Sanhedrin 11

Kapitel 11

א אֵלּוּ הֵן הַנֶּחֱנָקִין, הַמַּכֶּה אָבִיו וְאִמּוֹ, וְגוֹנֵב נֶפֶשׁ מִיִּשְׂרָאֵל, וְזָקֵן מַמְרֵא עַל פִּי בֵית דִּין, וּנְבִיא הַשֶּׁקֶר, וְהַמִּתְנַבֵּא בְּשֵׁם עֲבוֹדָה זָרָה, וְהַבָּא עַל אֵשֶׁת אִישׁ, וְזוֹמְמֵי בַת כֹּהֵן וּבוֹעֲלָהּ. הַמַּכֶּה אָבִיו וְאִמּוֹ אֵינוֹ חַיָּב עַד שֶׁיַּעֲשֶׂה בָהֶן חַבּוּרָה. זֶה חֹמֶר בַּמְקַלֵּל מִבַּמַּכֶּה, שֶׁהַמְקַלֵּל לְאַחַר מִיתָה חַיָּב, וְהַמַּכֶּה לְאַחַר מִיתָה פָּטוּר. הַגּוֹנֵב נֶפֶשׁ מִיִּשְׂרָאֵל אֵינוֹ חַיָּב עַד שֶׁיַּכְנִיסֶנּוּ לִרְשׁוּתוֹ. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, עַד שֶׁיַּכְנִיסֶנּוּ לִרְשׁוּתוֹ וְיִשְׁתַּמֵּשׁ בּוֹ, שֶׁנֶּאֱמַר (דברים כד) וְהִתְעַמֶּר בּוֹ וּמְכָרוֹ. הַגּוֹנֵב אֶת בְּנוֹ, רַבִּי יִשְׁמָעֵאל בְּנוֹ שֶׁל רַבִּי יוֹחָנָן בֶּן בְּרוֹקָה מְחַיֵּב, וַחֲכָמִים פּוֹטְרִין. גָּנַב מִי שֶׁחֶצְיוֹ עֶבֶד וְחֶצְיוֹ בֶן חוֹרִין, רַבִּי יְהוּדָה מְחַיֵּב, וַחֲכָמִים פּוֹטְרִין:
1 Folgende werden erdrosselt: Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, wer eine Person aus Israel stiehlt, ein gegen die Entscheidung des (obersten) Gerichtshofes sich auflehnender Gelehrter, ein falscher Prophet, wer im Namen eines fremden Gottes prophezeit, wer einer Ehefrau beiwohnt, die falschen Zeugen wider eine Priesterstochter und wer mit einer solcher Unzucht treibt, wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt ist nur dann schuldig, wenn er ihnen eine Wunde beibringt. Darin wird der Flucher strenger behandelt als der Schläger, dass der, welcher (seinen Eltern) nach ihrem Tode flucht, schuldig ist, wer sie aber nach ihrem Tode schlägt, frei ist. Wer eine Person aus Israel stiehlt, ist nur dann schuldig, wenn er dieselbe in sein Gebiet gebracht hat. R. Jehuda sagt: Erst dann wenn er dieselbe in sein Gebiet gebracht und sich ihrer bedient hat, denn es heisst (Deut. 24,7): „und er hat sich seiner als Sklaven bedient und ihn verkauft.“ Wenn Jemand seinen Sohn stiehlt, so erklärt ihn R. Ismael, Sohn des R. Jochanan, Sohn Beroka’s, für schuldig; die Weisen aber erklären ihn für frei. Stiehlt jemand einen, der halb Sklave und halb Freigelassen er ist, so erklärt ihn R. Jehuda für schuldig; die Weisen aber erklären ihn für frei.
ב זָקֵן מַמְרֵא עַל פִּי בֵית דִּין, שֶׁנֶּאֱמַר (שם יז) כִּי יִפָּלֵא מִמְּךָ דָבָר לַמִּשְׁפָּט וְגוֹ'. שְׁלֹשָׁה בָתֵּי דִינִין הָיוּ שָׁם, אֶחָד יוֹשֵׁב עַל פֶּתַח הַר הַבַּיִת, וְאֶחָד יוֹשֵׁב עַל פֶּתַח הָעֲזָרָה, וְאֶחָד יוֹשֵׁב בְּלִשְׁכַּת הַגָּזִית. בָּאִים לָזֶה שֶׁעַל פֶּתַח הַר הַבַּיִת, וְאוֹמֵר, כָּךְ דָּרַשְׁתִּי וְכָךְ דָּרְשׁוּ חֲבֵרָי, כָּךְ לִמַּדְתִּי וְכָךְ לִמְּדוּ חֲבֵרָי. אִם שָׁמְעוּ, אוֹמְרִים לָהֶם. וְאִם לָאו, בָּאִין לָהֶם לְאוֹתָן שֶׁעַל פֶּתַח הָעֲזָרָה, וְאוֹמֵר, כָּךְ דָּרַשְׁתִּי וְכָךְ דָּרְשׁוּ חֲבֵרָי, כָּךְ לִמַּדְתִּי וְכָךְ לִמְּדוּ חֲבֵרָי. אִם שָׁמְעוּ, אוֹמְרִים לָהֶם. וְאִם לָאו, אֵלּוּ וָאֵלּוּ בָּאִים לְבֵית דִּין הַגָּדוֹל שֶׁבְּלִשְׁכַּת הַגָּזִית, שֶׁמִּמֶּנּוּ יוֹצֵאת תּוֹרָה לְכָל יִשְׂרָאֵל, שֶׁנֶּאֱמַר (שם) מִן הַמָּקוֹם הַהוּא אֲשֶׁר יִבְחַר ה'. חָזַר לְעִירוֹ וְשָׁנָה וְלִמֵּד כְּדֶרֶךְ שֶׁהָיָה לָמֵד, פָּטוּר. וְאִם הוֹרָה לַעֲשׂוֹת, חַיָּב, שֶׁנֶּאֱמַר (שם) וְהָאִישׁ אֲשֶׁר יַעֲשֶׂה בְזָדוֹן, אֵינוֹ חַיָּב עַד שֶׁיּוֹרֶה לַעֲשׂוֹת. תַּלְמִיד שֶׁהוֹרָה לַעֲשׂוֹת, פָּטוּר, נִמְצָא חֻמְרוֹ קֻלּוֹ:
2 „Ein gegen die Entscheidung des (obersten) Gerichtshofes sich auflehnender Gelehrter.“ — Es heisst (Deut. 17,8ff): „Wenn dir eine Sache unbekannt ist für die Entscheidung u. s. w.„ Drei Gerichtshöfe waren dort, einer sass am Eingänge des Tempelberges, einer sass am Eingange des Vorhofes und einer sass in der Quader - Halle. Man kommt zu dem, welcher am Eingänge des Tempelberges sitzt und sagt: „so habe ich erklärt und so haben meine Kollegen erklärt; so habe ich gemeint und so haben meine Kollegen gemeint.“ Haben sie nun darüber eine Überlieferung, so sagen sie ihnen (Bescheid); wo nicht, so kommen sie zu denen, die am Eingänge des Vorhofes sitzen, und er sagt (abermals): „so habe ich erklärt und so haben meine Kollegen erklärt; so habe ich gemeint und so haben meine Kollegen gemeint.“ Haben sie darüber eine Überlieferung, so sagen sie ihnen (Bescheid); wo nicht, so kommen diese und jene zu dem hohen Gerichtshofe in der Quader-Halle, von dem die Lehre für ganz Israel ausgeht, wie es heisst (Deut. 17, 10): „von diesem Orte, den der Ewige erwählt.“ — Kehrt Einer in seine Stadt zurück und lehrt wiederholt, wie er (vorhin) gelehrt hat, so ist er noch nicht schuldig; hat er aber für die Ausübung entschieden, so ist er schuldig, denn es heisst (Deut. 17, 12): „Der Mann, der mit Vermessenheit handelt;“ er ist also nicht eher schuldig, bis er für die Ausübung entscheidet. Ein Schüler, der für die Ausübung entscheidet, ist nicht schuldig; demnach bewirkt seine schwere Sünde ihm eine Erleichterung.
ג חֹמֶר בְּדִבְרֵי סוֹפְרִים מִבְּדִבְרֵי תוֹרָה, הָאוֹמֵר אֵין תְּפִלִּין, כְּדֵי לַעֲבֹר עַל דִּבְרֵי תוֹרָה, פָּטוּר. חֲמִשָּׁה טוֹטָפוֹת, לְהוֹסִיף עַל דִּבְרֵי סוֹפְרִים, חַיָּב:
3 Die Auflehnung gegen die Worte der Schriftgelehrten ist eine schwerere Sünde als die gegen die Worte der Thora. Wer sagt: „es giebt keine Tephilinpflicht,“ um die Vorschriften der Thora zu übertreten, ist nicht strafbar; wer aber sagt: „es sind fünf Gehäuse nötbig,“ um so zu den Worten der Schriftgelehrten etwas hinzuzufügen, ist schuldig.
ד אֵין מְמִיתִין אוֹתוֹ לֹא בְבֵית דִּין שֶׁבְּעִירוֹ וְלֹא בְבֵית דִּין שֶׁבְּיַבְנֶה, אֶלָּא מַעֲלִין אוֹתוֹ לְבֵית דִּין הַגָּדוֹל שֶׁבִּירוּשָׁלַיִם, וּמְשַׁמְּרִין אוֹתוֹ עַד הָרֶגֶל וּמְמִיתִין אוֹתוֹ בָרֶגֶל, שֶׁנֶּאֱמַר (דברים יז) וְכָל הָעָם יִשְׁמְעוּ וְיִרָאוּ וְלֹא יְזִידוּן עוֹד, דִּבְרֵי רַבִּי עֲקִיבָא. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, אֵין מְעַנִּין אֶת דִּינוֹ שֶׁל זֶה, אֶלָּא מְמִיתִין אוֹתוֹ מִיָּד, וְכוֹתְבִין וְשׁוֹלְחִין שְׁלוּחִים בְּכָל הַמְּקוֹמוֹת, אִישׁ פְּלוֹנִי בֶּן אִישׁ פְּלוֹנִי נִתְחַיֵּב מִיתָה בְּבֵית דִּין:
4 Man tötet ihn nicht durch das Gericht seiner Stadt, auch nicht durch das Gericht zu Jabneh, sondern man bringt ihn zum obersten Gerichte nach Jerusalem hinauf, wo man ihn bis zum Feste bewacht und ihn während der Festeszeit tötet, denn es heisst (Deut. 17, 13): „Das ganze Volk soll hören und sich fürchten und fortan nicht freveln;„ dies die Worte R. Akiba’s. R Jehuda sagt: Man darf seine Bestrafung nicht aufschieben, vielmehr tötet man ihn sogleich, dann schreibt man (Briefe) und sendet (sie durch) Boten nach allen Orten: „N., Sohn des N., ist vom Gerichte zum Tode verurteilt worden.“
ה נְבִיא הַשֶּׁקֶר הַמִּתְנַבֵּא עַל מַה שֶּׁלֹּא שָׁמַע וּמַה שֶּׁלֹּא נֶאֱמַר לוֹ, מִיתָתוֹ בִידֵי אָדָם. אֲבָל הַכּוֹבֵשׁ אֶת נְבוּאָתוֹ, וְהַמְוַתֵּר עַל דִּבְרֵי נָבִיא, וְנָבִיא שֶׁעָבַר עַל דִּבְרֵי עַצְמוֹ, מִיתָתוֹ בִידֵי שָׁמַיִם, שֶׁנֶּאֱמַר (שם יח) אָנֹכִי אֶדְרשׁ מֵעִמּוֹ:
5 „Ein falscher Prophet.„ — Wer prophezeiht, was er nicht vernommen und was nicht ihm offenbart worden ist, der wird durch Menschenhände getötet, wer aber seine Prophezeihung unterdrückt, wer die Worte eines Propheten missachtet und ein Prophet, der seine eigenen Worte übertritt, erleidet den Tod durch Gottes Hand, denn es heisst (Deut. 18, 19): „Ich werde es von ihm fordern“.
ו הַמִּתְנַבֵּא בְשֵׁם עֲבוֹדָה זָרָה וְאוֹמֵר, כָּךְ אָמְרָה עֲבוֹדָה זָרָה, אֲפִלּוּ כִוֵּן אֶת הַהֲלָכָה, לְטַמֵּא אֶת הַטָּמֵא וּלְטַהֵר אֶת הַטָּהוֹר. הַבָּא עַל אֵשֶׁת אִישׁ, כֵּיוָן שֶׁנִּכְנְסָה לִרְשׁוּת הַבַּעַל לַנִּשּׂוּאִין אַף עַל פִּי שֶׁלֹּא נִבְעֲלָה, הַבָּא עָלֶיהָ הֲרֵי זֶה בְחֶנֶק. וְזוֹמְמֵי בַת כֹּהֵן וּבוֹעֲלָהּ, שֶׁכָּל הַזּוֹמְמִין מַקְדִּימִין לְאוֹתָהּ מִיתָה, חוּץ מִזּוֹמְמֵי בַת כֹּהֵן וּבוֹעֲלָהּ:
6 „Wer im Namen eines fremden Gottes prophezeiht;„ das ist Einer, der spricht: „so hat der fremde Gott gesagt;“ wenn er auch mit der Halachah übereinstimmt, indem er das Unreine für unrein und das Reine für rein erklärt. — „Wer einer Ehefrau beiwohnt.„ — Sobald sie in den Besitz des Mannes zur Heirat übergegangen, wiewohl sie noch nicht geehelicht worden ist, wird der ihr Beiwohnende mit Erdrosselung bestraft. — „Die falschen Zeugen wider eine Priesterstochter und wer mit einer solchen Unzucht treibt„; denn alle falschen Zeugen kommen früher zu demselben Tode, [den sie dem Angeklagten zugedachten], mit Ausnähme der falschen Zeugen wider eine Priesterstochter und ihren [angeblichen] Buhlen.