Nedarim 2

Kapitel 2

א וְאֵלּוּ מֻתָּרִין. חֻלִּין שֶׁאֹכַל לָךְ, כִּבְשַׂר חֲזִיר, כַּעֲבוֹדָה זָרָה, כְּעוֹרוֹת לְבוּבִין, כִּנְבֵלוֹת, כִּטְרֵפוֹת, כִּשְׁקָצִים, כִּרְמָשִׂים, כְּחַלַּת אַהֲרֹן וְכִתְרוּמָתוֹ, מֻתָּר. הָאוֹמֵר לְאִשְׁתּוֹ, הֲרֵי אַתְּ עָלַי כְּאִמָּא, פּוֹתְחִין לוֹ פֶתַח מִמָּקוֹם אַחֵר, שֶׁלֹּא יָקֵל רֹאשׁוֹ לְכָךְ. קוֹנָם שֶׁאֵינִי יָשֵׁן, שֶׁאֵינִי מְדַבֵּר, שֶׁאֵינִי מְהַלֵּךְ, הָאוֹמֵר לְאִשְׁתּוֹ, קוֹנָם שֶׁאֵינִי מְשַׁמְּשֵׁךְ, הֲרֵי זֶה בְלֹא יַחֵל דְּבָרוֹ. שְׁבוּעָה שֶׁאֵינִי יָשֵׁן, שֶׁאֵינִי מְדַבֵּר, שֶׁאֵינִי מְהַלֵּךְ, אָסוּר:
1 Folgende [Gelübde] sind erlaubt: [Wenn jemand sagt:] „Profan sei, was ich von dem Deinigen essen werde, [oder] wie Schweinefleisch, wie ein Götze, wie Tierfelle, die dem Herzen gegenüber aufgerissen sind, wie Aas, wie Zerrissenes, wie Geschmeiss, wie Gewürm, wie die Teighebe Arons oder wie seine Hebe,“ so ist es [ihm] erlaubt. Wenn jemand zu seiner Frau sagt: „Du seist mir [verboten] wie meine Mutter“, so öffnet man ihm von andrer Seite einen Ausweg [zur Reue], damit er hierin nicht leichtsinnig sei. [Wenn jemand sagt:] „Konam, dass ich nicht schlafen, [oder] dass ich nicht sprechen, dass ich nicht gehen werde,“ [oder] wenn jemand zu seiner Frau sagt: „Konam, dass ich Dir nicht beiwohnen werde,“ so tritt hier [das Gesetz] in Kraft: „Er darf sein Wort nicht entweihen“ (Num. 33, 3). [Wenn jemand sagt:] „Ich schwöre, dass ich nicht schlafen, [oder] dass ich nicht reden, dass ich nicht gehen werde“, so ist es [ihm] verboten.
ב קָרְבָּן לֹא אֹכַל לָךְ, קָרְבָּן שֶׁאֹכַל לָךְ, לֹא קָרְבָּן לֹא אֹכַל לָךְ, מֻתָּר. שְׁבוּעָה לֹא אֹכַל לָךְ, שְׁבוּעָה שֶׁאֹכַל לָךְ, לֹא שְׁבוּעָה לֹא אֹכַל לָךְ, אָסוּר. זֶה חֹמֶר בַּשְּׁבוּעוֹת מִבַּנְּדָרִים. וְחֹמֶר בַּנְּדָרִים מִבַּשְּׁבוּעוֹת, כֵּיצַד, אָמַר, קוֹנָם סֻכָּה שֶׁאֲנִי עוֹשֶׂה, לוּלָב שֶׁאֲנִי נוֹטֵל, תְּפִלִּין שֶׁאֲנִי מֵנִיחַ, בַּנְּדָרִים אָסוּר, בַּשְּׁבוּעוֹת מֻתָּר, שֶׁאֵין נִשְׁבָּעִין לַעֲבֹר עַל הַמִּצְוֹת:
2 [Wenn jemand sagt:] „Opfer! Ich werde von dem Deinigen nicht essen, [oder] Opfer, dass ich von dem Deinigen essen werde, [oder] nicht Opfer, ich werde von dem Deinigen nicht essen,“ so ist es [ihm] erlaubt. [Wenn jemand sagt:] „ein Schwur! Ich werde von dem Deinigen nicht essen, [oder] ein Schwur, wenn ich von dem Deinigen essen werde, [oder] kein Schwur, ich werde von dem Deinigen nicht essen,“ so ist es [ihm] verboten. Hierin sind die Schwüre strenger als die Gelübde. Aber Gelübde sind auch [zuweilen] strenger als Schwüre. In welchem Falle z. B.? Wenn jemand sagt: „Konam sei die Laubhütte, die ich machen werde, [oder] der Lulab, den ich nehmen werde, die Gebetriemen, die ich anlegen werde,“ so ist es ihm [wenn] in Form von Gelübden [ausgesprochen] verboten, [wenn aber] in Form von Schwüren [ausgesprochen] erlaubt, weil man nicht schwören kann, die Gebote zu übertreten.
ג יֵשׁ נֶדֶר בְּתוֹךְ נֶדֶר, וְאֵין שְׁבוּעָה בְּתוֹךְ שְׁבוּעָה. כֵּיצַד, אָמַר הֲרֵינִי נָזִיר אִם אֹכַל, הֲרֵינִי נָזִיר אִם אֹכַל, וְאָכַל, חַיָּב עַל כָּל אַחַת וְאֶחָת. שְׁבוּעָה שֶׁלֹּא אֹכַל, שְׁבוּעָה שֶׁלֹּא אֹכַל, וְאָכַל, אֵינוֹ חַיָּב אֶלָּא אֶחָת:
3 Es giebt ein Gelübde in einem andren, aber nicht einen Schwur in einem andren. Wie ist das zu verstehen? Wenn [z. B.] jemand sagt: „Ich will ein Nasir sein, wenn ich essen werde, ich will ein Nasir sein, wenn ich essen werde,“ und dann isst, so ist er durch jedes einzelne [Gelübde dazu] verpflichtet. [Wenn er aber sagt:] „Ich schwöre, dass ich von dem Deinigen nichts essen werde, ich schwöre, dass ich von dem Deinigen nichts essen werde,“ und dann isst, so ist er nur einmal schuldig.
ד סְתָם נְדָרִים לְהַחְמִיר, וּפֵרוּשָׁם לְהָקֵל. כֵּיצַד, אָמַר הֲרֵי עָלַי כְּבָשָׂר מָלִיחַ, כְּיֵין נֶסֶךְ, אִם שֶׁל שָׁמַיִם נָדַר, אָסוּר. אִם שֶׁל עֲבוֹדָה זָרָה נָדַר, מֻתָּר. וְאִם סְתָם, אָסוּר. הֲרֵי עָלַי כְּחֵרֶם, אִם כְּחֵרֶם שֶׁל שָׁמַיִם, אָסוּר. וְאִם כְּחֵרֶם שֶׁל כֹּהֲנִים, מֻתָּר. וְאִם סְתָם, אָסוּר. הֲרֵי עָלַי כְּמַעֲשֵׂר, אִם כְּמַעְשַׂר בְּהֵמָה נָדַר, אָסוּר. וְאִם שֶׁל גֹּרֶן, מֻתָּר. וְאִם סְתָם, אָסוּר. הֲרֵי עָלַי כִּתְרוּמָה, אִם כִּתְרוּמַת הַלִּשְׁכָּה נָדַר, אָסוּר. וְאִם שֶׁל גֹּרֶן, מֻתָּר. וְאִם סְתָם, אָסוּר, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, סְתָם תְּרוּמָה בִּיהוּדָה אֲסוּרָה, בַּגָּלִיל מֻתֶּרֶת, שֶׁאֵין אַנְשֵׁי גָלִיל מַכִּירִין אֶת תְּרוּמַת הַלִּשְׁכָּה. סְתָם חֲרָמִים, בִּיהוּדָה מֻתָּרִין, וּבַגָּלִיל אֲסוּרִין, שֶׁאֵין אַנְשֵׁי גָלִיל מַכִּירִין אֶת חֶרְמֵי הַכֹּהֲנִים:
4 Bei Gelübden ohne nähere Bestimmung ist in erschwerendem Sinne zu entscheiden, wenn sie aber genauer erklärt werden, in erleichterndem Sinne. Wie ist dies zu verstehen? Wenn [z. B.] jemand sagt: „Es sei mir [dieses Ding] wie gesalzenes Fleisch, wie Trankopfer-Wein,“ so ist es ihm, wenn er beim Geloben die Gott geweihten [Opfer] meinte, verboten, wenn er aber beim Geloben die dem Götzen geweihten [Opfer] meinte, erlaubt; wenn er es unentschieden liess, so ist es ihm verboten. [Wenn jemand sagt:] „Es sei mir [dieses Ding] wie Banngut,“ so ist es ihm, wenn er Gott geweihtes Banngut meinte, verboten, wenn aber den Priestern geweihtes Banngut, erlaubt; wenn er es unentschieden liess, ist es ihm verboten. [Wenn jemand sagt:] „Es sei mir [dieses Ding] wie Zehnt,“ so ist es ihm, wenn er beim Ge- loben den Zehnt vom Vieh meinte, verboten, wenn aber den von der Tenne, erlaubt; wenn er es unentschieden liess, ist es ihm verboten. [Wenn jemand sagt:] „Es sei mir [dieses Ding] wie Hebe“, so ist es ihm, wenn er beim Geloben die Hebe der Tempelhalle meinte, verboten, wenn aber die der Tenne, erlaubt; wenn er es unentschieden liess, ist es ihm verboten. Dies sind die Worte des R. Meir. R. Jehuda sagt: Wenn man „Hebe“ schlechthin sagt, so ist es, falls es in Judäa geschieht, verboten, falls in Galiläa, erlaubt, denn die Bewohner Galiläas kennen die Hebe der Tempelhalle nicht. Wenn jemand den Ausdruck „Banngut“ schlechthin [bei einem Gelübde] gebraucht, so ist es, falls es in Judäa geschieht, erlaubt, falls in Galiläa, verboten, denn die Bewohner Galiläas kennen das den Priestern geweihte Banngut nicht.
ה נָדַר בְּחֵרֶם וְאָמַר, לֹא נָדַרְתִּי אֶלָּא בְחֶרְמוֹ שֶׁל יָם. בְּקָרְבָּן, וְאָמַר, לֹא נָדַרְתִּי אֶלָּא בְקָרְבָּנוֹת שֶׁל מְלָכִים. הֲרֵי עַצְמִי קָרְבָּן, וְאָמַר, לֹא נָדַרְתִּי אֶלָּא בְעֶצֶם שֶׁהִנַּחְתִּי לִי לִהְיוֹת נוֹדֵר בּוֹ. קוֹנָם אִשְׁתִּי נֶהֱנֵית לִי, וְאָמַר לֹא נָדַרְתִּי אֶלָּא בְאִשְׁתִּי הָרִאשׁוֹנָה שֶׁגֵּרַשְׁתִּי, עַל כֻּלָּן אֵין נִשְׁאָלִים לָהֶם. וְאִם נִשְׁאֲלוּ, עוֹנְשִׁין אוֹתָן וּמַחְמִירִין עֲלֵיהֶן, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, פּוֹתְחִין לָהֶם פֶּתַח מִמָּקוֹם אַחֵר, וּמְלַמְּדִים אוֹתָן כְּדֵי שֶׁלֹּא יִנְהֲגוּ קַלּוּת רֹאשׁ בַּנְּדָרִים:
5 Wenn jemand mit dem Ausdruck „Cherem“ ein Gelübde tut und dann erklärt: „ich habe nur bei dem „Netze“ des Meeres gelobt,“ oder wenn jemand mit dem Ausdruck „Korban“ ein Gelübde tut und dann erklärt: „ich habe nur bei den „Geschenken“ für Könige gelobt,“ oder wenn jemand sagt: „azmi sei ein Opfer,“ und dann erklärt: „ich habe nur bei dem „Knochen“ gelobt, den ich mir hingelegt, um bei ihm ein Gelübde zu tun,“ oder wenn jemand sagt: „Konam sei der Genuss, den ich von meiner Frau habe,“ und dann erklärt: „ich habe nur gelobt von meiner frühern Frau, von der ich geschieden bin, [keinen Genuss zu haben,]“: so braucht man wegen aller dieser [Gelübde] nicht [die Gelehrten] zu befragen; wenn sie sie aber befragen, so bestraft man sie und erschwert es ihnen. Dies sind die Worte des R. Meir. Die Weisen aber sagen: man öffnet ihnen von andrer Seite einen Ausweg [zur Reue] und belehrt sie, damit sie nicht leichtsinnig mit Gelübden umgehen.