Nedarim 4

Kapitel 4

א אֵין בֵּין הַמֻּדָּר הֲנָאָה מֵחֲבֵרוֹ לַמֻּדָּר הֵימֶנּוּ מַאֲכָל אֶלָּא דְרִיסַת הָרֶגֶל וְכֵלִים שֶׁאֵין עוֹשִׂין בָּהֶן אֹכֶל נֶפֶשׁ. הַמֻּדָּר מַאֲכָל מֵחֲבֵרוֹ, לֹא יַשְׁאִילֶנּוּ נָפָה וּכְבָרָה וְרֵחַיִם וְתַנּוּר, אֲבָל מַשְׁאִיל לוֹ חָלוּק וְטַבַּעַת וְטַלִּית וּנְזָמִים, וְכָל דָּבָר שֶׁאֵין עוֹשִׂין בּוֹ אֹכֶל נֶפֶשׁ. מְקוֹם שֶׁמַּשְׂכִּירִין כַּיּוֹצֵא בָהֶן, אָסוּר:
1 Zwischen demjenigen, dem der Genuss von seinem Nächsten durch Gelübde versagt ist, und demjenigen, dem [nur] dessen Speise versagt ist, besteht kein andrer Unterschied als der bezüglich des Durchgangsrechts und der [Benutzung der] Geräte, in denen man keine Lebensmittel zu bereitet. Wenn einem die Speise des andren durch Gelübde versagt ist, so darf ihm dieser keine Schwinge, kein Sieb, keine Mühle und keinen Ofen leihen, wohl aber darf er ihm ein Hemd, einen Ring, ein Gewand und Nasenringe leihen sowie Alles, was man nicht zur Zubereitung von Lebensmitteln braucht; an einem Orte jedoch, wo man solches vermietet, ist [auch] dies verboten.
ב הַמֻּדָּר הֲנָאָה מֵחֲבֵרוֹ, שׁוֹקֵל אֶת שִׁקְלוֹ, וּפוֹרֵעַ אֶת חוֹבוֹ, וּמַחֲזִיר לוֹ אֶת אֲבֵדָתוֹ. מְקוֹם שֶׁנּוֹטְלִין עָלֶיהָ שָׂכָר, תִּפֹּל הֲנָאָה לַהֶקְדֵּשׁ:
2 Wenn einem der Genuss vom andren durch Gelübde verboten ist, so darf dieser [gleichwohl] für ihn den Schekel entrichten, dessen Schuld bezahlen und dessen verlorenes Gut ihm zurückgeben; an einem Orte, wo man dafür Lohn empfängt, fällt der Nutzen an das Heiligtum.
ג וְתוֹרֵם אֶת תְּרוּמָתוֹ וּמַעַשְׂרוֹתָיו לְדַעְתּוֹ. וּמַקְרִיב עָלָיו קִנֵּי זָבִין, קִנֵּי זָבוֹת, קִנֵּי יוֹלְדוֹת, חַטָּאוֹת וַאֲשָׁמוֹת, וּמְלַמְּדוֹ מִדְרָשׁ, הֲלָכוֹת וְאַגָּדוֹת, אֲבָל לֹא יְלַמְּדֶנּוּ מִקְרָא. אֲבָל מְלַמֵּד הוּא אֶת בָּנָיו וְאֶת בְּנוֹתָיו מִקְרָא, וְזָן אֶת אִשְׁתּוֹ וְאֶת בָּנָיו אַף עַל פִּי שֶׁהוּא חַיָּב בִּמְזוֹנוֹתֵיהֶם. וְלֹא יָזוּן אֶת בְּהֶמְתּוֹ, בֵּין טְמֵאָה בֵּין טְהוֹרָה. רַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמֵר, זָן אֶת הַטְּמֵאָה, וְאֵינוֹ זָן אֶת הַטְּהוֹרָה. אָמְרוּ לוֹ, מַה בֵּין טְמֵאָה לִטְהוֹרָה. אָמַר לָהֶן, שֶׁהַטְּהוֹרָה נַפְשָׁהּ לַשָּׁמַיִם וְגוּפָהּ שֶׁלּוֹ, וּטְמֵאָה נַפְשָׁהּ וְגוּפָהּ לַשָּׁמָיִם. אָמְרוּ לוֹ, אַף הַטְּמֵאָה נַפְשָׁהּ לַשָּׁמַיִם וְגוּפָהּ שֶׁלּוֹ, שֶׁאִם יִרְצֶה, הֲרֵי הוּא מוֹכְרָהּ לְגוֹיִם אוֹ מַאֲכִילָהּ לִכְלָבִים:
3 Er darf auch für ihn mit dessen Zustimmung die Hebe und den Zehnt abscheiden, für ihn die Vogelopfer der flussleidenden Männer, die der Frauen und die der Gebärenden sowie Sünd- und Schuldopfer darbringen; er darf ihn in Midrasch. Halachot und Hagadot unterrichten; er darf ihn jedoch nicht in der Schrift unterrichten, wohl aber darf er dessen Söhne [und dessen Töchter ] in der Schrift unterrichten. Er darf auch dessen Frau und dessen Kinder ernähren, obgleich jener selbst zu ihrem Unterhalt verpflichtet ist. Er darf weder dessen unreines noch dessen reines Vieh füttern; R. Elieser sagt: er darf wohl das unreine, aber nicht das reine Vieh füttern. Da sagten sie (die Weisen) zu ihm: Was macht hier den Unterschied zwischen unreinem und reinem [Vieh]? Darauf antwortete er ihnen: bei dem reinen gehört das Leben dem Himmel, der Leib aber ihm (dem Eigentümer), bei dem unreinen aber gehören Leben und Leib dem Himmel. Da sagten jene zu ihm: auch bei dem unreinen gehört das Leben dem Himmel, der Leib aber ihm selbst, denn wenn er will, kann er es den Heiden verkaufen oder den Hunden zu fressen geben.
ד הַמֻּדָּר הֲנָאָה מֵחֲבֵרוֹ וְנִכְנַס לְבַקְּרוֹ, עוֹמֵד, אֲבָל לֹא יוֹשֵׁב. וּמְרַפְּאֵהוּ רְפוּאַת נֶפֶשׁ, אֲבָל לֹא רְפוּאַת מָמוֹן. וְרוֹחֵץ עִמּוֹ בְאַמְבַּטִיָא גְדוֹלָה, אֲבָל לֹא בִקְטַנָּה. וְיָשֵׁן עִמּוֹ בְמִטָּה. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, בִּימוֹת הַחַמָּה, אֲבָל לֹא בִימוֹת הַגְּשָׁמִים, מִפְּנֵי שֶׁהוּא מְהַנֵּהוּ. וּמֵסֵב עִמּוֹ עַל הַמִּטָּה, וְאוֹכֵל עִמּוֹ עַל הַשֻּׁלְחָן, אֲבָל לֹא מִן הַתַּמְחוּי, אֲבָל אוֹכֵל הוּא עִמּוֹ מִן הַתַּמְחוּי הַחוֹזֵר. לֹא יֹאכַל עִמּוֹ מִן הָאֵבוּס שֶׁלִּפְנֵי הַפּוֹעֲלִים, וְלֹא יַעֲשֶׂה עִמּוֹ בְאֻמָּן, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, עוֹשֶׂה הוּא בְרִחוּק מִמֶּנּוּ:
4 Wenn einem der Genuss vom andren durch Gelübde verboten ist, und er kommt, um ihn zu besuchen, so darf er [bei ihm] stehen, aber nicht sitzen; er darf dessen Person heilen, aber nicht das, was zu seinem Gute gehört; er darf mit ihm in einer grossen Wanne baden, aber nicht in einer kleinen; er darf mit ihm in einem Bette schlafen. R. Jehuda sagt: im Sommer wohl, aber nicht in der Regenzeit, weil er ihm einen Genuss verschafft. Er darf mit ihm zusammen auf demselben Ruhebett sitzen und mit ihm am selben Tische speisen, aber nicht aus der [gleichen] Schüssel, wohl aber darf er [mit ihm] aus der Schüssel essen, die herumgereicht wird. Er darf nicht mit ihm zusammen aus der grossen Schüssel essen, wie sie den Arbeitern vorgesetzt wird; er darf auch nicht mit ihm in einer Reihe arbeiten; dies sind die Worte des R. Meir. Die Weisen aber sagen: er darf in einiger Entfernung von ihm arbeiten.
ה הַמֻּדָּר הֲנָאָה מֵחֲבֵרוֹ לִפְנֵי שְׁבִיעִית, לֹא יוֹרֵד לְתוֹךְ שָׂדֵהוּ, וְאֵינוֹ אוֹכֵל מִן הַנּוֹטוֹת. וּבַשְּׁבִיעִית אֵינוֹ יוֹרֵד לְתוֹךְ שָׂדֵהוּ, אֲבָל אוֹכֵל הוּא מִן הַנּוֹטוֹת. נָדַר הֵימֶנּוּ מַאֲכָל לִפְנֵי שְׁבִיעִית, יוֹרֵד לְתוֹךְ שָׂדֵהוּ, וְאֵינוֹ אוֹכֵל מִן הַפֵּרוֹת. וּבַשְּׁבִיעִית, יוֹרֵד וְאוֹכֵל:
5 Wenn einem der Genuss vom andren vor dem „siebenten“ [Jahre] durch Gelübde verboten ist, so darf er nicht auf dessen Feld gehen und nicht von dessen hinausragenden [Früchten] essen; wenn es aber im siebenten Jahre geschieht, so darf er zwar nicht auf dessen Feld gehen, wohl aber von dessen hinausragenden [Früchten] essen. Wenn er ihm [nur] die Speise vor dem siebenten Jahre durch Gelübde versagt, so darf er auf dessen Feld gehen, aber nicht von dessen Früchten essen; wenn es jedoch im siebenten Jahre geschah, so darf er darauf gehen und [davon] essen.
ו הַמֻּדָּר הֲנָאָה מֵחֲבֵרוֹ, לֹא יַשְׁאִילֶנּוּ וְלֹא יִשְׁאַל מִמֶּנּוּ, לֹא יַלְוֶנּוּ וְלֹא יִלְוֶה מִמֶּנּוּ, וְלֹא יִמְכֹּר לוֹ וְלֹא יִקַּח מִמֶּנּוּ. אָמַר לוֹ, הַשְׁאִילֵנִי פָרָתֶךָ. אָמַר לוֹ, אֵינָהּ פְּנוּיָה. אָמַר קוֹנָם שָׂדִי שֶׁאֲנִי חוֹרֵשׁ בָּהּ לְעוֹלָם, אִם הָיָה דַרְכּוֹ לַחֲרֹשׁ, הוּא אָסוּר וְכָל אָדָם מֻתָּרִין. אִם אֵין דַּרְכּוֹ לַחֲרֹשׁ, הוּא וְכָל אָדָם אֲסוּרִין:
6 Wenn einem der Genuss vom andren durch Gelübde verboten ist, so darf er ihm nichts verleihen und nichts von ihm entleihen, ihm kein Darlehen gewähren und kein Darlehen von ihm nehmen, ihm nichts verkaufen und nichts von ihm kaufen. Wenn einer zum andren sagt: leihe mir deine Kuh, der andre erwidert: sie ist nicht frei, und jener dann sagt: Konam, dass ich mein Feld mit ihr nie pflügen werde, so ist es, wenn er gewöhnt war selbst zu pflügen, ihm verboten, jedem andren aber erlaubt; wenn er jedoch nicht gewöhnt war zu pflügen, so ist es ihm wie jedem andren verboten.
ז הַמֻּדָּר הֲנָאָה מֵחֲבֵרוֹ וְאֵין לוֹ מַה יֹּאכַל, הוֹלֵךְ אֵצֶל הַחֶנְוָנִי וְאוֹמֵר, אִישׁ פְּלוֹנִי מֻדָּר מִמֶּנִּי הֲנָאָה וְאֵינִי יוֹדֵעַ מָה אֶעֱשֶׂה, וְהוּא נוֹתֵן לוֹ וּבָא וְנוֹטֵל מִזֶּה. הָיָה בֵיתוֹ לִבְנוֹת, גְּדֵרוֹ לִגְדֹּר, שָׂדֵהוּ לִקְצֹר, הוֹלֵךְ אֵצֶל הַפּוֹעֲלִים וְאוֹמֵר, אִישׁ פְּלוֹנִי מֻדָּר מִמֶּנִּי הֲנָאָה וְאֵינִי יוֹדֵעַ מָה אֶעֱשֶׂה. הֵם עוֹשִׂין עִמּוֹ, וּבָאִין וְנוֹטְלִין שָׂכָר מִזֶּה:
7 Wenn einem der Genuss vom andren durch Gelübde verboten ist und er nichts zu essen hat, so kann der andre zum Krämer gehen und sagen: dem N. N. ist der Genuss von mir durch Gelübde verboten, und ich weiss nicht, was ich tun soll; dann darf er (der Krämer) jenem [Speise] geben und von dem andren bezahlt nehmen. War sein Haus zu bauen, seine Mauer aufzurichten oder sein Feld zu ernten, so kann der andre zu den Arbeitern gehen und sagen: dem N. N. ist der Genuss von mir durch Gelübde verboten, und ich weiss nicht, was ich tun soll; dann dürfen sie bei jenem arbeiten und von dem andren den Lohn annehmen.
ח הָיוּ מְהַלְּכִין בַּדֶּרֶךְ, וְאֵין לוֹ מַה יֹּאכַל, נוֹתֵן לְאַחֵר לְשׁוּם מַתָּנָה וְהַלָּה מֻתָּר בָּהּ. אִם אֵין עִמָּהֶם אַחֵר, מַנִּיחַ עַל הַסֶּלַע אוֹ עַל הַגָּדֵר וְאוֹמֵר, הֲרֵי הֵן מֻפְקָרִים לְכָל מִי שֶׁיַּחְפֹּץ, וְהַלָּה נוֹטֵל וְאוֹכֵל. וְרַבִּי יוֹסֵי אוֹסֵר:
8 Sind sie zusammen unterwegs und jener hat nichts zu essen, so darf dieser [etwas] einem dritten als Geschenk geben, und dies ist dann jenem [zum Genusse] erlaubt. Ist kein dritter bei ihnen, so kann er es auf einen Stein oder einer Mauer legen und sagen: die Dinge seien jedem, der sie wünscht, preisgegeben; alsdann darf jener sie nehmen und essen. R. Jose aber verbietet es.