Shabbat 1

Kapitel 1

א יְצִיאוֹת הַשַּׁבָּת שְׁתַּיִם שֶׁהֵן אַרְבַּע בִּפְנִים, וּשְׁתַּיִם שֶׁהֵן אַרְבַּע בַּחוּץ. כֵּיצַד. הֶעָנִי עוֹמֵד בַּחוּץ וּבַעַל הַבַּיִת בִּפְנִים, פָּשַׁט הֶעָנִי אֶת יָדוֹ לִפְנִים וְנָתַן לְתוֹךְ יָדוֹ שֶׁל בַּעַל הַבַּיִת, אוֹ שֶׁנָּטַל מִתּוֹכָהּ וְהוֹצִיא, הֶעָנִי חַיָּב וּבַעַל הַבַּיִת פָּטוּר. פָּשַׁט בַּעַל הַבַּיִת אֶת יָדוֹ לַחוּץ וְנָתַן לְתוֹךְ יָדוֹ שֶׁל עָנִי, אוֹ שֶׁנָּטַל מִתּוֹכָהּ וְהִכְנִיס, בַּעַל הַבַּיִת חַיָּב וְהֶעָנִי פָּטוּר. פָּשַׁט הֶעָנִי אֶת יָדוֹ לִפְנִים וְנָטַל בַּעַל הַבַּיִת מִתּוֹכָהּ, אוֹ שֶׁנָּתַן לְתוֹכָהּ וְהוֹצִיא, שְׁנֵיהֶם פְּטוּרִין. פָּשַׁט בַּעַל הַבַּיִת אֶת יָדוֹ לַחוּץ וְנָטַל הֶעָנִי מִתּוֹכָהּ, אוֹ שֶׁנָּתַן לְתוֹכָהּ וְהִכְנִיס, שְׁנֵיהֶם פְּטוּרִין:
1 Das Verbot des Hinaus- und Hineintragens am Schabbat zerfällt in zwei Satzungen, die vier bilden für den, der innerhalb; und in wiederum zwei, die vier bilden, für den, der sich ausserhalb befindet. Wie zum Beispiel: Wenn ein Armer draussen und der Hausherr im Innern ist; reicht der Arme seine Hand hinein und giebt etwas in die Hand des Hausherrn, oder er nimmt etwas aus derselben und zieht es heraus, — so ist der Arme schuldig und der Hausherr frei. Reicht der Hausherr seine Hand hinaus und legt etwas in die Hand des Armen, oder nimmt aus dieser etwas und bringt es herein, — so ist der Hausherr schuldig, aber der Arme frei. Reicht der Arme seine Hand hinein und der Hausherr nimmt etwas aus derselben, oder legt etwas hinein und Jener bringt es zu sich heraus, so sind sie Beide straflos. Reicht der Hausherr seine Hand hinaus und der Arme nimmt etwas daraus, oder legt etwas hinein und Jener bringt es zu sich herein, so sind Beide straflos.
ב לֹא יֵשֵׁב אָדָם לִפְנֵי הַסַּפָּר סָמוּךְ לַמִּנְחָה, עַד שֶׁיִּתְפַּלֵּל. לֹא יִכָּנֵס אָדָם לַמֶּרְחָץ וְלֹא לַבֻּרְסְקִי וְלֹא לֶאֱכֹל וְלֹא לָדִין. וְאִם הִתְחִילוּ, אֵין מַפְסִיקִין. מַפְסִיקִים לִקְרוֹת קְרִיאַת שְׁמַע, וְאֵין מַפְסִיקִים לַתְּפִלָּה:
2 Man soll sich kurz vor <span dir="rtl">מנחה</span> nicht vor den Bartscheerer niedersetzen, bevor man sein Gebet verrichtet hat. Ebenso gehe man um diese Zeit nicht in’s Bad, nicht in die Gerberei, nicht zur Tafel, nicht zu Gerichte; hat man aber schon angefangen, so braucht man nicht abzubrechen. Man unterbricht, um das <span dir="rtl">שמע</span> zu lesen, aber nicht des Gebetes wegen.
ג לֹא יֵצֵא הַחַיָּט בְּמַחְטוֹ סָמוּךְ לַחֲשֵׁכָה, שֶׁמָּא יִשְׁכַּח וְיֵצֵא. וְלֹא הַלַּבְלָר בְּקֻלְמוֹסוֹ. וְלֹא יְפַלֶּה אֶת כֵּלָיו, וְלֹא יִקְרָא לְאוֹר הַנֵּר. בֶּאֱמֶת אָמְרוּ, הַחַזָּן רוֹאֶה הֵיכָן תִּינוֹקוֹת קוֹרְאִים, אֲבָל הוּא לֹא יִקְרָא. כַּיּוֹצֵא בוֹ, לֹא יֹאכַל הַזָּב עִם הַזָּבָה, מִפְּנֵי הֶרְגֵּל עֲבֵרָה:
3 Der Schneider gehe nicht bei einbrechender Dunkelheit mit seiner Nadel aus, denn er könnte vergessen und damit ausgehen; auch nicht der Schreiber mit seinem Rohre. Man darf nicht beim Lampenlicht Kleider von Ungeziefer reinigen; auch nicht lesen. Doch hat man gesetzlich verordnet, dass der Schullehrer zusehen dürfe, wie die Kinder lesen, aber selbst nicht lesen dürfe. Ebenso darf ein Eiterflusssüchtiger nicht mit einer gleich kranken Fran zusammen speisen, wegen (Vermeidung) der Gelegenheit zur Sünde.
ד וְאֵלּוּ מִן הַהֲלָכוֹת שֶׁאָמְרוּ בַעֲלִיַּת חֲנַנְיָה בֶן חִזְקִיָּה בֶן גֻּרְיוֹן כְּשֶׁעָלוּ לְבַקְּרוֹ. נִמְנוּ וְרַבּוּ בֵּית שַׁמַּאי עַל בֵּית הִלֵּל, וּשְׁמֹנָה עָשָׂר דְּבָרִים גָּזְרוּ בוֹ בַיּוֹם:
4 Die letzteren gehören zu den Satzungen, welche man in dem Ober-Saal des Chananjah, Sohn Hiskia’s, Sohn Gorjan’s, ausgesprochen hat; als nämlich die Gelehrten ihn besuchten, ward gezählt und die Schule des Samai war zahlreicher, als die des Hillel. Achtzehn Punkte wurden an jenem Tage festgestellt.
ה בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין שׁוֹרִין דְּיוֹ וְסַמְמָנִים וְכַרְשִׁינִים, אֶלָּא כְּדֵי שֶׁיִּשּׁוֹרוּ מִבְּעוֹד יוֹם. וּבֵית הִלֵּל מַתִּירִין:
5 Die Schule Samai’s lehrt: Man darf nicht Tinte oder Farbenspezereien oder Wicken am Vorabend des Schabbat einweichen, wenn nicht genug Zeit ist, dass sie noch bei Tage durchweicht werden. Die Schule Hillels erlaubt es.
ו בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין נוֹתְנִין אוּנִין שֶׁל פִּשְׁתָּן לְתוֹךְ הַתַּנּוּר, אֶלָּא כְּדֵי שֶׁיַּהְבִּילוּ מִבְּעוֹד יוֹם, וְלֹא אֶת הַצֶּמֶר לַיּוֹרָה, אֶלָּא כְדֵי שֶׁיִּקְלֹט הָעַיִן. וּבֵית הִלֵּל מַתִּירִין. בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין פּוֹרְשִׂין מְצוּדוֹת חַיָּה וְעוֹפוֹת וְדָגִים, אֶלָּא כְדֵי שֶׁיִּצּוֹדוּ מִבְּעוֹד יוֹם. וּבֵית הִלֵּל מַתִּירִין:
6 Die Schule Samai’s lehrt: Man darf nicht Flachsbündel in den Ofen tun, wenn nicht mehr Zeit genug ist, dass sie noch bei Tage verdunsten; auch nicht Wolle in den Kessel, wenn sie nicht die Farbe noch bei Tage einziehen kann. Die Schule Hillel’s erlaubt es. Die Schule Samai’s lehrt: Man darf nicht Netze aufstellen, um Wild, Vögel oder Fische zu fangen, wenn nicht Zeit genug ist, dass sie noch bei Tage gefangen werden. Die Schule Hillel’s erlaubt es.
ז בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין מוֹכְרִין לַנָּכְרִי וְאֵין טוֹעֲנִין עִמּוֹ וְאֵין מַגְבִּיהִין עָלָיו, אֶלָּא כְּדֵי שֶׁיַּגִּיעַ לְמָקוֹם קָרוֹב. וּבֵית הִלֵּל מַתִּירִין:
7 Die Schule Samai’s lehrt: Man darf keinem Heiden etwas verkaufen oder aufladen helfen oder ihm selbst aufladen, wenn nicht Zeit genug ist, dass derselbe noch bei Tage an einen nahen Ort gelangt. Die Schule Hillel’s erlaubt es.
ח בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין נוֹתְנִין עוֹרוֹת לְעַבְּדָן וְלֹא כֵלִים לְכוֹבֵס נָכְרִי, אֶלָּא כְּדֵי שֶׁיֵּעָשׂוּ מִבְּעוֹד יוֹם. וּבְכֻלָּן בֵּית הִלֵּל מַתִּירִין עִם הַשָּׁמֶשׁ:
8 Die Schule Samai’s lehrt: Man darf einem heidnischen Gerber keine Häute zum Gerben, dem Wäscher keine Kleider zum Waschen geben, es sei denn, dass sie noch bei Tage fertig gemacht werden können. Bei allen erlaubt es die Schule Hillel’s, so lange die Sonne steht.
ט אָמַר רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל, נוֹהֲגִין הָיוּ בֵּית אַבָּא שֶׁהָיוּ נוֹתְנִין כְּלֵי לָבָן לְכוֹבֵס נָכְרִי שְׁלשָׁה יָמִים קֹדֶם לַשַּׁבָּת. וְשָׁוִין אֵלּוּ וָאֵלּוּ, שֶׁטּוֹעֲנִין קוֹרוֹת בֵּית הַבַּד וְעִגּוּלֵי הַגָּת:
9 Rabban Simeon ben Gamliel erzählt: Es war in meines Vaters Hause üblich, weisse Kleider dem Wäscher drei Tage vor Schabbat zu übergeben. Beide Schulen kommen darin überein, dass man die Balken auf die Ölpresse und die runden Hölzer auf die Weinpresse auflegen darf.
י אֵין צוֹלִין בָּשָׂר, בָּצָל, וּבֵיצָה, אֶלָּא כְּדֵי שֶׁיִּצּוֹלוּ מִבְּעוֹד יוֹם. אֵין נוֹתְנִין פַּת לַתַּנּוּר עִם חֲשֵׁכָה, וְלֹא חֲרָרָה עַל גַּבֵּי גֶחָלִים, אֶלָּא כְּדֵי שֶׁיִּקְרְמוּ פָנֶיהָ מִבְּעוֹד יוֹם. רַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמֵר, כְּדֵי שֶׁיִּקְרֹם הַתַּחְתּוֹן שֶׁלָּהּ:
10 Man darf nicht Fleisch, Zwiebel und Eier braten, wenn nicht Zeit ist, dass sie noch bei Tage gebraten werden. Man darf nicht Brot in der Dämmerung in den Ofen tun, nicht Kuchen über Kohlen setzen, wenn nicht die Oberfläche derselben noch bei Tage sich härten kann. R. Elieser sagt: Wenn nur Zeit da ist, dass die untere Fläche sich härtet.
יא מְשַׁלְשְׁלִין אֶת הַפֶּסַח בַּתַּנּוּר עִם חֲשֵׁכָה. וּמַאֲחִיזִין אֶת הָאוּר בִּמְדוּרַת בֵּית הַמּוֹקֵד. וּבַגְּבוּלִין, כְּדֵי שֶׁיֶּאֱחֹז הָאוּר בְּרֻבָּן. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, בְּפֶחָמִין, כָּל שֶׁהוּא:
11 Man lässt das Pessach - Opfer selbst in der Dämmerung vor Schabbat in den Ofen herab; auch dürfen die Priester in der Herd-Kammer das Feuer ein Wenig anschüren, an anderen Orten jedoch nur dann, wenn das Feuer noch bei Tage das meiste Holz ergreifen kann; R. Jehudah sagt: Bei Kohlen ist es genug, wenn nur etwas glühend gemacht wird.