Chagigah 2

Kapitel 2

א אֵין דּוֹרְשִׁין בַּעֲרָיוֹת בִּשְׁלֹשָׁה. וְלֹא בְמַעֲשֵׂה בְרֵאשִׁית בִּשְׁנַיִם. וְלֹא בַמֶּרְכָּבָה בְּיָחִיד, אֶלָּא אִם כֵּן הָיָה חָכָם וּמֵבִין מִדַּעְתּוֹ. כָּל הַמִּסְתַּכֵּל בְּאַרְבָּעָה דְּבָרִים, רָאוּי לוֹ כְּאִלּוּ לֹא בָּא לָעוֹלָם, מַה לְּמַעְלָה, מַה לְּמַטָּה, מַה לְּפָנִים, וּמַה לְּאָחוֹר. וְכָל שֶׁלֹּא חָס עַל כְּבוֹד קוֹנוֹ, רָאוּי לוֹ שֶׁלֹּא בָּא לָעוֹלָם:
1 Man halte keinen Vortrag über Blutschande vor dreien, über das Schöpfungswerk nicht vor zweien, über den Wagen auch nicht vor einem, es sei denn, dass es ein Weiser ist, der aus eigenem Nachdenken einen Einblick gewonnen hat. Wer vier Dingen nachgrübelt, für den wäre es erwünschter, er wäre garnicht zur Welt gekommen: Was ist oben? Was ist unten? Was war vorher? Was wird nachher sein? Und wem die Ehre seines Herrn nicht am Herzen liegt, dem wäre wohler, wenn er gar nicht zur Welt gekommen wäre.
ב יוֹסֵי בֶּן יוֹעֶזֶר אוֹמֵר שֶׁלֹּא לִסְמוֹךְ, יוֹסֵי בֶּן יוֹחָנָן אוֹמֵר לִסְמוֹךְ. יְהוֹשֻׁעַ בֶּן פְּרַחְיָה אוֹמֵר שֶׁלֹּא לִסְמוֹךְ, נִתַּאי הָאַרְבֵּלִי אוֹמֵר לִסְמוֹךְ. יְהוּדָה בֶּן טַבַּאי אוֹמֵר שֶׁלֹּא לִסְמוֹךְ, שִׁמְעוֹן בֶּן שָׁטָח אוֹמֵר לִסְמוֹךְ. שְׁמַעְיָה אוֹמֵר לִסְמוֹךְ. אַבְטַלְיוֹן אוֹמֵר שֶׁלֹּא לִסְמוֹךְ. הִלֵּל וּמְנַחֵם לֹא נֶחְלְקוּ. יָצָא מְנַחֵם, נִכְנַס שַׁמַּאי. שַׁמַּאי אוֹמֵר שֶׁלֹּא לִסְמוֹךְ, הִלֵּל אוֹמֵר לִסְמוֹךְ. הָרִאשׁוֹנִים הָיוּ נְשִׂיאִים, וּשְׁנִיִּים לָהֶם אַב בֵּית דִּין:
2 Jose ben Jo‘ezer sagte: Nicht aufstützen! Jose ben Joḥanan sagte: Aufstützen! Josua ben P’raḥja sagte: Nicht aufstützen! Nittai aus Arbel sagte: Aufstützen! Juda ben Tabbai sagte: Nicht aufstützen! Simon ben Scheṭaḥ sagte: Aufstützen! Sche’ma‘ja sagte: Aufstützen! Abṭalion sagte: Nicht aufstützen! Hillel und M’naḥem stritten nicht; aber M’naḥem schied aus und Schammai trat ein. Schammai sagte: Nicht aufstützen! Hillel sagte: Aufstützen! Die Erstgenannten waren Oberhäupter, die ihnen Nachgesetzten Väter des Gerichtshofes.
ג בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, מְבִיאִין שְׁלָמִים וְאֵין סוֹמְכִין עֲלֵיהֶם, אֲבָל לֹא עוֹלוֹת. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, מְבִיאִין שְׁלָמִים וְעוֹלוֹת וְסוֹמְכִין עֲלֵיהֶם:
3 Die Schule Schammais lehrt: Man bringt Friedensopfer dar, ohne sich auf sie zu stützen, aber nicht Ganzopfer. Die Schule Hillels dagegen lehrt: Man bringt Friedens- und Ganzopfer dar und stützt sich auch auf sie.
ד עֲצֶרֶת שֶׁחָל לִהְיוֹת בְּעֶרֶב שַׁבָּת, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, יוֹם טְבוֹחַ אַחַר הַשַּׁבָּת. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, אֵין יוֹם טְבוֹחַ אַחַר הַשַּׁבָּת. וּמוֹדִים שֶׁאִם חָל לִהְיוֹת בְּשַׁבָּת, שֶׁיּוֹם טְבוֹחַ אַחַר הַשַּׁבָּת. וְאֵין כֹּהֵן גָּדוֹל מִתְלַבֵּשׁ בְּכֵלָיו, וּמֻתָּרִין בְּהֶסְפֵּד וּבְתַעֲנִית, שֶׁלֹּא לְקַיֵּם דִּבְרֵי הָאוֹמְרִין עֲצֶרֶת אַחַר הַשַּׁבָּת:
4 Fällt das Wochenfest auf den Rüsttag zum Schabbat, so ist nach Ansicht der Schule Schammais der Tag des Schlachtens nach Schabbat; die Schule Hillels aber sagt: Es hat keinen Schlachttag. Sie gibt indessen zu, dass der Schlachttag, wenn es auf Schabbat fällt, nach Schabbat ist. Der Hohepriester legt da seine Gewänder nicht an, auch ist Totenklage gestattet, um die Worte derer nicht gelten zu lassen, die da sagen, das Wochenfest folge auf den Schabbat.
ה נוֹטְלִין לַיָּדַיִם לְחֻלִּין וּלְמַעֲשֵׂר וְלִתְרוּמָה. וּלְקֹדֶשׁ, מַטְבִּילִין. וּלְחַטָּאת, אִם נִטְמְאוּ יָדָיו, נִטְמָא גוּפוֹ:
5 Man wäscht die Hände zu Ungeheiligtem, zu Zehnt und zu Hebe; zu Heiligem taucht man sie unter. In Bezug auf Sühnemittel ist man, wenn die Hände unrein geworden, am ganzen Körper unrein.
ו הַטּוֹבֵל לְחֻלִּין וְהֻחְזַק לְחֻלִּין, אָסוּר לְמַעֲשֵׂר. טָבַל לְמַעֲשֵׂר וְהֻחְזַק לְמַעֲשֵׂר, אָסוּר לִתְרוּמָה. טָבַל לִתְרוּמָה, וְהֻחְזַק לִתְרוּמָה, אָסוּר לְקֹדֶשׁ. טָבַל לְקֹדֶשׁ וְהֻחְזַק לְקֹדֶשׁ, אָסוּר לְחַטָּאת. טָבַל לְחָמוּר, מֻתָּר לְקַל. טָבַל וְלֹא הֻחְזַק, כְּאִלּוּ לֹא טָבָל:
6 Wer für Ungeheiligtes untergetaucht ist und hierbei seine Absicht auf Ungeheiligtes beschränkt hat, ist in Bezug auf Zehnt gebunden. Ist er für Zehnt untergetaucht, und sein Ziel war auch nur der Zehnt, so ist er in Bezug auf Hebe gebunden. Ist er für Hebe untergetaucht und auch der Zweck war lediglich die Hebe, so ist er in Bezug auf Heiliges gebunden. War er für Heiliges untergetaucht und seine Absicht bloß auf Heiliges gerichtet, so ist er in Bezug auf Sühnemittel gebunden. War er für das Strengere untergetaucht, so ist ihm das Geringere gestattet. Ist er untergetaucht, ohne den Zweck zu bestimmen, so ist es, als wäre er nicht untergetaucht.
ז בִּגְדֵי עַם הָאָרֶץ מִדְרָס לַפְּרוּשִׁין. בִּגְדֵי פְרוּשִׁין מִדְרָס לְאוֹכְלֵי תְרוּמָה. בִּגְדֵי אוֹכְלֵי תְרוּמָה מִדְרָס לַקֹּדֶשׁ. בִּגְדֵי קֹדֶשׁ מִדְרָס לְחַטָּאת. יוֹסֵף בֶּן יוֹעֶזֶר הָיָה חָסִיד שֶׁבַּכְּהֻנָּה, וְהָיְתָה מִטְפַּחְתּוֹ מִדְרָס לַקֹּדֶשׁ. יוֹחָנָן בֶּן גֻּדְגְּדָא הָיָה אוֹכֵל עַל טָהֳרַת הַקֹּדֶשׁ כָּל יָמָיו, וְהָיְתָה מִטְפַּחְתּוֹ מִדְרָס לַחַטָּאת:
7 Die Kleider des Landvolks sind Midrâs für die Abgesonderten; die Kleider der Abgesonderten sind Midrâs für die, die Hebe essen; die Kleider derer, die Hebe essen, sind Midrâs für Heiliges; die Kleider derer, die Heiliges essen, sind Midrâs für Sühnemittel. Josef ben Jo‘ezer war einer der Frömmsten in der Priesterschaft, und es war sein Tuch Midrâs für Heiliges. Joḥanan ben Godgada ass zeitlebens in Heiligtumsreinheit, und es war sein Tuch Midrâs für Sühnemittel.