Shevuot 6

Kapitel 6

א שְׁבוּעַת הַדַּיָּנִין, הַטַּעֲנָה שְׁתֵּי כֶסֶף, וְהַהוֹדָאָה בְּשָׁוֶה פְרוּטָה. וְאִם אֵין הַהוֹדָאָה מִמִּין הַטַּעֲנָה, פָּטוּר. כֵּיצַד, שְׁתֵּי כֶסֶף לִי בְיָדֶךָ, אֵין לְךָ בְיָדִי אֶלָּא פְרוּטָה, פָּטוּר. שְׁתֵּי כֶסֶף וּפְרוּטָה לִי בְיָדֶךָ, אֵין לְךָ בְיָדִי אֶלָּא פְרוּטָה, חַיָּב. מָנֶה לִי בְיָדֶךָ, אֵין לְךָ בְיָדִי, פָּטוּר. מָנֶה לִי בְיָדֶךָ, אֵין לְךָ בְיָדִי אֶלָּא חֲמִשִּׁים דִּינָר, חַיָּב. מָנֶה לְאַבָּא בְיָדֶךָ, אֵין לְךָ בְיָדִי אֶלָּא חֲמִשִּׁים דִּינָר, פָּטוּר, מִפְּנֵי שֶׁהוּא כְמֵשִׁיב אֲבֵדָה:
1 Beim gerichtlichen Eide muss mindestens das Klage-Objekt zwei Silberstücke und das Zugestandene eine Peruta wert sein; und wenn das Zugestandene nicht mit dem Klage-Objekte von ein und derselben Art ist, so ist er frei. Auf welche Weise? (Sagt Jemand:) „ich habe zwei Silberstücke bei dir!“, (und der Andere erwidert:) „du hast bei mir nur eine Peruta!“, so ist er frei. (Sagt aber Jemand:) „zwei Silberstücke und eine Peruta habe ich bei dir!“ (und der Andere erwidert:) „du hast nur eine Peruta bei mir!“, so ist er schuldig. (Sagt Jemand:) „ich habe bei dir eine Mine “, (und der Andere entgegnet:) „du hast Nichts bei mir!“, so ist er frei. (Sagt Jemand:) „ich habe bei dir eine Mine!“, (und der Andere entgegnet:) „du hast nur fünfzig Denar bei mir!“, so ist er schuldig. (Sagt Jemand:) „du hast von meinem Vater eine Mine in Händen!“, (und der Andere erwidert:) „du hast nur fünfzig Denar bei mir!“, so ist er frei, weil dies so ist, als wenn er Verlorenes zurückgäbe.
ב מָנֶה לִי בְיָדֶךָ, אָמַר לוֹ בִּפְנֵי עֵדִים הֵן. לְמָחָר אָמַר לוֹ תְּנֵהוּ לִי. נְתַתִּיו לָךְ, פָּטוּר. אֵין לְךָ בְיָדִי, חַיָּב. מָנֶה לִי בְיָדֶךָ, אָמַר לוֹ הֵן, אַל תִּתְּנֵהוּ לִי אֶלָּא בְעֵדִים. לְמָחָר אָמַר לוֹ תְּנֵהוּ לִי, נְתַתִּיו לָךְ, חַיָּב, מִפְּנֵי שֶׁצָּרִיךְ לִתְּנוֹ לוֹ בְעֵדִים:
2 (Sagt Jemand:) „ich habe bei dir eine Mine!“ und der Andere erwidert ihm (vor Zeugen): „jawohl!“; am folgenden Tage sagt Jener zu ihm: „gib sie mir!“, (und dieser erwidert:) „ich habe sie dir bereits gegeben!“, so ist er frei. (Erwidert er aber:) „du hattest Nichts bei mir!“, so ist er schuldig. (Sagt Jemand:) „ich habe bei dir eine Mine!“, und der Andere erwidert ihm: „jawohl!“, (darauf sagt Jener: „gib sie mir nur vor Zeugen!“; am folgenden Tage sagte er zu ihm: „gib sie mir!“, (und dieser erwidert:) „ich habe sie dir bereits gegeben!“, so ist er schuldig, weil er sie (ihm) vor Zeugen geben musste.
ג לִיטְרָא זָהָב יֶשׁ לִי בְיָדֶךָ, אֵין לְךָ בְיָדִי אֶלָּא לִיטְרָא כֶסֶף, פָּטוּר. דִּינַר זָהָב יֶשׁ לִי בְיָדֶךָ, אֵין לְךָ בְיָדִי אֶלָּא דִּינַר כֶּסֶף, וּטְרִיסִית וּפֻנְדְּיוֹן וּפְרוּטָה, חַיָּב, שֶׁהַכֹּל מִין מַטְבֵּעַ אַחַת. כּוֹר תְּבוּאָה יֶשׁ לִי בְיָדֶךָ, אֵין לְךָ בְיָדִי אֶלָּא לֶתֶךְ קִטְנִית, פָּטוּר. כּוֹר פֵּרוֹת יֶשׁ לִי בְיָדֶךָ, אֵין לְךָ בְיָדִי אֶלָּא לֶתֶךְ קִטְנִית, חַיָּב, שֶׁהַקִּטְנִית בִּכְלַל פֵּרוֹת. טְעָנוֹ חִטִּין, וְהוֹדָה לוֹ בִשְׂעֹרִים, פָּטוּר. וְרַבָּן גַּמְלִיאֵל מְחַיֵּב. הַטּוֹעֵן לַחֲבֵרוֹ בְכַדֵּי שֶׁמֶן וְהוֹדָה לוֹ בַקַּנְקַנִּים, אַדְמוֹן אוֹמֵר, הוֹאִיל וְהוֹדָה לוֹ מִקְצָת מִמִּין הַטַּעֲנָה, יִשָּׁבֵעַ. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, אֵין הַהוֹדָאָה מִמִּין הַטַּעֲנָה. אָמַר רַבָּן גַּמְלִיאֵל, רוֹאֶה אֲנִי אֶת דִּבְרֵי אַדְמוֹן. טְעָנוֹ כֵלִים וְקַרְקָעוֹת, וְהוֹדָה בַכֵּלִים וְכָפַר בַּקַּרְקָעוֹת, בַּקַּרְקָעוֹת וְכָפַר בַּכֵּלִים, פָּטוּר. הוֹדָה בְמִקְצָת הַקַּרְקָעוֹת, פָּטוּר. בְּמִקְצָת הַכֵּלִים, חַיָּב, שֶׁהַנְּכָסִים שֶׁאֵין לָהֶם אַחֲרָיוּת זוֹקְקִין אֶת הַנְּכָסִים שֶׁיֵּשׁ לָהֶן אַחֲרָיוּת לִשָּׁבַע עֲלֵיהֶן:
3 (Sagt Jemand: „ich habe ein Pfund Gold bei dir!“, (und der Andere erwidert:) „du hast bei mir nur ein Pfund Silber!“, so ist dieser frei. (Sagt aber Jemand:) „ich habe einen Gold-Denar bei dir!“ (und der Andere erwidert:) „du hast bei mir nur einen Silber-Denar, einen Tressis, einen Pondion, oder eine Peruta!“, so ist dieser schuldig, weil alle Münz-Sorten einerlei Art sind. (Sagt Jemand:) „ich habe einen Kor Getreide bei dir!“, (und der Andere erwidert:) „du hast bei mir nur einen Lethech Hülsenfrucht!“, so ist dieser frei. (Sagt Jener aber:) „ich habe einen Kor Früchte bei dir!“, (und dieser erwidert:) „du hast bei mir nur einen Lethech Hülsenfrucht!“, so ist dieser schuldig, weil Hülsenfrucht unter „Früchte“ einbegriffen ist. Fordert man von Einem Weizen, und er gesteht Gerste ein, so ist er frei. Rabban Gamliel aber erklärt ihn für schuldig. Fordert Jemand von seinem Nächsten Krüge Öl und dieser gesteht ihm leere Krüge ein, so sagt Admon, weil er einen Teil von der Art des Klage-Objektes eingestanden hat, so muss er schwören. Die Weisen aber sagen: das Eingestandene ist nicht von der Art des Klage-Objektes. Es sagte Rabban Gamliel: Mir gefallen Admon’s Worte. Fordert man von Einem Geräte und Grundstücke, dieser aber gesteht die Geräte ein und leugnet die Grundstücke ab, oder er gesteht die Grundstücke ein und leugnet die Geräte ab, so ist er frei. Gesteht er einen Teil der Grundstücke ein, so ist er (ebenfalls) frei. Gesteht er einen Teil der Geräte ein, so ist er schuldig; denn die Güter, welche keine Sicherheit gewähren, verbinden die Sicherheit gewährenden Güter, dass man (auch) über diese schwören muss.
ד אֵין נִשְׁבָּעִין עַל טַעֲנַת חֵרֵשׁ שׁוֹטֶה וְקָטָן, וְאֵין מַשְׁבִּיעִין אֶת הַקָּטָן, אֲבָל נִשְׁבָּעִים לַקָּטָן וְלַהֶקְדֵּשׁ:
4 Man schwört nicht auf die Klage eines Taubstummen, eines Irrsinnigen oder eines Unmündigen. Man beschwört auch keinen Unmündigen; doch schwört man gegen einen Unmündigen und gegen Geheiligtes.
ה וְאֵלּוּ דְבָרִים שֶׁאֵין נִשְׁבָּעִין עֲלֵיהֶן, הָעֲבָדִים, וְהַשְּׁטָרוֹת, וְהַקַּרְקָעוֹת, וְהַהֶקְדֵּשׁוֹת. אֵין בָּהֶן תַּשְׁלוּמֵי כֶפֶל וְלֹא תַשְׁלוּמֵי אַרְבָּעָה וַחֲמִשָּׁה. שׁוֹמֵר חִנָּם אֵינוֹ נִשְׁבָּע. נוֹשֵׂא שָׂכָר אֵינוֹ מְשַׁלֵּם. רַבִּי שִׁמְעוֹן אוֹמֵר, קָדָשִׁים שֶׁחַיָּב בְּאַחֲרָיוּתָן, נִשְׁבָּעִין עֲלֵיהֶן. וְשֶׁאֵינוֹ חַיָּב בְּאַחֲרָיוּתָן, אֵין נִשְׁבָּעִין עֲלֵיהֶם:
5 Über folgende Dinge schwört man nicht: Sklaven, schriftliche Urkunden, Grundstücke und geheiligte Sachen. Bei diesen findet kein Doppel-Ersatz und nicht Ersatz des Vier- oder Fünffachen statt. Der unentgeltliche Hüter schwört nicht ihretwegen und der Lohn-Hüter bezahlt nicht. R. Simon sagt: Über geheiligte Sachen, für welche man haften muss, schwört man; über diejenigen aber, für welche man nicht haften muss, schwört man nicht.
ו רַבִּי מֵאִיר אוֹמֵר, יֵשׁ דְּבָרִים שֶׁהֵן כַּקַּרְקַע וְאֵינָן כַּקַּרְקַע, וְאֵין חֲכָמִים מוֹדִים לוֹ. כֵּיצַד, עֶשֶׂר גְּפָנִים טְעוּנוֹת מָסַרְתִּי לָךְ, וְהַלָּה אוֹמֵר אֵינָן אֶלָּא חָמֵשׁ, רַבִּי מֵאִיר מְחַיֵּב שְׁבוּעָה. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, כָּל הַמְחֻבָּר לַקַּרְקַע הֲרֵי הוּא כַקַּרְקַע. אֵין נִשְׁבָּעִין אֶלָּא עַל דָּבָר שֶׁבַּמִּדָּה וְשֶׁבַּמִּשְׁקָל וְשֶׁבַּמִּנְיָן. כֵּיצַד, בַּיִת מָלֵא מָסַרְתִּי לָךְ וְכִיס מָלֵא מָסַרְתִּי לָךְ, וְהַלָּה אוֹמֵר אֵינִי יוֹדֵעַ אֶלָּא מַה שֶּׁהִנַּחְתָּ אַתָּה נוֹטֵל, פָּטוּר. זֶה אוֹמֵר עַד הַזִּיז וְזֶה אוֹמֵר עַד הַחַלּוֹן, חַיָּב:
6 R. Meïr sagt: Es gibt Dinge, die am Boden haften, und dennoch nicht wie Grund und Boden betrachtet werden. Die Weisen aber pflichten ihm nicht bei. Wie ist dies? (Sagt Jemand:) „ich habe dir zehn beladene Weinstöcke übergeben!“, und der Andere sagt: „es waren nur fünf!“, so verpflichtet ihn R. Meïr zu schwören. Die Weisen aber sagen: Alles, was am Boden haftet, ist wie Grund und Boden (anzusehen). Man schwört nur über ein Objekt, das nach Maaß, Gewicht oder Zahl bestimmt ist; z. B.: (Sagt Jemand:) „ich habe dir ein volles Haus (mit Frucht) übergeben!“ oder: „ich habe dir einen vollen Beutel (mit Geld) übergeben!“, und der Andere sagt: „ich weiß nicht; was du hineingelegt hast, magst du nehmen!“, so ist er frei. Sagt aber Jener: „(die Frucht reichte) bis an den Vorsprung “, und dieser sagt: „nur bis ans Fenster!“, so ist dieser schuldig.
ז הַמַּלְוֶה אֶת חֲבֵרוֹ עַל הַמַּשְׁכּוֹן וְאָבַד הַמַּשְׁכּוֹן, אָמַר לוֹ סֶלַע הִלְוִיתִיךָ עָלָיו וְשֶׁקֶל הָיָה שָׁוֶה, וְהַלָּה אוֹמֵר לֹא כִי אֶלָּא סֶלַע הִלְוִיתַנִי עָלָיו וְסֶלַע הָיָה שָׁוֶה, פָּטוּר. סֶלַע הִלְוִיתִיךָ עָלָיו וְשֶׁקֶל הָיָה שָׁוֶה, וְהַלָּה אוֹמֵר לֹא כִי אֶלָּא סֶלַע הִלְוִיתַנִי עָלָיו וּשְׁלשָׁה דִינָרִים הָיָה שָׁוֶה, חַיָּב. סֶלַע הִלְוִיתַנִי עָלָיו וּשְׁתַּיִם הָיָה שָׁוֶה, וְהַלָּה אוֹמֵר לֹא כִי אֶלָּא סֶלַע הִלְוִיתִיךָ עָלָיו וְסֶלַע הָיָה שָׁוֶה, פָּטוּר. סֶלַע הִלְוִיתַנִי עָלָיו וּשְׁתַּיִם הָיָה שָׁוֶה, וְהַלָּה אוֹמֵר לֹא כִי אֶלָּא סֶלַע הִלְוִיתִיךָ עָלָיו וַחֲמִשָּׁה דִינָרִים הָיָה שָׁוֶה, חַיָּב. וּמִי נִשְׁבָּע, מִי שֶׁהַפִּקָּדוֹן אֶצְלוֹ, שֶׁמָּא יִשָּׁבַע זֶה וְיוֹצִיא הַלָּה אֶת הַפִּקָּדוֹן:
7 Hat Jemand seinem Nächsten auf ein Pfand geliehen, und das Pfand ist verloren gegangen; er sagt nun zu ihm: „ich habe dir einen Sela‘ darauf geliehen, es war aber nur einen Schekel Wert!“, und dieser sagt: „nicht so, sondern du hast mir einen Sela‘ darauf geliehen, und es war auch einen Sela‘ wert!“, so ist dieser frei. (Sagt Jener:) „ich habe dir einen Sela‘ darauf geliehen, es war aber nur einen Schekel wert!“ und dieser sagt: „nicht so, sondern du hast mir einen Sela‘ darauf geliehen, und es war drei Denar wert!“; so ist dieser schuldig. (Sagt der Schuldner:) „du hast mir einen Sela‘ darauf geliehen, es war aber zwei Sela‘ wert!“, und der Andere sagt: „nicht so, sondern ich habe dir einen Sela‘ darauf geliehen, und es war nur einen Sela‘ Wert!“; so ist dieser frei. (Sagt aber der Schuldner:) „du hast mir einen Sela‘ darauf geliehen, und es war zwei Sela‘ wert!“, und der Andere sagt: „nicht so, sondern ich habe dir einen Sela darauf geliehen, und es war nur fünf Denar wert!“, so ist dieser schuldig. Wer schwört? Derjenige, bei dem das Verwahrgut war; denn wenn der Andere schwöre, so würde Jener vielleicht das Verwahrgut hervorbringen.