Taanit 4

Kapitel 4

א בִּשְׁלשָׁה פְרָקִים בַּשָּׁנָה כֹּהֲנִים נוֹשְׂאִין אֶת כַּפֵּיהֶן אַרְבַּע פְּעָמִים בַּיּוֹם, בַּשַּׁחֲרִית, בַּמּוּסָף וּבַמִּנְחָה וּבִנְעִילַת שְׁעָרִים, בַּתַּעֲנִיּוֹת וּבַמַּעֲמָדוֹת וּבְיוֹם הַכִּפּוּרִים:
1 Zu drei Zeiten im Jahre erheben die Priester viermal des Tages, nämlich beim Frühgebet, zu Musaf, zu Minḥa und bei Toresschluss, ihre Hände: an den Fasttagen, in den Beiständen und am Versöhnungstage.
ב אֵלּוּ הֵן מַעֲמָדוֹת, לְפִי שֶׁנֶּאֱמַר (במדבר כח), צַו אֶת בְּנֵי יִשְׂרָאֵל וְאָמַרְתָּ אֲלֵהֶם אֶת קָרְבָּנִי לַחְמִי, וְכִי הֵיאַךְ קָרְבָּנוֹ שֶׁל אָדָם קָרֵב, וְהוּא אֵינוֹ עוֹמֵד עַל גַּבָּיו, הִתְקִינוּ נְבִיאִים הָרִאשׁוֹנִים עֶשְׂרִים וְאַרְבַּע מִשְׁמָרוֹת. עַל כָּל מִשְׁמָר וּמִשְׁמָר הָיָה מַעֲמָד בִּירוּשָׁלַיִם שֶׁל כֹּהֲנִים, שֶׁל לְוִיִּם, וְשֶׁל יִשְׂרְאֵלִים. הִגִּיעַ זְמַן הַמִּשְׁמָר לַעֲלוֹת, כֹּהֲנִים וּלְוִיִּם עוֹלִים לִירוּשָׁלַיִם, וְיִשְׂרָאֵל שֶׁבְּאוֹתוֹ מִשְׁמָר מִתְכַּנְּסִין לְעָרֵיהֶן וְקוֹרְאִין בְּמַעֲשֵׂה בְרֵאשִׁית:
2 Was bedeuten die Beistände? Da es heißt: Befiehl den Kindern Israels und sprich zu ihnen: „Mein Opfer, mein Brot für mein Feuer, den Duft meiner Befriedigung sollt ihr in acht nehmen zu seiner Zeit mir darzubringen“ — wie soll denn aber das Opfer eines Menschen dargebracht werden, wenn er nicht dabei steht? — so richteten die ersten Propheten vierundzwanzig Abteilungen ein, zu denen für jede einzelne Abteilung ein Beistand in Jerusalem gehörte, aus Priestern, Leviten und Israeliten gebildet. Kam für eine Abteilung die Zeit hinaufzuziehen, begaben sich ihre Priester und Leviten nach Jerusalem hinauf, während die Israeliten dieser Abteilung in ihren Städten zusammenkamen, um den Schöpfungsbericht zu lesen. (Und die Männer des Beistandes fasteten vier Tage in der Woche, vom zweiten bis zum fünften Tage. Sie fasteten nicht am Rüsttage zum Schabbat, wegen der Ehre des Schabbat, auch nicht am ersten Wochentage, damit sie nicht, von Ruhe und Behagen zu Mühsal und Fasten übergehend, in Todesgefahr geraten.)
ג וְאַנְשֵׁי הַמַּעֲמָד הָיוּ מִתְעַנִּין אַרְבָּעָה יָמִים בַּשָּׁבוּעַ, מִיּוֹם שֵׁנִי וְעַד יוֹם חֲמִישִׁי. וְלֹא הָיוּ מִתְעַנִּין עֶרֶב שַׁבָּת, מִפְּנֵי כְבוֹד הַשַּׁבָּת. וְלֹא בְאֶחָד בַּשַּׁבָּת, כְּדֵי שֶׁלֹּא יֵצְאוּ מִמְּנוּחָה וָעֹנֶג לִיגִיעָה וְתַעֲנִית וְיָמוּתוּ. בַּיּוֹם הָרִאשׁוֹן, בְּרֵאשִׁית, וִיְהִי רָקִיעַ. בַּשֵּׁנִי, יְהִי רָקִיעַ, וְיִקָּווּ הַמַּיִם. בַּשְּׁלִישִׁי, יִקָּווּ הַמַּיִם, וִיְהִי מְאֹרֹת. בָּרְבִיעִי, יְהִי מְאֹרֹת, וְיִשְׁרְצוּ הַמַּיִם. בַּחֲמִישִׁי, יִשְׁרְצוּ הַמַּיִם, וְתּוֹצֵא הָאָרֶץ. בַּשִּׁשִּׁי, תּוֹצֵא הָאָרֶץ, וַיְכֻלּוּ הַשָּׁמַיִם. פָּרָשָׁה גְדוֹלָה, קוֹרִין אוֹתָהּ בִּשְׁנַיִם, וְהַקְּטַנָּה בְּיָחִיד, בַּשַּׁחֲרִית וּבַמּוּסָף. וּבַמִּנְחָה נִכְנָסִין וְקוֹרִין עַל פִּיהֶן, כְּקוֹרִין אֶת שְׁמַע. עֶרֶב שַׁבָּת בַּמִּנְחָה לֹא הָיוּ נִכְנָסִין, מִפְּנֵי כְבוֹד הַשַּׁבָּת:
3 Am ersten Tage: „Im Anfange“ und „Es werde eine Veste“, am zweiten: „Es werde eine Veste“ und „Es sammle sich das Wasser“, am dritten: „Es sammle sich das Wasser“ und „Es werden Lichter“, am vierten: „Es werden Lichter“ und „Es wimmle das Wasser“, am fünften: „Es wimmle das Wasser“ und „Die Erde bringe hervor“, am sechsten: „Die Erde bringe hervor“ und „Es wurden vollendet die Himmel“ Einen grössern Abschnitt liest man mit Zweien; einen kleinern mit einem Einzigen. So beim Morgen- und beim Musafgebete. Zum Nachmittagsgebete aber versammelten sie sich und lasen auswendig, wie man das Sch’ma liest. Am Rüsttage zum Schabbat versammelten sie sich nachmittags nicht, wegen der Ehre des Schabbats.
ד כָּל יוֹם שֶׁיֶּשׁ בּוֹ הַלֵּל, אֵין בּוֹ מַעֲמָד בַּשַּׁחֲרִית. קָרְבַּן מוּסָף, אֵין בּוֹ בַנְּעִילָה. קָרְבַּן עֵצִים, אֵין בּוֹ בַמִּנְחָה, דִּבְרֵי רַבִּי עֲקִיבָא. אָמַר לוֹ בֶן עַזַּאי, כָּךְ הָיָה רַבִּי יְהוֹשֻׁעַ שׁוֹנֶה, קָרְבַּן מוּסָף, אֵין בּוֹ בַמִּנְחָה. קָרְבַּן עֵצִים, אֵין בּוֹ בַנְּעִילָה. חָזַר רַבִּי עֲקִיבָא לִהְיוֹת שׁוֹנֶה כְבֶן עַזַּאי:
4 An jedem Tage, an welchem das Hallel angesetzt ist, versammelt sich der Beistand nicht des Morgens; an welchem ein Musaf dargebracht wird, nicht zum Schlussgebete; an welchem Holz geopfert wird, nicht nachmittags. Dies die Worte des Rabbi ‘Aḳiba. Ben ‘Azzai aber sagte ihm, Rabbi Josua hätte so gelehrt: Wird ein Musaf dargebracht, versammelt er sich nicht nachmittags; wird Holz geopfert, nicht zum Schlussgebete. Worauf Rabbi ‘Akiba zurücktrat, um fortan wie Ben Azzai zu lehren.
ה זְמַן עֲצֵי כֹהֲנִים וְהָעָם, תִּשְׁעָה. בְּאֶחָד בְּנִיסָן, בְּנֵי אָרַח בֶּן יְהוּדָה. בְּעֶשְׂרִים בְּתַמּוּז, בְּנֵי דָוִד בֶּן יְהוּדָה. בַּחֲמִשָּׁה בְאָב, בְּנֵי פַרְעֹשׁ בֶּן יְהוּדָה. בְּשִׁבְעָה בוֹ, בְּנֵי יוֹנָדָב בֶּן רֵכָב. בַּעֲשָׂרָה בוֹ, בְּנֵי סְנָאָה בֶן בִּנְיָמִין. בַּחֲמִשָּׁה עָשָׂר בּוֹ, בְּנֵי זַתּוּא בֶן יְהוּדָה, וְעִמָּהֶם כֹּהֲנִים וּלְוִיִּם וְכָל מִי שֶׁטָּעָה בְשִׁבְטוֹ, וּבְנֵי גוֹנְבֵי עֱלִי בְּנֵי קוֹצְעֵי קְצִיעוֹת. בְּעֶשְׂרִים בּוֹ, בְּנֵי פַחַת מוֹאָב בֶּן יְהוּדָה. בְּעֶשְׂרִים בֶּאֱלוּל, בְּנֵי עָדִין בֶּן יְהוּדָה. בְּאֶחָד בְּטֵבֵת שָׁבוּ בְנֵי פַרְעֹשׁ שְׁנִיָּה. בְּאֶחָד בְּטֵבֵת לֹא הָיָה בוֹ מַעֲמָד, שֶׁהָיָה בוֹ הַלֵּל וְקָרְבַּן מוּסָף וְקָרְבַּן עֵצִים:
5 Ein Holzfest der Priester und des Volkes gab es neunmal: Am ersten Nisan das der Familie Araḥ vom Stamme Juda; am zwanzigsten Tammuz das der Familie Dawid vom Stamme Juda; am fünften Ab das der Familie Par‘osch vom Stamme Juda; am siebenten das der Familie Jonadab ben Rechab; am zehnten das der Familie S’na’a vom Stamme Binjamin; am fünfzehnten das der Familie Zattu vom Stamme Juda und gleichzeitig der Priester und Lewiten und aller, die über ihren Stamm in Ungewissheit waren, wie auch der Familien der Stösseltäuscher und der Feigenstampfer; am zwanzigsten das der Famlie Paḥat Moab vom Stamme Juda; am zwanzigsten Elul das der Familie Adîn vom Stamme Juda; am ersten Ṭebet kam die Familie Par‘osch zum zweiten Male an die Reihe. Am ersten Tebet trat der Beistand nicht zusammen, weil da Hallel, Musafopfer und Holzopfer vereinigt waren.
ו חֲמִשָּׁה דְבָרִים אֵרְעוּ אֶת אֲבוֹתֵינוּ בְּשִׁבְעָה עָשָׂר בְּתַמּוּז וַחֲמִשָּׁה בְּתִשְׁעָה בְאָב. בְּשִׁבְעָה עָשָׂר בְּתַמּוּז נִשְׁתַּבְּרוּ הַלּוּחוֹת, וּבָטַל הַתָּמִיד, וְהֻבְקְעָה הָעִיר, וְשָׂרַף אַפּוֹסְטֹמוֹס אֶת הַתּוֹרָה, וְהֶעֱמִיד צֶלֶם בַּהֵיכָל. בְּתִשְׁעָה בְאָב נִגְזַר עַל אֲבוֹתֵינוּ שֶׁלֹּא יִכָּנְסוּ לָאָרֶץ, וְחָרַב הַבַּיִת בָּרִאשׁוֹנָה וּבַשְּׁנִיָּה, וְנִלְכְּדָה בֵיתָר, וְנֶחְרְשָׁה הָעִיר. מִשֶּׁנִּכְנַס אָב, מְמַעֲטִין בְּשִׂמְחָה:
6 Fünf Dinge trafen unsere Väter am siebzehnten Tammuz und fünf am neunten Ab. Am siebzehnten Tammuz wurden die Tafeln zerbrochen, hörte das tägliche Opfer auf, wurde die Stadt erstürmt, verbrannte Apostomos die Tora, wurde ein Götzenbild im Hêchâl aufgestellt. Am neunten Ab wurde über unsere Väter verhängt, dass sie nicht ins Land einziehen, wurde der Tempel das erste Mal und das zweite Mal zerstört, Bêt Tor erobert und die Stadt gepflügt. Mit dem Eintritt des Ab soll man die Fröhlichkeit herabstimmen.
ז שַׁבָּת שֶׁחָל תִּשְׁעָה בְאָב לִהְיוֹת בְּתוֹכָהּ, אָסוּר מִלְּסַפֵּר וּמִלְּכַבֵּס, וּבַחֲמִישִׁי מֻתָּרִין מִפְּנֵי כְבוֹד הַשַּׁבָּת. עֶרֶב תִּשְׁעָה בְאָב לֹא יֹאכַל אָדָם שְׁנֵי תַבְשִׁילִין, לֹא יֹאכַל בָּשָׂר וְלֹא יִשְׁתֶּה יָיִן. רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, יְשַׁנֶּה. רַבִּי יְהוּדָה מְחַיֵּב בִּכְפִיַּת הַמִּטָּה, וְלֹא הוֹדוּ לוֹ חֲכָמִים:
7 In der Woche, in welche der neunte Ab fällt, ist Haarschneiden und Kleiderwaschen verboten. Am fünften Tage aber ist es dem Schabbat zu Ehren gestattet. Am Vorabend des neunten Ab esse man nicht zwei Gerichte, geniesse man kein Fleisch und trinke keinen Wein. Rabban Simon ben Gamliel sagt: Man mache eine Abänderung. Rabbi Juda verpflichtet zum Umwenden des Ruhebettes; aber die Weisen stimmten ihm nicht zu.
ח אָמַר רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל, לֹא הָיוּ יָמִים טוֹבִים לְיִשְׂרָאֵל כַּחֲמִשָּׁה עָשָׂר בְּאָב וּכְיוֹם הַכִּפּוּרִים, שֶׁבָּהֶן בְּנוֹת יְרוּשָׁלַיִם יוֹצְאוֹת בִּכְלֵי לָבָן שְׁאוּלִין, שֶׁלֹּא לְבַיֵּשׁ אֶת מִי שֶׁאֵין לוֹ. כָּל הַכֵּלִים טְעוּנִין טְבִילָה. וּבְנוֹת יְרוּשָׁלַיִם יוֹצְאוֹת וְחוֹלוֹת בַּכְּרָמִים. וּמֶה הָיוּ אוֹמְרוֹת, בָּחוּר, שָׂא נָא עֵינֶיךָ וּרְאֵה, מָה אַתָּה בוֹרֵר לָךְ. אַל תִּתֵּן עֵינֶיךָ בַנּוֹי, תֵּן עֵינֶיךָ בַמִּשְׁפָּחָה. שֶׁקֶר הַחֵן וְהֶבֶל הַיֹּפִי, אִשָּׁה יִרְאַת ה' הִיא תִתְהַלָּל (משלי לא). וְאוֹמֵר, תְּנוּ לָהּ מִפְּרִי יָדֶיהָ, וִיהַלְלוּהָ בַשְּׁעָרִים מַעֲשֶׂיהָ. וְכֵן הוּא אוֹמֵר, צְאֶינָה וּרְאֶינָה בְּנוֹת צִיּוֹן בַּמֶּלֶךְ שְׁלֹמֹה בָּעֲטָרָה שֶׁעִטְּרָה לּוֹ אִמּוֹ בְּיוֹם חֲתֻנָּתוֹ וּבְיוֹם שִׂמְחַת לִבּוֹ (שיר השירים ג). בְּיוֹם חֲתֻנָּתוֹ, זֶה מַתַּן תּוֹרָה. וּבְיוֹם שִׂמְחַת לִבּוֹ, זֶה בִּנְיַן בֵּית הַמִּקְדָּשׁ, שֶׁיִּבָּנֶה בִמְהֵרָה בְיָמֵינוּ. אָמֵן:
8 Rabban Simon ben Gamliel berichtete: Es hat in Israel keine fröhlicheren Tage gegeben als den fünfzehnten Ab und den Versöhnungstag. An ihnen zogen die Töchter Jerusalems in weissen Kleidern hinaus, und zwar in geborgten, um diejenigen, die keine besassen, nicht zu beschämen, weshalb auch alle Kleider ein Reinigungsbad erforderten. Die Töchter Jerusalems zogen also hinaus und führten in den Weingärten Reigentänze auf. Und was sangen sie dabei? „Jüngling, erhebe die Augen und betrachte, was du dir wählst. Richte deinen Blick nicht auf Schönheit, richte deinen Blick auf Familie. Trügerisch ist Anmut und eitel ist Schönheit; eine gottesfürchtige Frau, nur sie ist Lobes wert. Und es heisst auch: Gebet ihr von der Frucht ihrer Hände, es rühmen sie in den Toren ihrer Werke“. — In gleichem Sinne sagt die Schrift: Gehet hin, ihr Töchter Zions, und betrachtet den König Salomo in dem Kranze, den seine Mutter ihm gewunden am Tage seiner Hochzeit und am Tage seiner Herzensfreude. „Am Tage seiner Hochzeit“ — das ist das Geschenk der Tora; „Am Tage seiner Herzensfreude“ — das ist die Errichtung des heiligen Hauses. Möge es bald, in unseren Tagen noch, wieder erbaut werden! Amen.