Ketubot 7

Kapitel 7

א הַמַּדִּיר אֶת אִשְׁתּוֹ מִלֵּהָנוֹת לוֹ, עַד שְׁלֹשִׁים יוֹם, יַעֲמִיד פַּרְנָס. יָתֵר מִכֵּן, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, בְּיִשְׂרָאֵל, חֹדֶשׁ אֶחָד יְקַיֵּם, וּשְׁנַיִם, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה. וּבְכֹהֶנֶת, שְׁנַיִם יְקַיֵּם, וּשְׁלֹשָׁה, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה:
1 Wenn jemand seine Frau durch ein Gelübde zwingt dem Nutzen von ihm zu entsagen, so muss er, wenn dies für [höchstens] 30 Tage geschah, ihr einen Versorger stellen; wenn dies für längere Zeit geschah, so muss er sie entlassen und ihr die Ketuba auszahlen. R. Jehuda sagt: wenn es ein Israelit ist, so darf er sie, falls es für einen Monat geschah, behalten, falls für zwei [Monate], muss er sie entlassen und ihr die Ketuba auszahlen; wenn es aber eine Priesterfrau ist, so darf er sie, falls es für zwei Monate geschah, behalten, falls für drei [Monate], muss er sie entlassen und ihr die Ketuba auszahlen.
ב הַמַּדִּיר אֶת אִשְׁתּוֹ שֶׁלֹּא תִטְעֹם אַחַד מִכָּל הַפֵּרוֹת, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, בְּיִשְׂרָאֵל, יוֹם אֶחָד יְקַיֵּם, שְׁנַיִם, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה. וּבְכֹהֶנֶת, שְׁנַיִם יְקַיֵּם, שְׁלֹשָׁה, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה:
2 Wenn jemand das Gelübde seiner Frau, eine bestimmte Frucht nicht zu geniessen, bestätigt, so muss er sie entlassen und ihr die Ketuba auszahlen. R. Jehuda sagt: wenn es ein Israelit ist, so darf er sie, falls es für einen Tag geschah, behalten, falls für zwei [Tage], muss er sie entlassen und ihr die Ketuba auszahlen; wenn es aber eine Priesterfrau ist, so darf er sie, falls es für zwei Tage geschah, behalten, falls für drei Tage, muss er sie entlassen und ihr die Ketuba auszahlen.
ג הַמַּדִּיר אֶת אִשְׁתּוֹ שֶׁלֹּא תִתְקַשֵּׁט בְּאַחַד מִכָּל הַמִּינִין, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה. רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, בַּעֲנִיּוֹת, שֶׁלֹּא נָתַן קִצְבָּה. וּבַעֲשִׁירוֹת, שְׁלֹשִׁים יוֹם:
3 Wenn jemand das Gelübde seiner Frau bestätigt, sich einer bestimmten Art von Schmuck nicht zu bedienen, so muss er sie entlassen und ihr die Ketuba auszahlen. R. Jose sagt: bei Armen, wenn er keine bestimmte Zeit angegeben, bei Reichen aber, wenn es für 30 Tage geschah.
ד הַמַּדִּיר אֶת אִשְׁתּוֹ שֶׁלֹּא תֵלֵךְ לְבֵית אָבִיהָ, בִּזְמַן שֶׁהוּא עִמָּהּ בָּעִיר, חֹדֶשׁ אֶחָד יְקַיֵּם. שְׁנַיִם, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה. וּבִזְמַן שֶׁהוּא בְעִיר אַחֶרֶת, רֶגֶל אֶחָד יְקַיֵּם. שְׁלֹשָׁה, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה:
4 Wenn jemand das Gelübde seiner Frau bestätigt, nicht in das Haus ihres Vaters zu gehen, so darf er sie, wenn er mit ihr in derselben Stadt wohnt, falls es für einen Monat geschah, behalten, falls für zwei Monate, muss er sie [sofort] entlassen und ihr die Ketuba auszahlen; wenn er aber in einer andren Stadt wohnt, so darf er sie, falls es für ein Fest geschah, behalten, falls für drei [Feste], muss er sie entlassen und ihr die Ketuba auszahlen.
ה הַמַּדִּיר אֶת אִשְׁתּוֹ שֶׁלֹּא תֵלֵךְ לְבֵית הָאֵבֶל אוֹ לְבֵית הַמִּשְׁתֶּה, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה, מִפְּנֵי שֶׁנּוֹעֵל בְּפָנֶיהָ. וְאִם הָיָה טוֹעֵן מִשּׁוּם דָּבָר אַחֵר, רַשָּׁאי. אָמַר לָהּ, עַל מְנָת שֶׁתֹּאמְרִי לִפְלוֹנִי מַה שֶּׁאָמַרְתְּ לִי אוֹ מַה שֶּׁאָמַרְתִּי לָךְ, אוֹ שֶׁתְּהֵא מְמַלְּאָה וּמְעָרָה לָאַשְׁפָּה, יוֹצִיא וְיִתֵּן כְּתֻבָּה:
5 Wenn jemand das Gelübde seiner Frau bestätigt, nicht in ein Trauerhaus oder ein Hochzeitshaus zu gehen, so muss er sie entlassen und ihr die Ketuba auszahlen, weil er [alle Thüren] ihr verschliesst; wenn er aber einen „gewissen Grund“ angiebt, so ist es ihm erlaubt. Wenn er ihr erklärt: „unter der Bedingung, dass Du dem N. N. sagst, was Du mir gesagt hast, oder was ich Dir gesagt habe,“ oder dass sie [Gefässe] fülle und in die Düngergrube ausleere, so muss er sie entlassen und ihr die Ketuba auszahlen.
ו וְאֵלּוּ יוֹצְאוֹת שֶׁלֹּא בִכְתֻבָּה, הָעוֹבֶרֶת עַל דַּת מֹשֶׁה וִיהוּדִית. וְאֵיזוֹ הִיא דַּת מֹשֶׁה, מַאֲכִילָתוֹ שֶׁאֵינוֹ מְעֻשָּׂר, וּמְשַׁמַּשְׁתּוֹ נִדָּה, וְלֹא קוֹצָה לָהּ חַלָּה, וְנוֹדֶרֶת וְאֵינָהּ מְקַיֶּמֶת. וְאֵיזוֹהִי דַת יְהוּדִית, יוֹצְאָה וְרֹאשָׁהּ פָּרוּעַ, וְטוֹוָה בַשּׁוּק, וּמְדַבֶּרֶת עִם כָּל אָדָם. אַבָּא שָׁאוּל אוֹמֵר, אַף הַמְקַלֶּלֶת יוֹלְדָיו בְּפָנָיו. רַבִּי טַרְפוֹן אוֹמֵר, אַף הַקּוֹלָנִית. וְאֵיזוֹ הִיא קוֹלָנִית, לִכְשֶׁהִיא מְדַבֶּרֶת בְּתוֹךְ בֵּיתָהּ וּשְׁכֵנֶיהָ שׁוֹמְעִין קוֹלָהּ:
6 Folgende [Frauen] werden ohne [Anspruch auf die] Ketuba entlassen: eine Frau, die gegen das mosaische Gesetz oder die jüdische Sitte verstösst. Was ist unter dem „mosaischen Gesetz“ zu verstehen? Wenn sie ihm [z. B.] Nichtverzehntetes zu essen giebt, oder wenn sie als Menstruierende mit ihm [ehelichen] Umgang pflegt, oder wenn sie nicht Teighebe abscheidet, oder wenn sie Gelübde tut und sie nicht hält. Was ist unter „jüdischer Sitte“ zu verstehen? Wenn sie mit entblösstem Haupte ausgeht oder auf der Strasse spinnt oder mit jedem Menschen sich unterhält. Abba Saul sagt: auch wenn sie seine Erzeuger in seiner Gegenwart schmäht. R. Tarphon sagt: auch eine Lautschreiende. Was ist unter einer Lautschreienden zu verstehen? Eine Frau, deren Stimme ihre Nachbarinnen hören, wenn sie in ihrem Hause redet.
ז הַמְקַדֵּשׁ אֶת הָאִשָּׁה עַל מְנָת שֶׁאֵין עָלֶיהָ נְדָרִים וְנִמְצְאוּ עָלֶיהָ נְדָרִים, אֵינָהּ מְקֻדֶּשֶׁת. כְּנָסָהּ סְתָם וְנִמְצְאוּ עָלֶיהָ נְדָרִים, תֵּצֵא שֶׁלֹּא בִכְתֻבָּה. עַל מְנָת שֶׁאֵין בָּהּ מוּמִין וְנִמְצְאוּ בָהּ מוּמִין, אֵינָהּ מְקֻדֶּשֶׁת. כְּנָסָהּ סְתָם וְנִמְצְאוּ בָהּ מוּמִין, תֵּצֵא שֶׁלֹּא בִכְתֻבָּה. כָּל הַמּוּמִין הַפּוֹסְלִין בַּכֹּהֲנִים, פּוֹסְלִין בַּנָּשִׁים:
7 Wenn sich jemand eine Frau antraut unter der Bedingung, dass sie keine Gelübde auf sich hat und sich dann herausstellt, dass sie wohl Gelübde auf sich hat, so gilt sie nicht als getraut. Wenn er sie ohne bestimmte Bedingung heimgeführt hat und sich dann herausstellt, dass sie Gelübde auf sich hat, so wird sie ohne [Anspruch auf die] Ketuba entlassen. [Wenn er sie sich antraut] unter der Bedingung, dass sie keine Leibesfehler hat und sich dann doch Leibesfehler an ihr finden, so gilt sie nicht als getraut. Wenn er sie ohne bestimmte Bedingung heimgeführt, sich aber dann Leibesfehler an ihr finden, so wird sie ohne [Anspruch auf die] Ketuba entlassen. Alle Leibesfehler, die die Priester ungeeignet machen, machen auch die Frauen ungeeignet.
ח הָיוּ בָהּ מוּמִין וְעוֹדָהּ בְּבֵית אָבִיהָ, הָאָב צָרִיךְ לְהָבִיא רְאָיָה שֶׁמִּשֶּׁנִּתְאָרְסָה נוֹלְדוּ בָהּ מוּמִין הַלָּלוּ וְנִסְתַּחֲפָה שָׂדֵהוּ. נִכְנְסָה לִרְשׁוּת הַבַּעַל, הַבַּעַל צָרִיךְ לְהָבִיא רְאָיָה שֶׁעַד שֶׁלֹּא נִתְאָרְסָה הָיוּ בָהּ מוּמִין אֵלּוּ וְהָיָה מִקָּחוֹ מֶקַּח טָעוּת, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, בַּמֶּה דְבָרִים אֲמוּרִים, בְּמוּמִין שֶׁבַּסֵּתֶר. אֲבָל בְּמוּמִין שֶׁבַּגָּלוּי, אֵינוֹ יָכוֹל לִטְעֹן. וְאִם יֵשׁ מֶרְחָץ בְּאוֹתָהּ הָעִיר, אַף מוּמִין שֶׁבַּסֵּתֶר אֵינוֹ יָכוֹל לִטְעֹן, מִפְּנֵי שֶׁהוּא בוֹדְקָהּ בִּקְרוֹבוֹתָיו:
8 Hatte sie Leibesfehler, während sie noch im Hause ihres Vaters war, so muss der Vater den Beweis erbringen, dass diese Fehler an ihr erst entstanden sind (A. L. gewesen sind), nachdem sie verlobt war und [somit] sein Feld verwüstet ist. War sie bereits in die Gewalt des Mannes gekommen, so muss der Mann den Beweis erbringen, dass sie diese Fehler bereits hatte, bevor sie verlobt und sein Kauf [somit] ein irrtümlicher war. Dies sind die Worte des R. Meir. Die Weisen aber sagen: Wovon ist dies gesagt? Von geheimen Leibesfehlern; aber bei sichtbaren Leibesfehlern kann er keine Klage erheben, und wenn ein Bad in der Stadt ist, so kann er auch wegen geheimer Leibesfehler keine Klage erheben, weil er sie durch seine weiblichen Verwandten untersuchen lässt.
ט הָאִישׁ שֶׁנּוֹלְדוּ בוֹ מוּמִין, אֵין כּוֹפִין אוֹתוֹ לְהוֹצִיא. אָמַר רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל, בַּמֶּה דְבָרִים אֲמוּרִים, בַּמּוּמִין הַקְּטַנִּים. אֲבָל בַּמּוּמִין הַגְּדוֹלִים, כּוֹפִין אוֹתוֹ לְהוֹצִיא:
9 Wenn beim Manne Leibesfehler entstehen, so zwingt man ihn nicht [die Frau] zu entlassen. Darauf sagte Rabban Simon, Sohn Gamliels: Wovon ist dies gesagt? Von den kleinen Fehlern; bei den grossen Fehlern aber zwingt man ihn sie zu entlassen.
י וְאֵלּוּ שֶׁכּוֹפִין אוֹתוֹ לְהוֹצִיא, מֻכֵּה שְׁחִין, וּבַעַל פּוֹלִיפּוֹס, וְהַמְקַמֵּץ, וְהַמְצָרֵף נְחֹשֶׁת, וְהַבֻּרְסִי, בֵּין שֶׁהָיוּ בָם עַד שֶׁלֹּא נִשְּׂאוּ וּבֵין מִשֶּׁנִּשְּׂאוּ נוֹלָדוּ. וְעַל כֻּלָּן אָמַר רַבִּי מֵאִיר, אַף עַל פִּי שֶׁהִתְנָה עִמָּהּ, יְכוֹלָהּ הִיא שֶׁתֹּאמַר, סְבוּרָה הָיִיתִי שֶׁאֲנִי יְכוֹלָהּ לְקַבֵּל, וְעַכְשָׁיו אֵינִי יְכוֹלָה לְקַבֵּל. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, מְקַבֶּלֶת הִיא עַל כָּרְחָהּ, חוּץ מִמֻּכֵּה שְׁחִין, מִפְּנֵי שֶׁמְּמִקָּתוֹ. מַעֲשֶׂה בְצִידוֹן בְּבֻרְסִי אֶחָד שֶׁמֵּת וְהָיָה לוֹ אָח בֻּרְסִי, אָמְרוּ חֲכָמִים, יְכוֹלָה הִיא שֶׁתֹּאמַר, לְאָחִיךָ הָיִיתִי יְכוֹלָה לְקַבֵּל, וּלְךָ אֵינִי יְכוֹלָה לְקַבֵּל:
10 Folgende [Männer] zwingt man [ihre Frauen] zu entlassen: Denjenigen, der mit Geschwüren behaftet ist, der einen Polypen hat, der [Excremente von Hunden] sammelt, der Kupfer schmilzt und den Gerber, sei es, dass sie diese Fehler schon hatten, bevor sie sich verheirateten, sei es, dass sie erst entstanden sind, nach- dem sie sich verheirateten. In all diesen Fällen sagte R. Meir, dass, obgleich er (der Mann) mit ihr (der Frau) es ausbedungen, sie dennoch erklären kann: ich dachte [anfangs], ich würde es aushalten können, jetzt aber kann ich es doch nicht aushalten. Die Weisen aber sagen: sie muss es selbst gegen ihren Willen aushalten, ausgenommen den mit Geschwüren Behafteten, weil sie ihm Abzehrung verursacht. Es geschah einst in Sidon, dass ein Gerber starb, der einen Bruder hatte, welcher auch Gerber war. Da sagten die Weisen: sie (die Witwe) kann erklären: „Deinen Bruder konnte ich ertragen, Dich aber kann ich nicht ertragen“.