Ketubot 3

Kapitel 3

א אֵלּוּ נְעָרוֹת שֶׁיֵּשׁ לָהֶן קְנָס. הַבָּא עַל הַמַּמְזֶרֶת, וְעַל הַנְּתִינָה, וְעַל הַכּוּתִית. הַבָּא עַל הַגִּיּוֹרֶת, וְעַל הַשְּׁבוּיָה, וְעַל הַשִּׁפְחָה, שֶׁנִּפְדּוּ וְשֶׁנִּתְגַּיְּרוּ וְשֶׁנִּשְׁתַּחְרְרוּ פְּחוּתוֹת מִבְּנוֹת שָׁלֹשׁ שָׁנִים וְיוֹם אֶחָד. הַבָּא עַל אֲחוֹתוֹ, וְעַל אֲחוֹת אָבִיו, וְעַל אֲחוֹת אִמּוֹ, וְעַל אֲחוֹת אִשְׁתּוֹ, וְעַל אֵשֶׁת אָחִיו, וְעַל אֵשֶׁת אֲחִי אָבִיו, וְעַל הַנִּדָּה, יֵשׁ לָהֶן קְנָס. אַף עַל פִּי שֶׁהֵן בְּהִכָּרֵת, אֵין בָּהֶן מִיתַת בֵּית דִּין:
1 Bei folgenden Mädchen findet Geldstrafe statt: wenn jemand beiwohnt einem weiblichen Bastard, einer Nethina oder einer Samaritanerin; wenn jemand beiwohnt einer Proselytin, einer Gefangenen oder einer Sklavin, die losgekauft oder übergetreten oder freigelassen waren, bevor sie drei Jahre und einen Tag alt wurden; wenn jemand beiwohnt seiner Schwester, der Schwester seines Vaters, der Schwester seiner Mutter, der Schwester seiner Frau, der Frau seines Bruders, der Frau des Bruders seines Vaters oder einer Menstruierenden — so findet bei diesen [Mädchen] Geldstrafe statt; [denn] obgleich jene [Männer] die Ausrottungsstrafe schuldig sind, erfolgt bei ihnen doch nicht die Todesstrafe durch das Gericht.
ב וְאֵלּוּ שֶׁאֵין לָהֶן קְנָס, הַבָּא עַל הַגִּיּוֹרֶת וְעַל הַשְּׁבוּיָה וְעַל הַשִּׁפְחָה שֶׁנִּפְדּוּ וְשֶׁנִּתְגַּיְּרוּ וְשֶׁנִּשְׁתַּחְרְרוּ יְתֵרוֹת עַל בְּנוֹת שָׁלֹשׁ שָׁנִים וְיוֹם אֶחָד. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, שְׁבוּיָה שֶׁנִּפְדֵּית, הֲרֵי הִיא בִקְדֻשָּׁתָהּ, אַף עַל פִּי שֶׁגְּדוֹלָה. הַבָּא עַל בִּתּוֹ, עַל בַּת בִּתּוֹ, עַל בַּת בְּנוֹ, עַל בַּת אִשְׁתּוֹ, עַל בַּת בְּנָהּ, עַל בַּת בִּתָּהּ, אֵין לָהֶן קְנָס, מִפְּנֵי שֶׁמִּתְחַיֵּב בְּנַפְשׁוֹ, שֶׁמִּיתָתוֹ בִידֵי בֵית דִּין. וְכָל הַמִּתְחַיֵּב בְּנַפְשׁוֹ, אֵין מְשַׁלֵּם מָמוֹן, שֶׁנֶּאֱמַר (שמות כא) וְלֹא יִהְיֶה אָסוֹן עָנוֹשׁ יֵעָנֵשׁ:
2 Bei folgenden [Mädchen] findet keine Geldstrafe statt: wenn jemand beiwohnt einer Proselytin, einer Gefangenen oder einer Sklavin, die losgekauft, übergetreten oder freigelassen waren, nachdem sie drei Jahre und einen Tag alt wurden. R. Jehuda sagt: eine Gefangene, die losgekauft wurde, bleibt in ihrer [früheren] Weihe, wenn sie auch erwachsen war. Wenn jemand beiwohnt seiner Tochter, der Tochter seiner Tochter, der Tochter seines Sohnes, der Tochter seiner Frau, der Tochter ihres Sohnes, der Tochter ihrer Tochter, so findet bei diesen [Mädchen] keine Geldstrafe statt, weil er sein Leben verwirkt hat, denn seine Todesstrafe erfolgt durch das Gericht; wer aber sein Leben verwirkt, zahlt kein Geld, denn es heisst (Ex. 21,22) „ … und geschieht kein Unfall, so wird er bestraft.“
ג נַעֲרָה שֶׁנִּתְאָרְסָה וְנִתְגָּרְשָׁה, רַבִּי יוֹסֵי הַגְּלִילִי אוֹמֵר, אֵין לָהּ קְנָס. רַבִּי עֲקִיבָא אוֹמֵר, יֶשׁ לָהּ קְנָס, וּקְנָסָהּ לְעַצְמָהּ:
3 Bei einem Mädchen, das verlobt war und geschieden wurde, findet, so sagt R. Jose der Galiläer, keine Geldstrafe statt. R. Akiba sagt: es findet wohl Geldstrafe statt, und das Strafgeld gehört ihm (dem Mädchen).
ד הַמְפַתֶּה נוֹתֵן שְׁלֹשָׁה דְבָרִים, וְהָאוֹנֵס אַרְבָּעָה. הַמְפַתֶּה נוֹתֵן בֹּשֶׁת וּפְגָם וּקְנָס. מוֹסִיף עָלָיו אוֹנֵס, שֶׁנּוֹתֵן אֶת הַצַּעַר. מַה בֵּין אוֹנֵס לִמְפַתֶּה. הָאוֹנֵס נוֹתֵן אֶת הַצַּעַר, וְהַמְפַתֶּה אֵינוֹ נוֹתֵן אֶת הַצַּעַר. הָאוֹנֵס נוֹתֵן מִיָּד, וְהַמְפַתֶּה לִכְשֶׁיּוֹצִיא. הָאוֹנֵס שׁוֹתֶה בַעֲצִיצוֹ, וְהַמְפַתֶּה אִם רָצָה לְהוֹצִיא, מוֹצִיא:
4 Der Verführer zahlt dreierlei, der Notzüchtiger viererlei. Der Verführer zahlt die Beschämung, die Wertverminderung und die Geldstrafe; für den Notzüchtiger kommt hinzu, dass er den Schmerz bezahlt. Welcher Unterschied besteht zwischen einem Notzüchtiger und einem Verführer? Der Notzüchtiger bezahlt den Schmerz, der Verführer bezahlt den Schmerz nicht; der Notzüchtiger zahlt sofort, der Verführer erst, wenn er sie entlässt; der Notzüchtiger muss aus seinem Gefäss trinken, der Verführer darf, wenn er will, sie entlassen.
ה כֵּיצַד שׁוֹתֶה בַעֲצִיצוֹ, אֲפִלּוּ הִיא חִגֶּרֶת, אֲפִלּוּ הִיא סוּמָא, וַאֲפִלּוּ הָיְתָה מֻכַּת שְׁחִין. נִמְצָא בָהּ דְּבַר עֶרְוָה, אוֹ שֶׁאֵינָהּ רְאוּיָה לָבֹא בְיִשְׂרָאֵל, אֵינוֹ רַשַּׁאי לְקַיְּמָהּ, שֶׁנֶּאֱמַר, (דברים כב) וְלוֹ תִהְיֶה לְאִשָּׁה, אִשָּׁה הָרְאוּיָה לוֹ:
5 Wie ist das gemeint: „er muss aus seinem Gefäss trinken?“ Selbst wenn sie (die Vergewaltigte) lahm oder blind oder mit Geschwüren behaftet ist. Wird an ihr ein Makel gefunden oder ist sie nicht geeignet, in Israel aufgenommen zu werden, so darf er sie nicht behalten, denn es heisst (Deut. 22,29): „Ihm soll sie zur Frau werden,“ [d. h.] wenn sie eine für ihn geeignete Frau ist.
ו יְתוֹמָה שֶׁנִּתְאָרְסָה וְנִתְגָּרְשָׁה, רַבִּי אֶלְעָזָר אוֹמֵר, הַמְפַתֶּה פָטוּר, וְהָאוֹנֵס חַיָּב:
6 Wenn eine Waise verlobt war und dann geschieden wurde, so sagt R. Elasar: der Veführer ist frei, der Notzüchtiger aber schuldig.
ז אֵיזוֹהִי בֹשֶׁת, הַכֹּל לְפִי הַמְבַיֵּשׁ וְהַמִּתְבַּיֵּשׁ. פְּגָם, רוֹאִין אוֹתָהּ כְּאִלּוּ הִיא שִׁפְחָה נִמְכֶּרֶת, כַּמָּה הָיְתָה יָפָה וְכַמָּה הִיא יָפָה. קְנָס, שָׁוֶה בְכָל אָדָם. וְכֹל שֶׁיֶּשׁ לוֹ קִצְבָּה מִן הַתּוֹרָה, שָׁוֶה בְכָל אָדָם:
7 Wieviel beträgt [die Strafe für] die Beschämung? Je nach dem, der beschämt hat und dem, der beschämt ist. [Wieviel die für] die Wertverminderung? Man betrachtet sie, als wäre sie eine zu verkaufende Sklavin, [und schätzt sie ab,] wieviel sie wert war und wieviel sie [jetzt] wert ist. Das Strafgeld ist für alle Menschen gleich; und Alles, was von der Thora genau festgesetzt ist, ist für alle Menschen gleich.
ח כָּל מָקוֹם שֶׁיֵּשׁ מֶכֶר, אֵין קְנָס. וְכָל מָקוֹם שֶׁיֵּשׁ קְנָס, אֵין מֶכֶר. קְטַנָּה יֶשׁ לָהּ מֶכֶר וְאֵין לָהּ קְנָס. נַעֲרָה יֶשׁ לָהּ קְנָס וְאֵין לָהּ מֶכֶר. הַבּוֹגֶרֶת אֵין לָהּ לֹא מֶכֶר וְלֹא קְנָס:
8 Solange ein Verkauf stattfinden kann, giebt es kein Strafgeld, und sobald es Strafgeld giebt, kann ein Verkauf nicht stattfinden. Eine Minderjährige kann verkauft werden, hat aber keinen Anspruch auf Strafgeld. Ein Mädchen hat Anspruch auf Strafgeld, kann aber nicht verkauft werden. Die Mannbare kann weder verkauft werden noch hat sie Anspruch auf Strafgeld.
ט הָאוֹמֵר פִּתִּיתִי אֶת בִּתּוֹ שֶׁל פְּלוֹנִי, מְשַׁלֵּם בֹּשֶׁת וּפְגָם עַל פִּי עַצְמוֹ, וְאֵינוֹ מְשַׁלֵּם קְנָס. הָאוֹמֵר גָּנַבְתִּי וְטָבַחְתִּי וּמָכָרְתִּי, מְשַׁלֵּם אֶת הַקֶּרֶן עַל פִּי עַצְמוֹ, וְאֵינוֹ מְשַׁלֵּם תַּשְׁלוּמֵי כֶפֶל וְתַשְׁלוּמֵי אַרְבָּעָה וַחֲמִשָּׁה. הֵמִית שׁוֹרִי אֶת פְּלוֹנִי אוֹ שׁוֹרוֹ שֶׁל פְּלוֹנִי, הֲרֵי זֶה מְשַׁלֵּם עַל פִּי עַצְמוֹ. הֵמִית שׁוֹרִי עַבְדּוֹ שֶׁל פְּלוֹנִי, אֵינוֹ מְשַׁלֵּם עַל פִּי עַצְמוֹ. זֶה הַכְּלָל כָּל הַמְשַׁלֵּם יָתֵר עַל מַה שֶּׁהִזִּיק, אֵינוֹ מְשַׁלֵּם עַל פִּי עַצְמוֹ:
9 Wenn jemand sagt: ich habe die Tochter des N. N. verführt, so bezahlt er die Beschämung und die Wertverminderung auf seine eigene Aussage, er bezahlt aber kein Strafgeld. Wenn jemand sagt: ich habe gestohlen, [geschlachtet und verkauft], so bezahlt er den Wert auf seine eigene Aussage, bezahlt aber nicht das Doppelte oder das Vier- und Fünffache. [Wenn jemand sagt:] Mein Ochs hat den N. N. oder den Ochsen des N. N. getötet, so bezahlt er auf seine eigene Aussage. [Wenn er aber sagt:] Mein Ochs hat den Sklaven des N. N. getötet, so bezahlt er nicht auf seine eigene Aussage. Dies [nämlich] ist die Regel: jeder, der mehr bezahlen muss, als der Schaden beträgt, zahlt auf seine eigene Aussage nicht.