Peah 8

Kapitel 8

א מֵאֵימָתַי כָּל אָדָם מֻתָּרִין בְּלֶקֶט. מִשֶּׁיֵּלְכוּ הַנָּמוֹשׁוֹת. בְּפֶרֶט וְעוֹלְלוֹת, מִשֶּׁיֵּלְכוּ הָעֲנִיִּים בַּכֶּרֶם וְיָבֹאוּ. וּבְזֵיתִים, מִשֶּׁתֵּרֵד רְבִיעָה שְׁנִיָּה. אָמַר רַבִּי יְהוּדָה, וַהֲלֹא יֵשׁ שֶׁאֵינָם מוֹסְקִין אֶת זֵיתֵיהֶם אֶלָּא לְאַחַר רְבִיעָה שְׁנִיָּה. אֶלָּא כְדֵי שֶׁיְּהֵא הֶעָנִי יוֹצֵא וְלֹא יְהֵא מֵבִיא בְּאַרְבָּעָה אִסָּרוֹת:
1 Wann ist jedem Menschen das Nachlesen (der Feldfrüchte) erlaubt? — Sobald die Altersschwachen Weggehen. Das Aufklauben der einzelnen Beeren und die Traubennachlese? Wenn die Armen (zum zweiten Male) hingehen und wiederkommen. Und bei den Oelbeeren? Nachdem der zweite Regen gefallen ist. Rügt R. Jehudah: Gibt es nicht Leute, die erst nach dem zweiten Regen ihre Oliven abschlagen? — Daher besser, wenn der Arme fortgeht und nicht mehr als vier <span dir="rtl">אסרות</span> heimbringt.
ב נֶאֱמָנִים עַל הַלֶּקֶט וְעַל הַשִּׁכְחָה וְעַל הַפֵּאָה בִּשְׁעָתָן, וְעַל מַעְשַׂר עָנִי בְּכָל שְׁנָתוֹ. וּבֶן לֵוִי נֶאֱמָן לְעוֹלָם. וְאֵינָן נֶאֱמָנִין אֶלָּא עַל דָּבָר שֶׁבְּנֵי אָדָם נוֹהֲגִין כֵּן:
2 Man kann den Armen glauben in Betreff des <span dir="rtl">לקט</span>, der <span dir="rtl">שכחה</span> und der <span dir="rtl">פאה</span> während ihrer Zeit und in Betreff des Armenzehntens das ganze Jahr hindurch. Den Leviten darf man immer glauben. Doch darf man ihnen nur dann glauben, wenn die Leute ihnen solche Dinge zu geben pflegen.
ג נֶאֱמָנִין עַל הַחִטִּים, וְאֵין נֶאֱמָנִין עַל הַקֶּמַח וְלֹא עַל הַפָּת. נֶאֱמָנִין עַל הַשְּׂעוֹרָה שֶׁל אֹרֶז, וְאֵין נֶאֱמָנִין עָלָיו בֵּין חַי בֵּין מְבֻשָּׁל. נֶאֱמָנִין עַל הַפּוֹל, וְאֵין נֶאֱמָנִין עַל הַגְּרִיסִין, לֹא חַיִּים וְלֹא מְבֻשָּׁלִין. נֶאֱמָנִין עַל הַשֶּׁמֶן לוֹמַר שֶׁל מַעְשַׂר עָנִי הוּא, וְאֵין נֶאֱמָנִין עָלָיו לוֹמַר שֶׁל זֵיתֵי נִקּוּף הוּא:
3 Man darf den Armen glauben, wenn es Weizen, nicht aber, wenn es Mehl oder Brot ist. Man darf ihnen glauben, wenn der Reis noch in den Ähren ist, sonst aber nicht, er mag roh oder gekocht sein. Man darf ihnen glauben, wenn die Bohnen ganz, nicht aber wenn sie zermalmt sind, sie mögen roh oder gekocht sein. Man darf ihnen glauben, wenn sie sagen: Dieses Öl ist vom Armenzehnten. Nicht aber, wenn sie sagen: Es ist von den Ölbeeren, die abgeschlagen wurden.
ד נֶאֱמָנִים עַל הַיָּרָק חַי, וְאֵין נֶאֱמָנִים עַל הַמְבֻשָּׁל, אֶלָּא אִם כֵּן הָיָה לוֹ דָּבָר מֻעָט, שֶׁכֵּן דֶּרֶךְ בַּעַל הַבַּיִת לִהְיוֹת מוֹצִיא מִלְּפָסוֹ:
4 Man glaubt ihnen, wenn das Kraut roh, nicht aber, wenn es gekocht ist; es sei denn, dass die Armen nur wenig davon haben; weil es die Art des Eigentümers ist, auch (den Armenzehnt) aus dem Kessel zu geben.
ה אֵין פּוֹחֲתִין לָעֲנִיִּים בַּגֹּרֶן מֵחֲצִי קַב חִטִּים וְקַב שְׂעוֹרִים. רַבִּי מֵאִיר אוֹמֵר, חֲצִי קַב. קַב וָחֵצִי כֻסְּמִין, וְקַב גְּרוֹגָרוֹת, אוֹ מָנֶה דְּבֵלָה. רַבִּי עֲקִיבָא אוֹמֵר, פְּרָס. חֲצִי לֹג יָיִן. רַבִּי עֲקִיבָא אוֹמֵר, רְבִיעִית. רְבִיעִית שֶׁמֶן. רַבִּי עֲקִיבָא אוֹמֵר, שְׁמִינִית. וּשְׁאָר כָּל הַפֵּרוֹת, אָמַר אַבָּא שָׁאוּל, כְּדֵי שֶׁיִּמְכְּרֵם וְיִקַּח בָּהֶם מְזוֹן שְׁתֵּי סְעֻדּוֹת:
5 Man darf den Armen auf der Tenne nicht weniger als ein halbes <span dir="rtl">קב</span> Weizen und ein <span dir="rtl">קב</span> Gerste geben. R. Meïr aber sagt. Ein halbes <span dir="rtl">קב</span>; — anderthalb <span dir="rtl">קב</span> Dinkel und ein <span dir="rtl">קב</span> trockener Feigen, oder eine <span dir="ltr">מנה</span> Feigenkuchen. R. Akiba aber meint: Eine halbe <span dir="rtl">מנה</span>. — Ein halbes <span dir="ltr">לוג</span> Wein. R. Akiba dagegen, ein Viertel. Ein Viertel (<span dir="rtl">לוג</span>) Oel, nach R. Akiba ein Achtel. Von allen übrigen Früchten, meint Abba Schaul, muss man ihnen so viel geben, dass, wenn Einer von ihnen es verkauft, er für das, was er dafür erhält, sich Speise für zwei Mahlzeiten kaufen kann.
ו מִדָּה זוֹ אֲמוּרָה בְּכֹהֲנִים וּבִלְוִיִּם וּבְיִשְׂרְאֵלִים. הָיָה מַצִּיל, נוֹטֵל מֶחֱצָה וְנוֹתֵן מֶחֱצָה. הָיָה לוֹ דָבָר מֻעָט, נוֹתֵן לִפְנֵיהֶם, וְהֵן מְחַלְּקִין בֵּינֵיהֶם:
6 Dieses Maass ist bestimmt für (arme) Priester Leviten u. Israeliten. Will Jemand etwas (für seine armen Verwandten) zurückbehalten, so nimmt er die Hälfte und gibt die (andere) Hälfte fort. Bleibt ihm dann nur noch wenig zurück, so legt er es vor die Armen hin und sie teilen dasselbe unter sich.
ז אֵין פּוֹחֲתִין לֶעָנִי הָעוֹבֵר מִמָּקוֹם לְמָקוֹם מִכִּכָּר בְּפוּנְדְיוֹן, מֵאַרְבַּע סְאִין בְּסֶלַע. לָן, נוֹתְנִין לוֹ פַּרְנָסַת לִינָה. שָׁבַת, נוֹתְנִין לוֹ מְזוֹן שָׁלשׁ סְעֻדּוֹת. מִי שֶׁיֶּשׁ לוֹ מְזוֹן שְׁתֵּי סְעֻדּוֹת, לֹא יִטֹּל מִן הַתַּמְחוּי. מְזוֹן אַרְבַּע עֶשְׂרֵה סְעֻדּוֹת, לֹא יִטֹּל מִן הַקֻּפָּה. וְהַקֻּפָּה נִגְבֵּית בִּשְׁנַיִם, וּמִתְחַלֶּקֶת בִּשְׁלשָׁה:
7 Man gibt einem Armen, der von einem Orte zum andern wandert, nicht weniger als ein Brot, das ein Pundion wert ist, wenn man vier <span dir="rtl">סאה</span> (Getreide) um ein <span dir="rtl">סלע</span> bekommt. Bleibt er über Nacht, so gebe man ihm was zu einem Nachtlager gehört. (Bleibt er über) <span dir="rtl">שבת</span>, so muss man ihm Speise für drei Mahlzeiten geben. Wer Speise für zwei Mahlzeiten hat, der nehme nichts aus der Armenschüssel. Wer Speise für vierzehn Mahlzeiten hat, der nehme nichts ans der Armenbüchse. Die Sammlung für dieselbe wird immer durch zwei Personen besorgt. Bei der Verteilung jedoch müssen immer drei zugegen sein.
ח מִי שֶׁיֶּשׁ לוֹ מָאתַיִם זוּז, לֹא יִטֹּל לֶקֶט שִׁכְחָה וּפֵאָה וּמַעְשַׂר עָנִי. הָיוּ לוֹ מָאתַיִם חָסֵר דִּינָר, אֲפִלּוּ אֶלֶף נוֹתְנִין לוֹ כְאַחַת, הֲרֵי זֶה יִטֹּל. הָיוּ מְמֻשְׁכָּנִים לְבַעַל חוֹבוֹ אוֹ לִכְתֻבַּת אִשְׁתּוֹ, הֲרֵי זֶה יִטֹּל. אֵין מְחַיְּבִין אוֹתוֹ לִמְכֹּר אֶת בֵּיתוֹ וְאֶת כְּלֵי תַשְׁמִישׁוֹ:
8 Wer zweihundert Sus in seinem Vermögen besitzt, der soll weder <span dir="rtl">לקט,שכחה,פאה</span> noch den Armenzehnt annehmen. Fehlt ihm aber zu zweihundert nur ein Denar, so kann er es annehmen, wenn ihm auch tausend Eigentümer zu gleicher Zeit (die Gaben) geben. Ist sein Vermögen seinem Gläubiger, oder für die Morgengabe seiner Frau verpfändet, so darf er es annehmen. Auch darf man ihn nicht zwingen, sein Haus oder seine Geräte zu verkaufen.
ט מִי שֶׁיֶּשׁ לוֹ חֲמִשִּׁים זוּז וְהוּא נוֹשֵׂא וְנוֹתֵן בָּהֶם, הֲרֵי זֶה לֹא יִטֹּל. וְכָל מִי שֶׁאֵינוֹ צָרִיךְ לִטֹּל וְנוֹטֵל, אֵינוֹ נִפְטָר מִן הָעוֹלָם עַד שֶׁיִּצְטָרֵךְ לַבְּרִיּוֹת. וְכָל מִי שֶׁצָּרִיךְ לִטֹּל וְאֵינוֹ נוֹטֵל, אֵינוֹ מֵת מִן הַזִּקְנָה עַד שֶׁיְּפַרְנֵס אֲחֵרִים מִשֶּׁלּוֹ, וְעָלָיו הַכָּתוּב אוֹמֵר בָּרוּךְ הַגֶּבֶר אֲשֶׁר יִבְטַח בַּה' וְהָיָה ה' מִבְטַחוֹ (ירמיה יז). וְכֵן דַּיָּן שֶׁדָּן דִּין אֱמֶת לַאֲמִתּוֹ. וְכָל מִי שֶׁאֵינוֹ לֹא חִגֵּר, וְלֹא סוּמָא, וְלֹא פִסֵּחַ, וְעוֹשֶׂה עַצְמוֹ כְּאַחַד מֵהֶם, אֵינוֹ מֵת מִן הַזִּקְנָה עַד שֶׁיִּהְיֶה כְּאֶחָד מֵהֶם, שֶׁנֶּאֱמַר (דברים טז) צֶדֶק צֶדֶק תִּרְדֹּף. וְכָל דַּיָּן שֶׁלּוֹקֵחַ שֹׁחַד וּמַטֶּה אֶת הַדִּין, אֵינוֹ מֵת מִן הַזִּקְנָה עַד שֶׁעֵינָיו כֵּהוֹת, שֶׁנֶּאֱמַר (שמות כג) וְשֹׁחַד לֹא תִקָּח כִּי הַשֹּׁחַד יְעַוֵּר פִּקְחִים וְגוֹ':
9 Wer nur fünfzig Sus hat und damit Geschäfte macht, der nehme nichts an. Wer nichts zu nehmen braucht und doch annimmt, der geht nicht aus der Welt, ohne anderer Menschen bedürftig zu sein. Wer hingegen zu nehmen benötigt ist und den noch nichts nimmt, der stirbt nicht, ohne im hohen Alter Andere mit seinem Vermögen unterstützt zu haben. Von ihm sagt die Schrift (Jer. 17,7): »Gesegnet ist der Mann, der auf Gott vertraut, dessen Zuversicht der Ewige ist«. So ist’s auch mit dem Richter, der nach der Wahrheit ein Urteil fällt.— Wer weder lahm, noch blind, noch hinkend ist, und sich doch stellt, als wäre er es, der erlebt es noch, dass er es wirklich wird. Denn es heisst (Proverb. 11,27): » Wer Böses sucht, über den wird es kommen«. Auch heisst es (Deuter. 16,20): »Gerechtigkeit,« Gerechtigkeit, sollst Du nachstreben! Jeder Richter, der Bestechung annimmt und das Recht beugt, der erlebt es noch, dass seine Augen blöde werden, wie es heisst (Exodus 23,8): »Auch sollst Du keine Bestechung annehmen, denn die Bestechung blendet die Sehendem.«