Taanit 1

Kapitel 1

א מֵאֵימָתַי מַזְכִּירִין גְּבוּרוֹת גְּשָׁמִים. רַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמֵר, מִיּוֹם טוֹב הָרִאשׁוֹן שֶׁל חָג. רַבִּי יְהוֹשֻׁעַ אוֹמֵר, מִיּוֹם טוֹב הָאַחֲרוֹן שֶׁל חָג. אָמַר לוֹ רַבִּי יְהוֹשֻׁעַ. הוֹאִיל וְאֵין הַגְּשָׁמִים אֶלָּא סִימַן קְלָלָה בֶּחָג, לָמָּה מַזְכִּיר. אָמַר לוֹ רַבִּי אֱלִיעֶזֶר, אַף אֲנִי לֹא אָמַרְתִּי לִשְׁאוֹל, אֶלָּא לְהַזְכִּיר מַשִּׁיב הָרוּחַ וּמוֹרִיד הַגֶּשֶׁם בְּעוֹנָתוֹ. אָמַר לוֹ, אִם כֵּן, לְעוֹלָם יְהֵא מַזְכִּיר:
1 Von wann an erwähnt man die Wunderkräfte des Regens? Rabbi Eli‘ezer sagt: Vom ersten Feiertage des Hüttenfestes an; Rabbi Josua sagt: Vom letzten Feiertage des Festes an. Da sagte Rabbi Josua zu ihm: Da der Regen am Hüttenfeste nur ein Zeichen des Fluches ist, warum soll man seiner erwähnen? Worauf ihm Rabbi Eli‘ezer erwiderte: Ich sprach ja auch nicht von einer Bitte, sondern nur von einer Erwähnung: Der den Wind wehen lässt und den Regen herniedersendet zu seiner Zeit. Jener aber meinte: Wenn dem so ist, wäre die Erwähnung stets am Platze.
ב אֵין שׁוֹאֲלִין אֶת הַגְּשָׁמִים אֶלָּא סָמוּךְ לַגְּשָׁמִים. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, הָעוֹבֵר לִפְנֵי הַתֵּבָה בְּיוֹם טוֹב הָאַחֲרוֹן שֶׁל חַג, הָאַחֲרוֹן מַזְכִּיר, הָרִאשׁוֹן אֵינוֹ מַזְכִּיר. בְּיוֹם טוֹב הָרִאשׁוֹן שֶׁל פֶּסַח, הָרִאשׁוֹן מַזְכִּיר, הָאַחֲרוֹן אֵינוֹ מַזְכִּיר. עַד אֵימָתַי שׁוֹאֲלִין אֶת הַגְּשָׁמִים, רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, עַד שֶׁיַּעֲבֹר הַפָּסַח. רַבִּי מֵאִיר אוֹמֵר, עַד שֶׁיֵּצֵא נִיסָן, שֶׁנֶּאֱמַר (יואל ב) וַיּוֹרֶד לָכֶם גֶּשֶׁם, מוֹרֶה וּמַלְקוֹשׁ בָּרִאשׁוֹן:
2 Man bittet um Regen erst kurz vor der Regenzeit. Rabbi Juda sagt: Tritt man vor die Lade am letzten Feiertage des Festes, so erwähnt der letzte, der erste aber erwähnt nicht; am ersten Feiertage des Pesaḥfestes erwähnt der erste, der letzte dagegen erwähnt nicht. Bis wann bittet man um Regen? Rabbi Juda sagt: Bis Pesaḥ vorüber ist; Rabbi Mêïr sagt: Bis Nisan zu Ende geht, denn es heisst: Er liess euch Regen herniederströmen, Früh- und Spätregen im Ersten.
ג בִּשְׁלשָׁה בְמַרְחֶשְׁוָן שׁוֹאֲלִין אֶת הַגְּשָׁמִים. רַבָּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, בְּשִׁבְעָה בוֹ, חֲמִשָּׁה עָשָׂר יוֹם אַחַר הֶחָג, כְּדֵי שֶׁיַּגִּיעַ אַחֲרוֹן שֶׁבְּיִשְׂרָאֵל לִנְהַר פְּרָת:
3 Am dritten Marḥeschwan bittet man um Regen; Rabban Gamliel sagt: Am siebenten, fünfzehn Tage nach dem Hüttenfeste, damit inzwischen der Letzte in Israel bis zum Euphratstrome gelange.
ד הִגִּיעַ שִׁבְעָה עָשָׂר בְּמַרְחֶשְׁוָן וְלֹא יָרְדוּ גְשָׁמִים, הִתְחִילוּ הַיְחִידִים מִתְעַנִּין שָׁלשׁ תַּעֲנִיּוֹת. אוֹכְלִין וְשׁוֹתִין מִשֶּׁחֲשֵׁכָה, וּמֻתָּרִין בִּמְלָאכָה וּבִרְחִיצָה וּבְסִיכָה וּבִנְעִילַת הַסַּנְדָּל וּבְתַשְׁמִישׁ הַמִּטָּה:
4 Trat der siebzehnte Marḥeschwan ein, und es war noch kein Regen gefallen, fingen Einzelne zu fasten an und zwar drei Fasttage. Sie assen und tranken, nachdem es dunkel geworden war, und es war ihnen sowohl Arbeitsverrichtung wie auch Baden, Salben, Sandalenbeschuhung und Benutzung des Bettes gestattet.
ה הִגִּיעַ רֹאשׁ חֹדֶשׁ כִּסְלֵו וְלֹא יָרְדוּ גְשָׁמִים, בֵּית דִּין גּוֹזְרִין שָׁלשׁ תַּעֲנִיוֹת עַל הַצִּבּוּר. אוֹכְלִין וְשׁוֹתִין מִשֶּׁחֲשֵׁכָה, וּמֻתָּרִין בִּמְלָאכָה וּבִרְחִיצָה וּבְסִיכָה וּבִנְעִילַת הַסַּנְדָּל וּבְתַשְׁמִישׁ הַמִּטָּה:
5 Ist der Anfang des Monats Kislew eingetreten und immer noch kein Regen gefallen, so verhängt der Gerichtshof drei Fasttage über die Gemeinde. Man isst und trinkt, nachdem es dunkel geworden, und Arbeitsverrichtung wie auch Baden, Salben, Sandalenbeschuhung und Benutzung des Bettes sind erlaubt.
ו עָבְרוּ אֵלּוּ וְלֹא נַעֲנוּ, בֵּית דִּין גּוֹזְרִין שָׁלשׁ תַּעֲנִיּוֹת אֲחֵרוֹת עַל הַצִּבּוּר. אוֹכְלִין וְשׁוֹתִין מִבְּעוֹד יוֹם, וַאֲסוּרִין בִּמְלָאכָה וּבִרְחִיצָה וּבְסִיכָה וּבִנְעִילַת הַסַּנְדָּל וּבְתַשְׁמִישׁ הַמִּטָּה, וְנוֹעֲלִין אֶת הַמֶּרְחֲצָאוֹת. עָבְרוּ אֵלּוּ וְלֹא נַעֲנוּ, בֵּית דִּין גּוֹזְרִין עֲלֵיהֶם עוֹד שֶׁבַע, שֶׁהֵן שְׁלשׁ עֶשְׂרֵה תַּעֲנִיּוֹת עַל הַצִּבּוּר. הֲרֵי אֵלּוּ יְתֵרוֹת עַל הָרִאשׁוֹנוֹת, שֶׁבָּאֵלּוּ מַתְרִיעִין וְנוֹעֲלִין אֶת הַחֲנוּיוֹת, בַּשֵּׁנִי מַטִּין עִם חֲשֵׁכָה, וּבַחֲמִישִׁי מֻתָּרִין מִפְּנֵי כְבוֹד הַשַּׁבָּת:
6 Sind diese vorübergegangen, ohne dass man Erhörung gefunden, verhängt der Gerichtshof fernere drei Fasttage über die Gemeinde. Man isst und trinkt nur, solange es noch Tag ist, Arbeitsverrichtung wie auch Baden, Salben, Sandalenbeschuhung und Benutzung des Bettes sind untersagt, und die Badehäuser werden geschlossen. Sind auch diese ohne Erhörung vorübergegangen, verhängt das Gericht noch sieben — das wären nun schon dreizehn — Fasttage über die Gemeinde. Bei diesen tritt gegenüber den früheren die Verschärfung ein, dass man an ihnen den Schofar bläst und die Kaufläden schliesst. Am zweiten Wochentage lenkt man mit der Abenddämmerung ein, am fünften ist man wegen der Ehre des Schabbats unbeschränkt.
ז עָבְרוּ אֵלּוּ וְלֹא נַעֲנוּ, מְמַעֲטִין בְּמַשָּׂא וּמַתָּן, בְּבִנְיָן וּבִנְטִיעָה, בְּאֵרוּסִין וּבְנִשּׂוּאִין וּבִשְׁאֵלַת שָׁלוֹם בֵּין אָדָם לַחֲבֵרוֹ, כִּבְנֵי אָדָם הַנְּזוּפִין לַמָּקוֹם. הַיְחִידִים חוֹזְרִים וּמִתְעַנִּים עַד שֶׁיֵּצֵא נִיסָן. יָצָא נִיסָן וְלֹא יָרְדוּ גְשָׁמִים, סִימַן קְלָלָה, שֶׁנֶּאֱמַר (שמואל א יב) הֲלוֹא קְצִיר חִטִּים הַיּוֹם, וְגוֹ':
7 Sind auch diese vorübergegangen, ohne dass man erhört wurde, werden Handel und Verkehr, Bauten und Pflanzungen, Trauungen und Hochzeiten sowie gegenseitige Begrüssungen eingeschränkt, wie es Leuten zukommt, die von Gott eine Rüge erhalten haben. Die Einzelnen fasten wieder bis zum Ausgange des Nîsân. Ist der Nisan zu Ende gegangen und es fällt Regen, so ist das ein Zeichen des Fluches, denn es heisst: „Es ist ja heute Weizenernte, ich werde zu Gott rufen und er wird Donner und Regen geben, damit ihr erkennet und sehet, dass die Sünde schwer ist, die ihr vor Gott begangen, da ihr euch einen König wünschtet“.