Peah 6

Kapitel 6

א בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, הֶבְקֵר לָעֲנִיִּים, הֶבְקֵר. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, אֵינוֹ הֶפְקֵר, עַד שֶׁיֻּפְקַר אַף לָעֲשִׁירִים, כַּשְּׁמִטָּה. כָּל עָמְרֵי הַשָּׂדֶה שֶׁל קַב קַב וְאֶחָד שֶׁל אַרְבַּעַת קַבִּין וּשְׁכָחוֹ, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵינוֹ שִׁכְחָה. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, שִׁכְחָה:
1 Die Schule Sammai’s lehrt: Dasjenige, was den Armen preisgegeben wird, ist als herrenlos zu betrachten (daher zehntfrei); die Schule Hillel’s aber lehrt: Es ist nur dann herrenlos, wenn es auch reichen Leuten preisgegeben wird, wie bei den Früchten des Erlassjahres. — Wenn unter den Garben auf dem Felde, wovon jede einen <span dir="rtl">קב</span> entält, eine einzige sich zu 4 <span dir="rtl">קב</span> findet und man hat diese vergessen, so ist sie nach der Schule Sammai’s keine <span dir="rtl">שכחה</span>, nach der Schule Hillel’s aber, ist sie <span dir="ltr">שכחה</span>.
ב הָעֹמֶר שֶׁהוּא סָמוּךְ לַגָּפָה וְלַגָּדִישׁ, לַבָּקָר וְלַכֵּלִים, וּשְׁכָחוֹ, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵינוֹ שִׁכְחָה. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, שִׁכְחָה:
2 Eine Garbe, die angelehnt ist an eine Wand, an einen Garbenhaufen, an ein Rind, an Feldgeräte, ist nach Sammai’s Schule, wenn man sie vergessen hat, keine <span dir="rtl">שכחה</span>; nach Hillel’s Schule aber ist sie <span dir="ltr">שכחה</span>.
ג רָאשֵׁי שׁוּרוֹת, הָעֹמֶר שֶׁכְּנֶגְדּוֹ מוֹכִיחַ. הָעֹמֶר שֶׁהֶחֱזִיק בּוֹ לְהוֹלִיכוֹ אֶל הָעִיר, וּשְׁכָחוֹ, מוֹדִים שֶׁאֵינוֹ שִׁכְחָה:
3 In Betreff des Anfangs der Reihen, entscheidet die gegenüberliegende Garbe. Eine Garbe, die man schon ergriffen, um sie in die Stadt zu bringen und doch wieder vergessen hat, ist, wie beide Schulen übereinstimmen, keine <span dir="ltr">שכחה</span>.
ד וְאֵלּוּ הֵן רָאשֵׁי שׁוּרוֹת. שְׁנַיִם שֶׁהִתְחִילוּ מֵאֶמְצַע הַשּׁוּרָה, זֶה פָּנָיו לַצָּפוֹן וְזֶה פָּנָיו לַדָּרוֹם, וְשָׁכְחוּ לִפְנֵיהֶם וּלְאַחֲרֵיהֶם, אֶת שֶׁלִּפְנֵיהֶם שִׁכְחָה, וְאֶת שֶׁלְּאַחֲרֵיהֶם אֵינוֹ שִׁכְחָה. יָחִיד שֶׁהִתְחִיל מֵרֹאשׁ הַשּׁוּרָה, וְשָׁכַח לְפָנָיו וּלְאַחֲרָיו, שֶׁלְּפָנָיו אֵינוֹ שִׁכְחָה, וְשֶׁלְּאַחֲרָיו שִׁכְחָה, מִפְּנֵי שֶׁהוּא בְּבַל תָּשׁוּב (דברים כד). זֶה הַכְּלָל, כָּל שֶׁהוּא בְּבַל תָּשׁוּב, שִׁכְחָה. וְשֶׁאֵינוֹ בְּבַל תָּשׁוּב, אֵינוֹ שִׁכְחָה:
4 Mit dem Anfang der Reihen verhält es sich wie folgt: Wenn Zwei von der Mitte der Reihe anfangen, der Eine mit dem Gesichte gegen Norden und der Andere mit dem Gesichte gegen Süden, und sie vergessen, was vor oder hinter ihnen liegt, so ist das, was vor ihnen liegen blieb <span dir="rtl">שכחה</span>, was aber hinter ihnen zurückblieb, keine <span dir="ltr">שכחה</span>. Wenn ein Einzelner am Anfange der Reihe zu sammeln beginnt und hat etwas, was vor ihm, und etwas, was hinter ihm lag, vergessen, so ist dasjenige, was vor ihm, liegen blieb, keine <span dir="rtl">שכחה</span>, dagegen, was hinter ihm zurückblieb <span dir="rtl">שכחה</span>; weil das Verbot (Deuter. 24, 19): „Du sollst nicht zurückkehren‟ auf letzteres anwendbar ist. Als Regel gilt: Alles, worauf man <span dir="rtl">לא תשוב</span> anwenden kann, ist <span dir="rtl">שכחה</span>, worauf das nicht zur Anwendung kommen kann, ist keine <span dir="ltr">שכחה</span>.
ה שְׁנֵי עֳמָרִים, שִׁכְחָה, וּשְׁלשָׁה אֵינָן שִׁכְחָה. שְׁנֵי צִבּוּרֵי זֵיתִים וְחָרוּבִין, שִׁכְחָה, וּשְׁלשָׁה אֵינָן שִׁכְחָה. שְׁנֵי הוּצְנֵי פִשְׁתָּן, שִׁכְחָה, וּשְׁלשָׁה אֵינָן שִׁכְחָה. שְׁנֵי גַרְגְּרִים, פֶּרֶט, וּשְׁלשָׁה אֵינָן פֶּרֶט. שְׁנֵי שִׁבֳּלִים, לֶקֶט, וּשְׁלֹשָׁה אֵינָן לֶקֶט. אֵלּוּ כְּדִבְרֵי בֵית הִלֵּל. וְעַל כֻּלָּן בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, שְׁלשָׁה, לָעֲנִיִּים, וְאַרְבָּעָה, לְבַעַל הַבָּיִת:
5 Zwei Garben sind <span dir="rtl">שכחה</span>, aber drei sind keine <span dir="rtl">שכחה</span>. Zwei Haufen Oliven oder Johannisbrot sind <span dir="rtl">שכחה</span>, drei jedoch sind keine <span dir="rtl">שכחה</span>. Zwei Büschel Flachs sind <span dir="rtl">שכחה</span>, aber drei sind es nicht. Zwei (umhergestreute) Weinbeeren sind <span dir="ltr">פרט</span>, drei jedoch sind es nicht. Zwei Ähren sind <span dir="ltr">לקט</span>, drei aber sind kein <span dir="rtl">לקט</span>. Diese Aussprüche sind nach der Lehre der Schule Hillel’s. Die Schule Sammai’s hingegen lehrt in Betreff aller der erwähnten Gegenstände: Drei gehören den Armen, vier jedoch dem Eigentümer.
ו הָעֹמֶר שֶׁיֶּשׁ בּוֹ סָאתַיִם, וּשְׁכָחוֹ, אֵינוֹ שִׁכְחָה. שְׁנֵי עֳמָרִים וּבָהֶם סָאתַיִם, רַבָּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, לְבַעַל הַבָּיִת. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, לָעֲנִיִּים. אָמַר רַבָּן גַּמְלִיאֵל, וְכִי מֵרֹב הָעֳמָרִים יֻפֵּי כֹחַ שֶׁל בַּעַל הַבַּיִת אוֹ הוּרַע כֹּחוֹ. אָמְרוּ לוֹ, יֻפֵּי כֹחוֹ. אָמַר לָהֶם, וּמָה אִם בִּזְמַן שֶׁהוּא עֹמֶר אֶחָד וּבוֹ סָאתַיִם וּשְׁכָחוֹ, אֵינוֹ שִׁכְחָה, שְׁנֵי עֳמָרִים וּבָהֶם סָאתַיִם, אֵינוֹ דִין שֶׁלֹּא יְהֵא שִׁכְחָה. אָמְרוּ לוֹ, לֹא, אִם אָמַרְתָּ בְּעֹמֶר אֶחָד שֶׁהוּא כְגָדִישׁ, תֹּאמַר בִּשְׁנֵי עֳמָרִים שֶׁהֵן כִּכְרִיכוֹת:
6 Eine Garbe, welche zwei <span dir="rtl">סאה</span> enthält, ist, wenn man sie vergessen hat, keine <span dir="rtl">שכחה</span>. Zwei Garben, die zwei <span dir="rtl">סאה</span> entalten, gehören nach Rabban Gamliel dem Eigentümer, nach den Weisen aber den Armen. Da fragte sie Rabban Gamliel: Ist die Mehrheit der Garben, dem Rechte des Eigentümers vorteilhafter oder nachteiliger? Sie antworteten ihm: Vorteilhafter. Darauf versetzte er: Wenn nun eine Garbe, welche zwei <span dir="rtl">סאה</span> enthält und die man vergessen hat, nicht als <span dir="rtl">שכחה</span> betrachtet wird, so sollten je zwei (vergessene) Garben, die zwei <span dir="rtl">סאה</span> enthalten, auch keine <span dir="rtl">שכחה</span> sein! Sie entgegneten: Nicht so, wie Du urteilst von einer Garbe, die man als einen Garbenhaufen betrachtet, darfst Du urteilen über zwei Garben, die als Bündel erscheinen.
ז קָמָה שֶׁיֶּשׁ בָּהּ סָאתַיִם, וּשְׁכָחָהּ, אֵינָהּ שִׁכְחָה. אֵין בָּהּ סָאתַיִם, אֲבָל הִיא רְאוּיָה לַעֲשׂוֹת סָאתַיִם, אֲפִלּוּ הִיא שֶׁל טוֹפֵחַ, רוֹאִין אוֹתָהּ כְּאִלּוּ הִיא עֲנָוָה שֶׁל שְׂעוֹרִים:
7 Stehendes Getreide, welches zwei <span dir="rtl">סאה</span> enthält, ist, wenn man es vergisst, keine <span dir="rtl">שכחה</span>. Hat es keine zwei <span dir="rtl">סאה</span>, konnte aber zwei <span dir="rtl">סאה</span> enthalten, so muss man es, wenn auch dessen Frucht dem <span dir="ltr">טופח</span> gleicht, doch als gute Gerstenkörner betrachten.
ח הַקָּמָה מַצֶּלֶת אֶת הָעֹמֶר וְאֶת הַקָּמָה. הָעֹמֶר אֵינוֹ מַצִּיל לֹא אֶת הָעֹמֶר וְלֹא אֶת הַקָּמָה. אֵיזוֹ הִיא קָמָה שֶׁהִיא מַצֶּלֶת אֶת הָעֹמֶר, כָּל שֶׁאֵינָהּ שִׁכְחָה אֲפִלּוּ קֶלַח אֶחָד:
8 Das stehende Getreide rettet die vergessene Garbe und alles daneben stehende Getreide. Dagegen rettet eine Garbe weder eine andere Garbe noch stehendes Getreide. Was für ein stehendes Getreide rettet die Garbe? Alles, was nicht <span dir="rtl">שכחה</span> ist, selbst ein einziger Stengel.
ט סְאָה תְבוּאָה עֲקוּרָה וּסְאָה שֶׁאֵינָהּ עֲקוּרָה, וְכֵן בָּאִילָן, וְהַשּׁוּם וְהַבְּצָלִים, אֵינָן מִצְטָרְפִין לְסָאתַיִם, אֶלָּא שֶׁל עֲנִיִּים הֵם. רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, אִם בָּאת רְשׁוּת הֶעָנִי בָּאֶמְצָע, אֵינָן מִצְטָרְפִין, וְאִם לָאו, הֲרֵי אֵלּוּ מִצְטָרְפִין:
9 Eine <span dir="rtl">סאה</span> Ausgerissenes und eine <span dir="rtl">סאה</span> stehendes Getreide, und ebenso bei Baumfrüchten, bei Lauch und Zwiebeln, können nicht zusammengerechnet und zwei <span dir="rtl">סאה</span> einerlei Art genannt werden; sondern sie gehören den Armen. R. Jose sagt: Sie können nur dann nicht zusammengerechnet werden, wenn etwas, was den Armen gebührt, dazwischen liegt. Ist dies nicht der Fall, so werden sie zusammengerechnet.
י תְּבוּאָה שֶׁנִּתְּנָה לְשַׁחַת אוֹ לַאֲלֻמָּה, וְכֵן בַּאֲגֻדֵּי הַשּׁוּם, וַאֲגֻדּוֹת הַשּׁוּם וְהַבְּצָלִים, אֵין לָהֶן שִׁכְחָה. וְכָל הַטְּמוּנִים בָּאָרֶץ, כְּגוֹן הַלּוּף וְהַשּׁוּם וְהַבְּצָלִים, רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, אֵין לָהֶם שִׁכְחָה. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, יֵשׁ לָהֶם שִׁכְחָה:
10 Getreide, das man als Futterkraut benutzt oder zum Garbenbinden gebraucht, wie auch die Bindestengel für den Knoblauch und die Bindestengel von Knoblauch und Zwiebeln, unterliegen nicht der <span dir="rtl">שכחה</span>. Alles, was in der Erde verdeckt wächst, als: der Aron, Knoblauch und Zwiebeln, unterliegen nach R. Jehudah keiner <span dir="rtl">שכחה</span>, nach den Weisen jedoch sind sie <span dir="ltr">שכחה</span>
יא הַקּוֹצֵר בַּלַּיְלָה וְהַמְעַמֵּר וְהַסּוּמָא, יֵשׁ לָהֶם שִׁכְחָה. וְאִם הָיָה מִתְכַּוֵּן לִטֹּל אֶת הַגַּס הַגַּס, אֵין לוֹ שִׁכְחָה. אִם אָמַר, הֲרֵי אֲנִי קוֹצֵר עַל מְנָת מַה שֶּׁאֲנִי שׁוֹכֵח אֲנִי אֶטֹּל, יֶשׁ לוֹ שִׁכְחָה:
11 Wenn Jemand bei Nacht schneidet und sammelt, so wie bei einem Blinden, findet das Gesetz der <span dir="rtl">שכחה</span> statt. Beabsichtigt ein solcher, nur immer die grossen Garben fortzubringen, so findet (auch bei den kleinen) keine <span dir="rtl">שכחה</span> statt. Sagt er aber: Ich schneide das Getreide mit der Bedingung, dass ich das, was ich vergesse, abholen darf, so unterliegt es der <span dir="rtl">שכחה</span>.