Gittin 4

Kapitel 4

א הַשּׁוֹלֵחַ גֵּט לְאִשְׁתּוֹ וְהִגִּיעַ בַּשָּׁלִיחַ, אוֹ שֶׁשָּׁלַח אַחֲרָיו שָׁלִיחַ וְאָמַר לוֹ, גֵּט שֶׁנָּתַתִּי לְךָ בָּטֵל הוּא, הֲרֵי זֶה בָטֵל. קָדַם אֵצֶל אִשְׁתּוֹ אוֹ שֶׁשָּׁלַח אֶצְלָהּ שָׁלִיחַ וְאָמַר לָהּ, גֵּט שֶׁשָּׁלַחְתִּי לִיךְ בָּטֵל הוּא, הֲרֵי זֶה בָטֵל. אִם מִשֶּׁהִגִּיעַ גֵּט לְיָדָהּ, שׁוּב אֵינוֹ יָכוֹל לְבַטְּלוֹ:
1 Wenn jemand seiner Frau einen Scheidebrief geschickt hat und den Boten erreicht oder ihm einen Boten nachsendet und zu ihm spricht: der Scheidebrief, den ich dir gegeben habe, ist nichtig, so ist er nichtig; wenn er oder ein von ihm entsandter Bote ihm bei seiner Frau zuvorkommt und zu ihr spricht: der Scheidebrief, den ich dir geschickt habe, ist nichtig, so ist er nichtig. Wenn aber der Scheidebrief bereits in ihre Hand gekommen ist, so kann er ihn nicht mehr nichtig machen.
ב בָּרִאשׁוֹנָה הָיָה עוֹשֶׂה בֵית דִּין בְּמָקוֹם אַחֵר וּמְבַטְּלוֹ. הִתְקִין רַבָּן גַּמְלִיאֵל הַזָּקֵן שֶׁלֹּא יְהוּ עוֹשִׂין כֵּן, מִפְּנֵי תִקּוּן הָעוֹלָם. בָּרִאשׁוֹנָה הָיָה מְשַׁנֶּה שְׁמוֹ וּשְׁמָהּ, שֵׁם עִירוֹ וְשֵׁם עִירָהּ. וְהִתְקִין רַבָּן גַּמְלִיאֵל הַזָּקֵן שֶׁיְּהֵא כוֹתֵב, אִישׁ פְּלוֹנִי וְכָל שֵׁם שֶׁיֵּשׁ לוֹ, אִשָּׁה פְלוֹנִית וְכָל שׁוּם שֶׁיֵּשׁ לָהּ, מִפְּנֵי תִקּוּן הָעוֹלָם:
2 Vormals konnte man auch anderswo ein Gerichtskollegium zusammensetzen und ihn nichtig machen, R. Gamliél der Ältere ordnete aber an, daß man dies nicht tue, als vorsorgende Institution. Vormals änderte man seinen Namen, ihren Namen, den Namen seiner Stadt und den Namen ihrer Stadt; da ordnete R. Gamliél der Ältere an, daß man den Namen des Mannes und all seine Beinamen, den Namen der Frau und all ihre Beinamen schreibe, als vorsorgende Institution.
ג אֵין אַלְמָנָה נִפְרַעַת מִנִּכְסֵי יְתוֹמִים אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. נִמְנְעוּ מִלְּהַשְׁבִּיעָהּ, הִתְקִין רַבָּן גַּמְלִיאֵל הַזָּקֵן שֶׁתְּהֵא נוֹדֶרֶת לַיְתוֹמִים כָּל מַה שֶּׁיִּרְצוּ, וְגוֹבָה כְתֻבָּתָהּ. הָעֵדִים חוֹתְמִין עַל הַגֵּט, מִפְּנֵי תִקּוּן הָעוֹלָם. הִלֵּל הִתְקִין פְּרוֹזְבּוּל מִפְּנֵּי תִקּוּן הָעוֹלָם:
3 Die Witwe kann Zahlung von den Gütern der Waisen nur gegen Eid erhalten. Als man aber vermied, sie zu vereidigen, ordnete R. Gamliél der Ältere an, daß sie den Waisen alles, was sie wünschen, gelobe, und ihre Morgengabe einfordere. Die Zeugen unterzeichnet auf dem Scheidebriefe, als vorsorgende Institution. Hillel führte den Prosbul ein, als vorsorgende Institution.
ד עֶבֶד שֶׁנִּשְׁבָּה וּפְדָאוּהוּ, אִם לְשׁוּם עֶבֶד, יִשְׁתַּעְבֵּד. אִם לְשׁוּם בֶּן חוֹרִין, לֹא יִשְׁתַּעְבֵּד. רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, בֵּין כָּךְ וּבֵין כָּךְ יִשְׁתַּעְבֵּד. עֶבֶד שֶׁעֲשָׂאוֹ רַבּוֹ אַפּוֹתִיקִי לַאֲחֵרִים וְשִׁחְרְרוֹ, שׁוּרַת הַדִּין, אֵין הָעֶבֶד חַיָּב כְּלוּם. אֶלָּא מִפְּנֵי תִקּוּן הָעוֹלָם, כּוֹפִין אֶת רַבּוֹ וְעוֹשֶׂה אוֹתוֹ בֶן חוֹרִין, וְכוֹתֵב שְׁטָר עַל דָּמָיו. רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, אֵינוֹ כוֹתֵב אֶלָּא מְשַׁחְרֵר:
4 Wenn ein Sklave gefangen war und man ihn ausgelöst hat, so darf er, wenn man ihn als Sklaven ausgelöst hat, zur Sklaverei angehalten werden, und wenn zur Befreiung, nicht zur Sklaverei angehalten werden; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, ob so oder so dürfe er zur Sklaverei angehalten werden. Wenn jemand einem seinen Sklaven hypothekarisch verpfändet und er ihn freigelassen hat, so ist zwar rechtlich der Sklave zu nichts verpflichtet, jedoch haben sie vorsorgend angeordnet, daß man seinen Herrn zwinge, ihn zum Freien zu machen, und er ihm einen Schuldschein über seinen Wert schreibe. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, nicht er schreibe, sondern der Freilassende.
ה מִי שֶׁחֶצְיוֹ עֶבֶד וְחֶצְיוֹ בֶן חוֹרִין, עוֹבֵד אֶת רַבּוֹ יוֹם אֶחָד וְאֶת עַצְמוֹ יוֹם אֶחָד, דִּבְרֵי בֵית הִלֵּל. אָמְרוּ לָהֶם בֵּית שַׁמַּאי, תִּקַּנְתֶּם אֶת רַבּוֹ, וְאֶת עַצְמוֹ לֹא תִקַּנְתֶּם. לִשָּׂא שִׁפְחָה אִי אֶפְשָׁר, שֶׁכְּבָר חֶצְיוֹ בֶן חוֹרִין. בַּת חוֹרִין אִי אֶפְשָׁר, שֶׁכְּבָר חֶצְיוֹ עָבֶד. יִבָּטֵל, וַהֲלֹא לֹא נִבְרָא הָעוֹלָם אֶלָּא לִפְרִיָּה וְלִרְבִיָּה, שֶׁנֶּאֱמַר (ישעיה מה) לֹא תֹהוּ בְרָאָהּ, לָשֶׁבֶת יְצָרָהּ. אֶלָּא מִפְּנֵי תִקּוּן הָעוֹלָם, כּוֹפִין אֶת רַבּוֹ וְעוֹשֶׂה אוֹתוֹ בֶן חוֹרִין, וְכוֹתֵב שְׁטָר עַל חֲצִי דָמָיו. וְחָזְרוּ בֵית הִלֵּל לְהוֹרוֹת כְּדִבְרֵי בֵית שַׁמָּאי:
5 Ein Halbsklave diene, wie die Schule Hillels sagt, einen Tag seinem Herrn und einen Tag sich selber. Die Schule Šammajs erwiderte: Ihr habt allerdings eine Vorsorge für seinen Herrn getroffen, nicht aber für ihn; eine Sklavin heiraten darf er nicht, da er zur Hälfte Freier ist, Eine Freie heiraten darf er ebenfalls nicht,da er zur Hälfte Sklave ist; die Heirat ganz unterlassen kann er ebenfalls nicht, da die Welt zur Fortpflanzung erschaffen worden ist, wie es heißt: nicht zur Einöde hat er sie erschaffen, sondern daß sie bewohnt werde. Als vorsorgende Institution zwinge man vielmehr seinen Herrn, ihn zum Freien zu machen, und dieser schreibe ihm einen Schuldschein über die Hälfte seines Wertes. Darauf trat die Schule Hillels zurück und lehrte wie die Schule Šammajs.
ו הַמּוֹכֵר עַבְדּוֹ לְגוֹי אוֹ לְחוּצָה לָאָרֶץ, יָצָא בֶן חוֹרִין. אֵין פּוֹדִין אֶת הַשְּׁבוּיִים יוֹתֵר עַל כְּדֵי דְמֵיהֶן, מִפְּנֵי תִקּוּן הָעוֹלָם. וְאֵין מַבְרִיחִין אֶת הַשְּׁבוּיִין, מִפְּנֵי תִקּוּן הָעוֹלָם. רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, מִפְּנֵי תַקָּנַת הַשְּׁבוּיִין. וְאֵין לוֹקְחִים סְפָרִים, תְּפִלִּין וּמְזוּזוֹת מִן הַגּוֹיִם יוֹתֵר עַל כְּדֵי דְמֵיהֶן, מִפְּנֵי תִקּוּן הָעוֹלָם:
6 Wenn jemand seinen Sklaven an Nichtjuden oder nach dem Auslande verkauft hat, so wird er frei. Man löse keine Gefangenen über ihren Wert aus, als vorsorgende Institution. Man verhelfe den Gefangenen nicht zur Flucht, als vorsorgende Institution; R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, aus Vorsorge für die Mitgefangenen. 'Man darf von Nichtjuden nicht Torarollen, Tephillin und Mezuzoth über ihren Wert kaufen, Als Vorsorgende Institution.
ז הַמּוֹצִיא אֶת אִשְׁתּוֹ מִשּׁוּם שֵׁם רָע, לֹא יַחֲזִיר. מִשּׁוּם נֶדֶר, לֹא יַחֲזִיר. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, כָּל נֶדֶר שֶׁיָּדְעוּ בוֹ רַבִּים, לֹא יַחֲזִיר. וְשֶׁלֹּא יָדְעוּ בוֹ רַבִּים, יַחֲזִיר. רַבִּי מֵאִיר אוֹמֵר, כָּל נֶדֶר שֶׁצָּרִיךְ חֲקִירַת חָכָם, לֹא יַחֲזִיר. וְשֶׁאֵינוֹ צָרִיךְ חֲקִירַת חָכָם, יַחֲזִיר. אָמַר רַבִּי אֱלִיעֶזֶר, לֹא אָסְרוּ זֶה אֶלָּא מִפְּנֵי זֶה. אָמַר רַבִּי יוֹסֵי בְּרַבִּי יְהוּדָה, מַעֲשֶׂה בְצַיְדָּן בְּאֶחָד שֶׁאָמַר לְאִשְׁתּוֹ, קוֹנָם אִם אֵינִי מְגָרְשֵׁךְ, וְגֵרְשָׁהּ. וְהִתִּירוּ לוֹ חֲכָמִים שֶׁיַּחֲזִירֶנָּה, מִפְּנֵי תִקּוּן הָעוֹלָם:
7 Wsich von seiner Frau wegen übler Nachrede scheiden ließ, nehme sie nicht wieder, wenn wegen Gelobens, so nehme er sie nicht wieder. R. Jehuda sagt, wenn das Gelübde vielen bekannt war, so nehme er sie nicht wieder, und wenn es nicht vielen bekannt war, so darf er sie wiedernehmen. R. Meír sagt, wenn das Gelübde von einem Gelehrten untersucht werden muss, so nehme er sie nicht wieder, und wenn es von einem Gelehrten nicht untersucht zu werden braucht, so darf er sie wiedernehmen. R. Elfa͑zar sagte: Man hat es in jenem Falle nur wegen dieses Falles verboten. R. Jose b. R. Jehuda sagte: Einst sagte jemand in Çajdan zu seiner Frau: Qonam, wenn ich mich von dir nicht scheiden lasse, und darauf ließ er sich von ihr scheiden. Da erlaubten ihm die Weisen, sie wieder zu nehmen, als vorsorgende Institution.
ח הַמּוֹצִיא אֶת אִשְׁתּוֹ מִשּׁוּם אַיְלוֹנִית, רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, לֹא יַחֲזִיר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, יַחֲזִיר. נִשֵּׂאת לְאַחֵר וְהָיוּ לָהּ בָּנִים הֵימֶנּוּ, וְהִיא תוֹבַעַת כְּתֻבָּתָהּ, אָמַר רַבִּי יְהוּדָה, אוֹמְרִים לָהּ, שְׁתִיקוּתִיךְ יָפָה לִיךְ מִדִּבּוּרִיךְ:
8 Wer sich von seiner Frau wegen Zwitterhaftigkeit scheiden ließ, nehme sie, wie R. Jehuda sagt, nicht wieder; die Weisen sagen, er dürfe sie wiedernehmen. Wenn sie einen anderen geheiratet und von diesem Kinder hat, und von jenem ihre Morgengabe fordert, so kann er, wie R. Jehuda sagt, zu ihr sagen: besser für dich, daß du schweigest, als daß du redest.
ט הַמּוֹכֵר אֶת עַצְמוֹ וְאֶת בָּנָיו לְגוֹי, אֵין פּוֹדִין אוֹתוֹ, אֲבָל פּוֹדִין אֶת הַבָּנִים לְאַחַר מִיתַת אֲבִיהֶן. הַמּוֹכֵר שָׂדֵהוּ לְגוֹי וְחָזַר וּלְקָחָהּ מִמֶּנּוּ יִשְׂרָאֵל, הַלּוֹקֵחַ מֵבִיא מִמֶּנּוּ בִכּוּרִים, מִפְּנֵי תִקּוּן הָעוֹלָם:
9 Wer sich und seine Kinder an Nichtjuden verkauft hat, den löse man nicht aus, wohl aber löse man die Kinder nach dem Tode ihres Vaters aus. Weh sein Feld an einen Nichtjuden verkauft hat, muss alljährlich die Erstlinge kaufen und sie darbringen, als vorsorgende Institution.