Sheviit 10

Kapitel 10

א שְׁבִיעִית, מְשַׁמֶּטֶת אֶת הַמִּלְוָה בִּשְׁטָר וְשֶׁלֹּא בִשְׁטָר. הַקָּפַת הַחֲנוּת, אֵינָהּ מְשַׁמֶּטֶת, וְאִם עֲשָׂאָהּ מִלְוָה, הֲרֵי זֶה מְשַׁמֵּט. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, הָרִאשׁוֹן הָרִאשׁוֹן מְשַׁמֵּט. שְׂכַר שָׂכִיר, אֵינוֹ מְשַׁמֵּט, וְאִם עֲשָׂאוֹ מִלְוָה, הֲרֵי זֶה מְשַׁמֵּט. רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, כָּל מְלָאכָה שֶׁפּוֹסֶקֶת בַּשְּׁבִיעִית, מְשַׁמֶּטֶת, וְשֶׁאֵינָהּ פּוֹסֶקֶת בַּשְּׁבִיעִית, אֵינָהּ מְשַׁמֶּטֶת:
1 Das Ende des siebenten Jahres bewirkt einen Erlass jedes Anlehens, es sei mit hypotekarischer Verschreibung oder ohne solche gemacht. Handelsrechnung für Waare bewirkt keinen Erlass; wird sie aber zum Anlehen umgewandelt, so bewirkt sie Erlass. R. Jehudah sagt: Bei allen ersteren Rechnungen tritt Erlass ein. Tagelohn hebt es nicht auf; wird es jedoch zum Anlehen umgewandelt, so hebt es dasselbe auf. R. Jose sagt: Alle Schulden für Arbeiten, die im siebenten Jahre aufhören müssen, werden erlassen, nicht aber solche Schulden, welche für Arbeiten entstehen, die im siebenten Jahre nicht auf hören müssen.
ב הַשּׁוֹחֵט אֶת הַפָּרָה וְחִלְּקָהּ בְּרֹאשׁ הַשָּׁנָה, אִם הָיָה הַחֹדֶשׁ מְעֻבָּר, מְשַׁמֵּט. וְאִם לָאו, אֵינוֹ מְשַׁמֵּט. הָאוֹנֵס, וְהַמְפַתֶּה, וְהַמּוֹצִיא שֵׁם רָע, וְכָל מַעֲשֵׂה בֵית דִּין, אֵין מְשַׁמְּטִין. הַמַּלְוֶה עַל הַמַּשְׁכּוֹן, וְהַמּוֹסֵר שְׁטָרוֹתָיו לְבֵית דִּין, אֵינָן מְשַׁמְּטִין:
2 Wenn Jemand eine Kuh schlachtet und am ersten Neujahrstage aushackt, so ist die Schuld dafür, wenn der Monat vorher auf dreissig Tage angesetzt war, erlassen, wo nicht, ist sie nicht erlassen. — Strafgelder für einen, der eine Jungfrau gewaltsam geschwächt, oder verführt, oder in üblen Ruf gebracht hat, und alle gerichtlichen Erkenntnisse werden nicht aufgehoben; auch wenn man auf Pfand geliehen, und wenn man die Schuldverschreibungen dem Gerichte übergeben hat, wird die Schuld nicht aufgehoben.
ג פְּרוֹזְבּוּל, אֵינוֹ מְשַׁמֵּט. זֶה אֶחָד מִן הַדְּבָרִים שֶׁהִתְקִין הִלֵּל הַזָּקֵן, כְּשֶׁרָאָה שֶׁנִּמְנְעוּ הָעָם מִלְּהַלְווֹת זֶה אֶת זֶה וְעוֹבְרִין עַל מַה שֶּׁכָּתוּב בַּתּוֹרָה (דברים טו) הִשָּׁמֶר לְךָ פֶּן יִהְיֶה דָבָר עִם לְבָבְךָ בְּלִיַּעַל וְגוֹ', הִתְקִין הִלֵּל לַפְּרוֹזְבּוּל:
3 Ein <span dir="ltr">פרוזבול</span> macht, dass das Anlehn nicht erlischt. Dies ist eins von den Dingen, die Hillel der Ältere verordnete. Als er nämlich sah, dass die Leute Anstand nahmen, einander Geld zu leihen und übertraten, was im Gesetze geschrieben steht: (Deuteron. 15, 9): „Hüte Dich, dass nicht der schändliche Gedanke in Deinem Herzen aufsteige u. s. w.‟ verordnete er das <span dir="ltr">פרוזבול</span>..
ד זֶהוּ גוּפוֹ שֶׁל פְּרוֹזְבּוּל. מוֹסֵר אֲנִי לָכֶם אִישׁ פְּלוֹנִי וּפְלוֹנִי הַדַּיָּנִים שֶׁבְּמָקוֹם פְּלוֹנִי, שֶׁכָּל חוֹב שֶׁיֶּשׁ לִי, שֶׁאֶגְבֶּנּוּ כָּל זְמַן שֶׁאֶרְצֶה. וְהַדַּיָּנִים חוֹתְמִין לְמַטָּה, אוֹ הָעֵדִים:
4 Das ist der wesentliche Inhalt eines <span dir="rtl">פרוזבול</span>-Formulars: „Ich, der und der, übergebe Euch den Richtern des und des Ortes (die Erklärung): dass ich jede mir ausstehende Schuld, wenn ich will, jederzeit einfordern darf.‟ Die Richter oder die Zeugen unterzeichnen.
ה פְּרוֹזְבּוּל הַמֻּקְדָּם, כָּשֵׁר, וְהַמְאֻחָר, פָּסוּל. שִׁטְרֵי חוֹב הַמֻּקְדָּמִים, פְּסוּלִים, וְהַמְאֻחָרִים, כְּשֵׁרִים. אֶחָד לֹוֶה מֵחֲמִשָּׁה, כּוֹתֵב פְּרוֹזְבּוּל לְכָל אֶחָד וְאֶחָד. חֲמִשָּׁה לֹוִין מֵאֶחָד, אֵינוֹ כוֹתֵב אֶלָּא פְּרוֹזְבּוּל אֶחָד לְכֻלָּם:
5 Ein <span dir="rtl">פרוזבול</span>, der ein früheres Datum trägt, ist gültig; ein nachdatierter ist ungültig. Dagegen sind vordatierte Schuldverschreibungen ungültig; aber nachdatierte gültig. Wenn Einer von fünf verschiedenen Personen borgt, muss man für jeden besonders ein <span dir="rtl">פרוזבול</span> schreiben; wenn fünf Personen von Einem borgen, so kann er ein <span dir="rtl">פרוזבול</span> für Alle schreiben.
ו אֵין כּוֹתְבִין פְּרוֹזְבּוּל אֶלָּא עַל הַקַּרְקַע. אִם אֵין לוֹ, מְזַכֶּה הוּא בְּתוֹךְ שָׂדֵהוּ כָּל שֶׁהוּא. הָיְתָה לוֹ שָׂדֶה מְמֻשְׁכֶּנֶת בָּעִיר, כּוֹתְבִין עָלֶיהָ פְּרוֹזְבּוּל. רַבִּי חֻצְפִּית אוֹמֵר, כּוֹתְבִין לָאִישׁ עַל נִכְסֵי אִשְׁתּוֹ, וְלַיְתוֹמִים עַל נִכְסֵי אַפּוֹטְרוֹפִּין:
6 Man schreibt ein <span dir="rtl">פרוזבול</span> nur in Beziehung auf liegende Güter. Wenn dieser keine hat, so eignet ihm der Gläubiger etwas von seinem Grundstücke, sei es noch so wenig, als Eigentum zu. Besitzt der Schuldner ein verpfändetes Grundstück in der Stadt, so kann man darüber ein <span dir="rtl">פרוזבול</span> schreiben. R. Chuzpit sagt: Man schreibt dem Ehemann über das unbewegliche Vermögen der Frau und den Waisen über das unbewegliche Vermögen der Vormünder.
ז כַּוֶּרֶת דְּבוֹרִים, רַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמֵר, הֲרֵי הִיא כְקַרְקַע, וְכוֹתְבִין עָלֶיהָ פְּרוֹזְבּוּל, וְאֵינָהּ מְקַבֶּלֶת טֻמְאָה בִּמְקוֹמָהּ, וְהָרוֹדֶה מִמֶּנָּה בְּשַׁבָּת חַיָּב. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, אֵינָהּ כְּקַרְקַע, וְאֵין כּוֹתְבִין עָלֶיהָ פְּרוֹזְבּוּל, וּמְקַבֶּלֶת טֻמְאָה בִּמְקוֹמָהּ, וְהָרוֹדֶה מִמֶּנָּה בְּשַׁבָּת, פָּטוּר:
7 Ein nicht befestigter Bienenstock, sagt R. Elieser, ist wie liegendes Gut anzusehen, man kann demnach <span dir="rtl">פרוזבול</span> darüber schreiben; er nimmt an seinem Orte bleibend keine Unreinigkeit an, und wer am Sabbat davon Honig abnimmt, ist schuldig. Die Weisen sagen: Er ist nicht wie liegendes Gut anzusehen, man darf kein <span dir="rtl">פרוזבול</span> darüber schreiben und nimmt, an seinem Orte bleibend, Unreinigkeit an, und wer am Sabbat davon Honig abnimmt, ist frei.
ח הַמַּחֲזִיר חוֹב בַּשְּׁבִיעִית, יֹאמַר לוֹ מְשַׁמֵּט אָנִי. אָמַר לוֹ אַף עַל פִּי כֵן, יְקַבֵּל מִמֶּנּוּ, שֶׁנֶּאֱמַר (דברים טו) וְזֶה דְּבַר הַשְּׁמִטָּה. כַּיּוֹצֵא בוֹ, רוֹצֵחַ שֶׁגָּלָה לְעִיר מִקְלָט וְרָצוּ אַנְשֵׁי הָעִיר לְכַבְּדוֹ, יֹאמַר לָהֶם, רוֹצֵחַ אָנִי. אָמְרוּ לוֹ, אַף עַל פִּי כֵן, יְקַבֵּל מֵהֶם, שֶׁנֶּאֱמַר (שם יט) וְזֶה דְּבַר הָרוֹצֵחַ:
8 Wenn Jemand eine durch <span dir="rtl">שביעית</span> erlassene Schuld zurückgeben will, so sage der Gläubiger zu ihm: „Ich beachte das Gesetz des siebenten Jahres.‟ Giebt er zur Antwort: „Dennoch (will ich zahlen)‟, so darf es der Gläubiger annehmen, denn es heisst (Deuter. 15, 2): „Dieses ist das Wort der Erlassung. Ähnlich ist der Fall: Wenn ein Todtschläger in die Freistadt geflüchtet ist, und die Stadtleute ihm Ehrenbezeugungen erweisen wollen, so soll er zu ihnen sagen: „Ich bin ein Todtschläger!‟ Antworten sie: „Dennoch!‟ So darf er sie annehmen. Denn es heisst: Dies ist das Wort des Todtschlägers.
ט הַמַּחֲזִיר חוֹב בַּשְּׁבִיעִית, רוּחַ חֲכָמִים נוֹחָה מִמֶּנּוּ. הַלֹּוֶה מִן הַגֵּר שֶׁנִּתְגַּיְּרוּ בָנָיו עִמּוֹ, לֹא יַחֲזִיר לְבָנָיו. וְאִם הֶחֱזִיר, רוּחַ חֲכָמִים נוֹחָה מִמֶּנּוּ. כָּל הַמִּטַּלְטְלִין, נִקְנִין בִּמְשִׁיכָה. וְכָל הַמְקַיֵּם אֶת דְּבָרוֹ, רוּחַ חֲכָמִים נוֹחָה מִמֶּנּוּ:
9 Wenn Jemand seine, durch <span dir="rtl">שביעית</span> erlassenen Schulden bezahlt, so erwirbt er sich den Beifall der Weisen. Wer vom Proselyten, dessen Kinder mit bekehrt wurden, geborgt hat, braucht es (falls der <span dir="rtl">גר</span> stirbt), seinen Kindern nicht zu bezahlen. Wer es dennoch tut, erwirbt sich den Beifall der Weisen.—Alle beweglichen Sachen werden erst durch Ergreifung des Gegenstandes erworben. Wer aber sein blosses Wort hält, erwirbt sich den Beifall der Weisen.