Ketubot 2

Kapitel 2

א הָאִשָּׁה שֶׁנִּתְאַרְמְלָה אוֹ שֶׁנִּתְגָּרְשָׁה, הִיא אוֹמֶרֶת בְּתוּלָה נְשָׂאתַנִי, וְהוּא אוֹמֵר, לֹא כִי אֶלָּא אַלְמָנָה נְשָׂאתִיךְ, אִם יֵשׁ עֵדִים שֶׁיָּצָאת בְּהִנּוּמָא וְרֹאשָׁהּ פָּרוּעַ, כְּתֻבָּתָהּ מָאתָיִם. רַבִּי יוֹחָנָן בֶּן בְּרוֹקָא אוֹמֵר, אַף חִלּוּק קְלָיוֹת רְאָיָה:
1 Wenn eine Frau, die verwitwet oder geschieden ist, behauptet: „du hast mich als Jungfrau geheiratet“, er (der Mann) aber erklärt: „nicht so [wares], sondern als Witwe habe ich dich geheiratet“ — so beträgt, wenn Zeugen da sind, dass sie mit dem Hinuma und mit entblösstem Haupte fortgegangen ist, ihre Ketuba 200 [Denar]. R. Jochanan, Sohn Berokas, sagt: auch das Verteilen gerösteter Ähren gilt als Beweis.
ב וּמוֹדֶה רַבִּי יְהוֹשֻׁעַ בְּאוֹמֵר לַחֲבֵרוֹ שָׂדֶה זוֹ שֶׁל אָבִיךָ הָיְתָה וּלְקַחְתִּיהָ הֵימֶנּוּ, שֶׁהוּא נֶאֱמָן, שֶׁהַפֶּה שֶׁאָסַר הוּא הַפֶּה שֶׁהִתִּיר. וְאִם יֵשׁ עֵדִים שֶׁהִיא שֶׁל אָבִיו וְהוּא אוֹמֵר לְקַחְתִּיהָ הֵימֶנּוּ, אֵינוֹ נֶאֱמָן:
2 R. Josua giebt aber za, dass einer, der zum andren sagt: „dieses Feld hat deinem Vater gehört und ich habe es von ihm gekauft,“ beglaubt ist, denn derselbe Mund, der bindet, löst auch wieder. Wenn jedoch Zeugen da sind, dass es dessen Vater gehört hat und er behauptet: „ich habe es von ihm gekauft,“ so ist er nicht beglaubt.
ג הָעֵדִים שֶׁאָמְרוּ כְּתַב יָדֵינוּ הוּא זֶה, אֲבָל אֲנוּסִים הָיִינוּ, קְטַנִּים הָיִינוּ, פְּסוּלֵי עֵדוּת הָיִינוּ, הֲרֵי אֵלּוּ נֶאֱמָנִים. וְאִם יֵשׁ עֵדִים שֶׁהוּא כְתַב יָדָם אוֹ שֶׁהָיָה כְתַב יָדָם יוֹצֵא מִמָּקוֹם אַחֵר, אֵינָן נֶאֱמָנִין:
3 Wenn Zeugen erklären: „dies ist zwar unsre Handschrift, aber wir waren [damals] gezwungen oder minderjährig oder zu einem Zeugnis untauglich“, so sind sie beglaubt. Sind aber [andre] Zeugen da, dass es ihre Handschrift ist, oder ist ihre Handschrift anderweitig bekannt, so sind sie nicht beglaubt.
ד זֶה אוֹמֵר זֶה כְתַב יָדִי וְזֶה כְתַב יָדוֹ שֶׁל חֲבֵרִי, וְזֶה אוֹמֵר זֶה כְתַב יָדִי וְזֶה כְתַב יָדוֹ שֶׁל חֲבֵרִי, הֲרֵי אֵלּוּ נֶאֱמָנִין. זֶה אוֹמֵר זֶה כְתַב יָדִי וְזֶה אוֹמֵר זֶה כְתַב יָדִי, צְרִיכִים לְצָרֵף עִמָּהֶם אַחֵר, דִּבְרֵי רַבִּי. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, אֵינָן צְרִיכִין לְצָרֵף עִמָּהֶם אַחֵר, אֶלָּא נֶאֱמָן אָדָם לוֹמַר זֶה כְתַב יָדִי:
4 Wenn der eine [Zeuge] erklärt: „dies ist meine Handschrift und dies die Handschrift meines Genossen,“ und auch der andre erklärt: „dies ist meine Handschrift und dies die Handschrift meines Genossen,“ so sind sie beglaubt. Wenn der eine erklärt: „dies ist meine Handschrift,“ und auch der andre erklärt: „dies ist meine Handschrift,“ so muss man noch einen andren hinzunehmen; dies sind die Worte Rabbi’s. Die Weisen aber sagen: man braucht nicht noch einen andren hinzuzunehmen, es ist vielmehr jeder Mensch beglaubt zu erklären: „dies ist meine Handschrift“.
ה הָאִשָּׁה שֶׁאָמְרָה אֵשֶׁת אִישׁ הָיִיתִי וּגְרוּשָׁה אָנִי, נֶאֱמֶנֶת, שֶׁהַפֶּה שֶׁאָסַר הוּא הַפֶּה שֶׁהִתִּיר. וְאִם יֵשׁ עֵדִים שֶׁהָיְתָה אֵשֶׁת אִישׁ וְהִיא אוֹמֶרֶת גְּרוּשָׁה אָנִי, אֵינָהּ נֶאֱמֶנֶת. אָמְרָה נִשְׁבֵּיתִי וּטְהוֹרָה אָנִי, נֶאֱמֶנֶת, שֶׁהַפֶּה שֶׁאָסַר הוּא הַפֶּה שֶׁהִתִּיר. וְאִם יֵשׁ עֵדִים שֶׁנִּשְׁבֵּית וְהִיא אוֹמֶרֶת טְהוֹרָה אָנִי, אֵינָהּ נֶאֱמֶנֶת. וְאִם מִשֶּׁנִּשֵּׂאת בָּאוּ עֵדִים, הֲרֵי זוֹ לֹא תֵצֵא:
5 Die Frau, die erklärt: „ich war verheiratet, bin aber geschieden,“ ist beglaubt, denn der Mund, der bindet, löst auch wieder. Wenn aber Zeugen da sind, dass sie verheiratet war und sie erklärt: „ich bin geschieden,“ so ist sie nicht beglaubt. Sagt sie: „ich war gefangen, bin aber rein [geblieben]“, so ist sie beglaubt, denn der Mund, der bindet, löst auch wieder. Wenn aber Zeugen da sind, dass sie gefangen war und sie erklärt: „ich bin rein [geblieben],“ so ist sie nicht beglaubt. Wenn jedoch die Zeugen kamen, nachdem sie sich [wieder] verheiratet hat, so braucht sie [den Mann] nicht zu verlassen.
ו שְׁתֵּי נָשִׁים שֶׁנִּשְׁבּוּ, זֹאת אוֹמֶרֶת נִשְׁבֵּיתִי וּטְהוֹרָה אָנִי, וְזֹאת אוֹמֶרֶת נִשְׁבֵּיתִי וּטְהוֹרָה אָנִי, אֵינָן נֶאֱמָנוֹת. וּבִזְמַן שֶׁהֵן מְעִידוֹת זוֹ אֶת זוֹ, הֲרֵי אֵלּוּ נֶאֱמָנוֹת:
6 Wenn zwei Frauen gefangen waren und die eine erklärt: „ich war gefangen, bin aber rein geblieben,“ und auch die andre erklärt: „ich war gefangen, bin aber rein geblieben,“ so sind sie nicht beglaubt. Wenn aber jede von der andren dies bezeugt, so sind sie beglaubt.
ז וְכֵן שְׁנֵי אֲנָשִׁים, זֶה אוֹמֵר כֹּהֵן אָנִי וְזֶה אוֹמֵר כֹּהֵן אָנִי, אֵינָן נֶאֱמָנִין. וּבִזְמַן שֶׁהֵן מְעִידִין זֶה אֶת זֶה, הֲרֵי אֵלּוּ נֶאֱמָנִין:
7 Ebenso, wenn von zwei Männern der eine erklärt: „ich bin ein Priester,“ und auch der andre erklärt: „ich bin ein Priester,“ so sind sie nicht beglaubt. Wenn aber jeder vom andren dies bezeugt, so sind sie beglaubt.
ח רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, אֵין מַעֲלִין לַכְּהֻנָּה עַל פִּי עֵד אֶחָד. אָמַר רַבִּי אֶלְעָזָר, אֵימָתַי, בִּמְקוֹם שֶׁיֵּשׁ עוֹרְרִין. אֲבָל בִּמְקוֹם שֶׁאֵין עוֹרְרִין, מַעֲלִין לַכְּהֻנָּה עַל פִּי עֵד אֶחָד. רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר מִשּׁוּם רַבִּי שִׁמְעוֹן בֶּן הַסְּגָן, מַעֲלִין לַכְּהֻנָּה עַל פִּי עֵד אֶחָד:
8 R. Jehuda sagt: man erhebt nicht in den Priesterstand auf die Aussage nur eines Zeugen. Da sagte R. Elasar: wann [gilt dies]? wenn man Einspruch dagegen erhebt; wenn man aber keinen Einspruch dagegen erhebt, so darf man auch auf die Aussage nur eines Zeugen in den Priesterstand erheben. Rabban Simon, Sohn Gamliel’s, sagt im Namen des R. Simon, Sohnes des Segan: man erhebt in den Priesterstand auf die Aussage nur eines Zeugen.
ט הָאִשָּׁה שֶׁנֶּחְבְּשָׁה בִידֵי גוֹיִם עַל יְדֵי מָמוֹן, מֻתֶּרֶת לְבַעְלָהּ. עַל יְדֵי נְפָשׁוֹת, אֲסוּרָה לְבַעְלָהּ. עִיר שֶׁכְּבָשָׁהּ כַּרְכּוֹם, כָּל כֹּהֲנוֹת שֶׁנִּמְצְאוּ בְתוֹכָהּ, פְּסוּלוֹת. וְאִם יֵשׁ לָהֶן עֵדִים, אֲפִלּוּ עֶבֶד, אֲפִלּוּ שִׁפְחָה, הֲרֵי אֵלּוּ נֶאֱמָנִין. וְאֵין נֶאֱמָן אָדָם עַל יְדֵי עַצְמוֹ. אָמַר רַבִּי זְכַרְיָה בֶן הַקַּצָּב, הַמָּעוֹן הַזֶּה, לֹא זָזָה יָדָהּ מִתּוֹךְ יָדִי מִשָּׁעָה שֶׁנִּכְנְסוּ גוֹיִם לִירוּשָׁלַיִם וְעַד שֶׁיָּצָאוּ. אָמְרוּ לוֹ, אֵין אָדָם מֵעִיד עַל יְדֵי עַצְמוֹ:
9 Eine Frau, die von Nichtjuden wegen Geldes gefangen genommen wurde, ist ihrem Gatten erlaubt; [geschah dies] wegen eines Kapitalverbrechens, so ist sie ihrem Gatten verboten. In einer Stadt, die ein Belagerungsheer eingenommen, sind alle Priesterfrauen, die sich in ihr finden, untauglich geworden. Sind jedoch Zeugen da, sei es auch nur ein Sklave oder eine Sklavin, so sind sie glaubwürdig; es ist aber niemand bezüglich seiner selbst beglaubt. Es sagte R. Secharja, Sohn des Kazzaw. bei diesem Tempel! Ihre Hand ist nicht aus der meinigen gewichen von der Stunde an, da die Heiden nach Jerusalem gekommen, bis sie wieder fortgezogen sind. Darauf sagte man zu ihm: es darf niemand für sich selbst Zeugnis ablegen.
י וְאֵלוּ נֶאֱמָנִין לְהָעִיד בְּגָדְלָן מָה שֶׁרָאוּ בְקָטְנָן. נֶאֱמָן אָדָם לוֹמַר, זֶה כְתַב יָדוֹ שֶׁל אַבָּא, וְזֶה כְתַב יָדוֹ שֶׁל רַבִּי, וְזֶה כְתַב יָדוֹ שֶׁל אָחִי. זָכוּר הָיִיתִי בִפְלוֹנִית שֶׁיָּצְתָה בְהִנּוּמָא, וְרֹאשָׁהּ פָּרוּעַ. וְשֶׁהָיָה אִישׁ פְּלוֹנִי יוֹצֵא מִבֵּית הַסֵּפֶר לִטְבֹּל לֶאֱכֹל בַּתְּרוּמָה. וְשֶׁהָיָה חוֹלֵק עִמָּנוּ עַל הַגֹּרֶן. וְהַמָּקוֹם הַזֶּה בֵּית הַפְּרָס. וְעַד כָּאן הָיִינוּ בָאִין בְּשַׁבָּת. אֲבָל אֵין אָדָם נֶאֱמָן לוֹמַר, דֶּרֶךְ הָיָה לִפְלוֹנִי בַמָּקוֹם הַזֶּה, מַעֲמָד וּמִסְפֵּד הָיָה לִפְלוֹנִי בַמָּקוֹם הַזֶּה:
10 Folgende sind beglaubt, als Erwachsene zu bezeugen, was sie in ihrer Kindheit gesehen haben: Man ist beglaubt zu sagen: „dies ist die Handschrift meines Vaters“, oder „dies ist die Handschrift meines Lehrers“, oder „dies ist die Handschrift meines Bruders;“ „ich erinnere mich, dass die N. N. mit dem Hinuma und entblösstem Haupte fortgegangen ist, oder dass N. N. aus der Schule ging, um zu baden und dann Hebe geniessen zu dürfen, oder dass er mit uns Anteil in der Scheune erhielt, oder: dieser Ort ist eine Stätte, an der Totengebeine liegen, oder: bis hierher sind wir am Sabbat gegangen“. Niemand aber ist beglaubt zu sagen: „N. N. hatte an dieser Stelle einen Weg, oder N. N. hatte an dieser Stelle einen Stand und das Recht, eine Trauerrede halten zu lassen.“