kann die Zeugen von Jenem verwerfen, und Jener kann die Zeugen von diesem verwerfen. Dies die Worte R. Meïr’s. Die Weisen aber sagen: Wann (gilt dies)? Wenn man gegen sie den Beweis erbringt, dass sie anverwandt oder untauglich sind, wenn sie aber tauglich sind, kann man sie nicht verwerfen
ב אָמַר לוֹ נֶאֱמָן עָלַי אַבָּא, נֶאֱמָן עָלַי אָבִיךָ, נֶאֱמָנִין עָלַי שְׁלֹשָׁה רוֹעֵי בָקָר, רַבִּי מֵאִיר אוֹמֵר, יָכוֹל לַחֲזֹר בּוֹ. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, אֵינוֹ יָכוֹל לַחֲזֹר בּוֹ. הָיָה חַיָּב לַחֲבֵרוֹ שְׁבוּעָה וְאָמַר לוֹ דּוֹר לִי בְחַיֵּי רֹאשְׁךָ, רַבִּי מֵאִיר אוֹמֵר, יָכוֹל לַחֲזֹר בּוֹ. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, אֵין יָכוֹל לַחֲזֹר בּוֹ:
2 Hat er zu ihm gesagt: „mein Vater ist mir beglaubigt,“ — „dein Vater ist mir beglaubigt,“ oder „drei Rinderhirten sind mir beglaubigt,“ so sagt R. Meïr: Er kann es zurücknehmen. Die Weisen aber sagen: Er kann es nicht zurücknehmen. War einer seinem Nächsten einen Eid schuldig und dieser sagte zu ihm: „gelobe mir bei deinem Leben! “, — so sagt R. Meïr: Er kann es zurücknehmen. Die Weisen aber sagen: Er kann es nicht zurücknehmen.
ג וְאֵלּוּ הֵן הַפְּסוּלִין, הַמְשַׂחֵק בְּקֻבְיָא, וְהַמַּלְוֶה בְרִבִּית, וּמַפְרִיחֵי יוֹנִים, וְסוֹחֲרֵי שְׁבִיעִית. אָמַר רַבִּי שִׁמְעוֹן, בִּתְחִלָּה הָיוּ קוֹרִין אוֹתָן אוֹסְפֵי שְׁבִיעִית, מִשֶּׁרַבּוּ הָאַנָּסִין, חָזְרוּ לִקְרוֹתָן סוֹחֲרֵי שְׁבִיעִית. אָמַר רַבִּי יְהוּדָה, אֵימָתַי, בִּזְמַן שֶׁאֵין לָהֶם אֻמָּנוּת אֶלָּא הִיא, אֲבָל יֵשׁ לָהֶן אֻמָּנוּת שֶׁלֹּא הִיא, כְּשֵׁרִין:
3 Folgende sind untauglich (zu Richtern oder Zeugen): Ein Würfelspieler, ein Wucherer, die, welche Tauben fliegen lassen, und die, welche mit Brachjahr-Frucht handeln. Es sagt R. Simon: Früher hatte man sie genannt: „Sammler von Brachjahr-Frucht;“ seitdem aber viele Gewalthaber auftraten, nannte man sie: „Brachjahr-Fruchthändler.“ Es sagt R. Jehuda: Wann (gilt dies)? Wenn sie keinen anderen Erwerb haben, als diesen, wenn sie aber ausser diesem noch einen anderen Erwerb haben, sind sie tauglich.
ד וְאֵלּוּ הֵן הַקְּרוֹבִין, אָבִיו וְאָחִיו וַאֲחִי אָבִיו וַאֲחִי אִמּוֹ וּבַעַל אֲחוֹתוֹ וּבַעַל אֲחוֹת אָבִיו וּבַעַל אֲחוֹת אִמּוֹ וּבַעַל אִמּוֹ וְחָמִיו וְגִיסוֹ, הֵן וּבְנֵיהֶן וְחַתְנֵיהֶן, וְחוֹרְגוֹ לְבַדּוֹ. אָמַר רַבִּי יוֹסֵי, זוֹ מִשְׁנַת רַבִּי עֲקִיבָא. אֲבָל מִשְׁנָה רִאשׁוֹנָה, דּוֹדוֹ וּבֶן דּוֹדוֹ. וְכָל הָרָאוּי לְיָרְשׁוֹ, וְכָל הַקָּרוֹב לוֹ בְּאוֹתָהּ שָׁעָה. הָיָה קָרוֹב וְנִתְרַחֵק, הֲרֵי זֶה כָּשֵׁר. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, אֲפִלּוּ מֵתָה בִתּוֹ וְיֶשׁ לוֹ בָנִים מִמֶּנָּה, הֲרֵי זֶה קָרוֹב:
4 Folgende sind die Anverwandten: (Vater), Bruder, des Vaters Bruder, der Mutter Bruder, der Schwester Mann, des Vaters Schwestermann, der Mutter Schwestermann, der Stiefvater, der Schwiegervater und der Schwestermann der Gattin. Diese (gelten als verwandt) nebst ihren Söhnen und Schwiegersöhnen; der Stiefsohn dagegen nur für sich allein. Es sagt R. Jose: Dies ist die Mischna des R. Akiba, die erste Mischna aber lautete: „der Oheim und der Sohn des Oheims und Jeder, der fähig ist ihn zu beerben.“ Jeder, der mit ihm zur Zeit (der Handlung) verwandt war, (ist untauglich); war er anverwandt und ist (nachher) entfremdet worden, so ist er tauglich. R. Jehuda sagt: Selbst wenn seine Tochter gestorben ist und der Schwiegersohn Kinder von ihr hat, gilt er noch als Anverwandter.
ה הָאוֹהֵב וְהַשּׂוֹנֵא. אוֹהֵב, זֶה שׁוּשְׁבִינוֹ. שׂוֹנֵא, כָּל שֶׁלֹּא דִבֶּר עִמּוֹ שְׁלֹשָׁה יָמִים בְּאֵיבָה. אָמְרוּ לוֹ, לֹא נֶחְשְׁדוּ יִשְׂרָאֵל עַל כָּךְ:
5 Der Freund und der Feind (sind ebenfalls untauglich). Freund heisst der Hochzeitsfreund; Feind heisst Jeder, der mit ihm aus Feindschaft drei Tage nicht gesprochen hat. Da sagten sie zu ihm: Israel ist deswegen nicht in Verdacht.
ו כֵּיצַד בּוֹדְקִים אֶת הָעֵדִים, הָיוּ מַכְנִיסִין אוֹתָן וּמְאַיְּמִין עֲלֵיהֶן וּמוֹצִיאִין אֶת כָּל הָאָדָם לַחוּץ, וּמְשַׁיְּרִין אֶת הַגָּדוֹל שֶׁבָּהֶן, וְאוֹמְרִים לוֹ אֱמֹר הֵיאַךְ אַתָּה יוֹדֵעַ שֶׁזֶּה חַיָּב לָזֶה. אִם אָמַר, הוּא אָמַר לִי שֶׁאֲנִי חַיָּב לוֹ, אִישׁ פְּלוֹנִי אָמַר לִי שֶׁהוּא חַיָּב לוֹ, לֹא אָמַר כְּלוּם, עַד שֶׁיֹּאמַר, בְּפָנֵינוּ הוֹדָה לוֹ שֶׁהוּא חַיָּב לוֹ מָאתַיִם זוּז. וְאַחַר כָּךְ מַכְנִיסִין אֶת הַשֵּׁנִי וּבוֹדְקִים אוֹתוֹ. אִם נִמְצְאוּ דִבְרֵיהֶם מְכֻוָּנִים, נוֹשְׂאִין וְנוֹתְנִין בַּדָּבָר. שְׁנַיִם אוֹמְרִים זַכַּאי, וְאֶחָד אוֹמֵר חַיָּב, זַכַּאי. שְׁנַיִם אוֹמְרִים חַיָּב, וְאֶחָד אוֹמֵר זַכַּאי, חַיָּב. אֶחָד אוֹמֵר זַכַּאי, וְאֶחָד אוֹמֵר חַיָּב, וַאֲפִלּוּ שְׁנַיִם מְזַכִּין אוֹ שְׁנַיִם מְחַיְּבִין וְאֶחָד אוֹמֵר אֵינִי יוֹדֵעַ, יוֹסִיפוּ הַדַּיָּנִין:
6 In welcher Weise prüft man die Zeugen? Man führt sie (in ein Zimmer) hinein und macht ihnen Angst; dann heisst man alle Leute hinausgehen, lässt nur den grössten unter ihnen anwesend und sagt zu ihm: „sprich, wieso weisst du, dass dieser jenem schuldig sei?“ Wenn er sagt: Dieser hat mir gesagt: „ich bin jenem schuldig,“ — oder: „der und der Mann hat mir gesagt, dass dieser jenem schuldig sei;“ so hat er Nichts gesagt, sondern er muss sagen: „Vor uns hat er zugestanden, dass er jenem zweihundert Sus schuldig sei.“ Hernach führt man den Zweiten herein und prüft ihn. Finden sich ihre Aussagen übereinstimmend, so verhandelt man über die Sache. Sagen zwei: „gerecht!“, und einer sagt: „schuldig!“, so wird er für gerecht erklärt. Sagt Einer: „gerecht!“ und Einer sagt: „schuldig!“, sogar wenn zwei ihn für gerecht oder zwei für schuldig erklären, und Einer sagt: „ich weiss nicht!“, so muss man die (Zahl der) Richter vermehren.
ז גָּמְרוּ אֶת הַדָּבָר, הָיוּ מַכְנִיסִין אוֹתָן. הַגָּדוֹל שֶׁבַּדַּיָּנִים אוֹמֵר, אִישׁ פְּלוֹנִי אַתָּה זַכַּאי, אִישׁ פְּלוֹנִי אַתָּה חַיָּב. וּמִנַּיִן לִכְשֶׁיֵּצֵא אֶחָד מִן הַדַּיָּנִים לֹא יֹאמַר אֲנִי מְזַכֶּה וַחֲבֵרַי מְחַיְּבִין אֲבָל מָה אֶעֱשֶׂה שֶׁחֲבֵרַי רַבּוּ עָלָי, עַל זֶה נֶאֱמַר לֹא תֵלֵךְ רָכִיל בְּעַמֶּךָ (ויקרא יט), וְאוֹמֵר הוֹלֵךְ רָכִיל מְגַלֶּה סּוֹד (משלי יא):
7 . Nachdem man das Urteil beschlossen hat, führt man sie herein. Der grösste unter den Richtern sagt dann: „Du N. bist gerecht,“ — „Du N. bist schuldig!“. Woher (wissen wir), dass einer von den Richtern, nachdem er hinausgegangen ist, nicht sagen darf: „ich habe frei gesprochen, und meine Kollegen haben verurteilt, was kann ich tun, da meine Kollegen mich überstimmt haben“? — Von einem solchen heisst es (Lev. 19, 16): „Gehe nicht als Ausspäher umher unter deinem Volke!“ ferner (Sprüche 11, 13): „Es geht als Ausspäher umher, wer Geheimnisse enthüllt.“
ח כָּל זְמַן שֶׁמֵּבִיא רְאָיָה, סוֹתֵר אֶת הַדִּין. אָמְרוּ לוֹ, כָּל רְאָיוֹת שֶׁיֶּשׁ לְךָ הָבֵא מִכָּאן עַד שְׁלֹשִׁים יוֹם. מָצָא בְתוֹךְ שְׁלֹשִׁים יוֹם, סוֹתֵר. לְאַחַר שְׁלֹשִׁים יוֹם, אֵינוֹ סוֹתֵר. אָמַר רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל, מַה יַּעֲשֶׂה זֶה שֶׁלֹּא מָצָא בְתוֹךְ שְׁלֹשִׁים וּמָצָא לְאַחַר שְׁלֹשִׁים. אָמְרוּ לוֹ הָבֵא עֵדִים וְאָמַר אֵין לִי עֵדִים, אָמְרוּ הָבֵא רְאָיָה וְאָמַר אֵין לִי רְאָיָה, וּלְאַחַר זְמָן הֵבִיא רְאָיָה וּמָצָא עֵדִים, הֲרֵי זֶה אֵינוֹ כְלוּם. אָמַר רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל, מַה יַּעֲשֶׂה זֶה שֶׁלֹּא הָיָה יוֹדֵעַ שֶׁיֶּשׁ לוֹ עֵדִים וּמָצָא עֵדִים, לֹא הָיָה יוֹדֵעַ שֶׁיֶּשׁ לוֹ רְאָיָה וּמָצָא רְאָיָה. אָמְרוּ לוֹ הָבֵא עֵדִים, אָמַר אֵין לִי עֵדִים, הָבֵא רְאָיָה וְאָמַר אֵין לִי רְאָיָה, רָאָה שֶׁמִּתְחַיֵּב בַּדִּין וְאָמַר קִרְבוּ פְּלוֹנִי וּפְלוֹנִי וְהַעִידוּנִי, אוֹ שֶׁהוֹצִיא רְאָיָה מִתּוֹךְ אֲפֻנְדָּתוֹ, הֲרֵי זֶה אֵינוֹ כְלוּם:
8 So oft Jemand einen Beweis bringt, hebt man das Urteil auf. Sagte man zu ihm: „alle Beweise, die du hast, bringe von nun ab binnen dreissig Tagen!“ — bringt er sie während der dreissig Tage, so hebt man (das Urteil) auf; (bringt er sie aber) nach dreissig Tagen, so hebt man das Urteil nicht auf. Es sagt R. Simon, Sohn Gamliels: Was kann dieser tun, da er solche während der dreissig Tage nicht gefunden und sie erst nach den dreissig Tagen gefunden hat? Sagte man zu ihm: „bringe Zeugen!“, und er sagte: „ich habe keine Zeugen“ — oder sagte man: „bringe einen Beweis! “, und er sagte: „ich habe keinen Beweis,“ und in späterer Zeit fand er einen Beweis oder Zeugen; so gilt dies nichts. Es sagt R. Simon, Sohn Gamliels: Was kann dieser tun, da er nicht wusste, dass er Zeugen habe, und dann Zeugen findet, oder da er nicht wusste, dass er einen Beweis habe, und dann einen Beweis findet? (Sagte man zu ihm: „bringe Zeugen!“, und er sagte: „ich habe keine Zeugen,“ — oder sagte man: „bringe einen Beweis!“, und er sagte: „ich habe keinen Beweis), als er aber sah, dass er beim Prozesse schuldig gesprochen ward, sagte er: „tretet näher N. und N. und zeuget für mich!“ — oder er zieht dann einen Beweis aus seiner Geldtasche hervor; so gilt dies nichts.