Nedarim 8

Kapitel 8

א קוֹנָם יַיִן שֶׁאֲנִי טוֹעֵם הַיּוֹם, אֵינוֹ אָסוּר אֶלָּא עַד שֶׁתֶּחְשָׁךְ. שַׁבָּת זוֹ, אָסוּר בְּכָל הַשַּׁבָּת, וְשַׁבָּת שֶׁעָבְרָה. חֹדֶשׁ זֶה, אָסוּר בְּכָל הַחֹדֶשׁ, וְרֹאשׁ חֹדֶשׁ לְהַבָּא. שָׁנָה זוֹ, אָסוּר בְּכָל הַשָּׁנָה, וְרֹאשׁ הַשָּׁנָה לֶעָתִיד לָבֹא. שָׁבוּעַ זֶה, אָסוּר בְּכָל הַשָּׁבוּעַ, וּשְׁבִיעִית שֶׁעָבְרָה. וְאִם אָמַר יוֹם אֶחָד, שַׁבָּת אֶחָת, חֹדֶשׁ אֶחָד, שָׁנָה אֶחָת, שָׁבוּעַ אֶחָד, אָסוּר מִיּוֹם לְיוֹם:
1 [Wenn jemand sagt:] „Konam, dass ich an diesem Tage keinen Wein versuchen werde“, so ist es ihm nur verboten, bis es finster wird. [Sagt er: ] „diese Woche“, so ist es ihm während der ganzen Woche und am Sabbat, der zu dieser verflossenen Woche gehört, verboten. [Sagt er:] „diesen Monat“, so ist es ihm während des ganzen Monats verboten, der Neumond jedoch gehört zum kommenden [Monat]. [Sagt er:] „dieses Jahr“, so ist es ihm während des ganzen Jahres verboten, Neujahr aber gehört zum kommenden [Jahre]. [Sagt er:] „diese Jahrwoche,“ so ist es ihm während der ganzen Jahrwoche verboten sowie im siebenten Jahre, das zu dieser verflossenen [Jahrwoche] gehört. Wenn er aber sagt: „einen Tag, eine Woche, einen Monat, ein Jahr, eine Jahrwoche“, so ist es ihm bis zur Wiederkehr des [betreffenden] Zeitpunktes verboten.
ב עַד הַפֶּסַח, אָסוּר עַד שֶׁיַּגִּיעַ. עַד שֶׁיְּהֵא, אָסוּר עַד שֶׁיֵּצֵא. עַד לִפְנֵי הַפֶּסַח, רַבִּי מֵאִיר אוֹמֵר, אָסוּר עַד שֶׁיַּגִּיעַ. רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, אָסוּר עַד שֶׁיֵּצֵא:
2 [Sagt er:] „bis Pessach“, so ist es ihm verboten, bis dieses eintritt. [Sagt er:] „bis Pessach sein wird“, so ist es ihm verboten, bis dieses zu Ende geht. [Sagt er:] „bis zum Pessach“, so sagt R. Meir, es ist ihm verboten, bis dieses eintritt, R. Jose aber sagt, es ist ihm verboten, bis dieses zu Ende geht.
ג עַד הַקָּצִיר, עַד הַבָּצִיר, עַד הַמָּסִיק, אֵינוֹ אָסוּר אֶלָּא עַד שֶׁיַּגִּיעַ. זֶה הַכְּלָל, כֹּל שֶׁזְּמַנּוֹ קָבוּעַ וְאָמַר עַד שֶׁיַּגִּיעַ, אָסוּר עַד שֶׁיַּגִּיּעַ. אָמַר עַד שֶׁיְּהֵא, אָסוּר עַד שֶׁיֵּצֵא. וְכֹל שֶׁאֵין זְמַנּוֹ קָבוּעַ, בֵּין אָמַר עַד שֶׁיְּהֵא, בֵּין אָמַר עַד שֶׁיַּגִּיעַ, אֵינוֹ אָסוּר אֶלָּא עַד שֶׁיַּגִּיעַ:
3 [Sagt er:] „bis zur Ernte, bis zur Weinlese, bis zur Olivenlese“, so ist es ihm nur verboten, bis diese eintritt. Dies [nämlich] ist die Regel: Wenn etwas eine bestimmte Dauer hat und jemand sagt: „bis es eintritt“, so ist es ihm nur verboten bis es eintritt; wenn er aber sagt: „bis es sein wird“, so ist es ihm verboten, bis es zu Ende geht; wenn aber etwas keine bestimmte Dauer hat, so ist es ihm, gleichviel ob er sagt: „bis es sein wird“, oder ob er sagt: „bis es eintritt“, nur verboten, bis es eintritt.
ד עַד הַקַּיִץ, עַד שֶׁיְּהֵא הַקַּיִץ, עַד שֶׁיַתְחִילוּ הָעָם לְהַכְנִיס בַּכַּלְכַּלּוֹת. עַד שֶׁיַּעֲבֹר הַקַּיִץ, עַד שֶׁיְּקַפְּלוּ הַמַּקְצוּעוֹת. עַד הַקָּצִיר, עַד שֶׁיַּתְחִיל הָעָם לִקְצֹר, קְצִיר חִטִּין אֲבָל לֹא קְצִיר שְׂעֹרִים. הַכֹּל לְפִי מְקוֹם נִדְרוֹ, אִם הָיָה בָהָר, בָּהָר, וְאִם הָיָה בַבִּקְעָה, בַּבִּקְעָה:
4 [Sagt er:] „bis zum Sommer“, [oder] „bis der Sommer sein wird“, [so ist es ihm verboten], bis das Volk anfängt, [die Früchte] in Körben heimzubringen. [Sagt er:] „bis der Sommer verflossen ist“, [so ist es ihm verboten], bis die Messer zusammengelegt werden. [Sagt er:] „bis zur Ernte“, [so ist es ihm verboten], bis das Volk anfängt zu ernten und zwar den Weizen, aber nicht die Gerste. Alles richtet sich [jedoch] nach dem Orte, an dem man das Gelübde getan; geschah es im Gebirge, so richtet es sich nach dem Gebirge, geschah es in der Ebene, so richtet es sich nach der Ebene.
ה עַד הַגְּשָׁמִים, עַד שֶׁיִּהְיוּ הַגְּשָׁמִים, עַד שֶׁתֵּרֵד רְבִיעָה שְׁנִיָּה. רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, עַד שֶׁיַּגִּיעַ זְמַנָּהּ שֶׁל רְבִיעָה. עַד שֶׁיִּפָּסְקוּ גְשָׁמִים, עַד שֶׁיֵּצֵא נִיסָן כֻּלּוֹ, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, עַד שֶׁיַּעֲבֹר הַפֶּסַח. קוֹנָם יַיִן שֶׁאֵינִי טוֹעֵם הַשָּׁנָה, נִתְעַבְּרָה הַשָּׁנָה, אָסוּר בָּהּ וּבְעִבּוּרָהּ. עַד רֹאשׁ אֲדָר, עַד רֹאשׁ אֲדָר הָרִאשׁוֹן. עַד סוֹף אֲדָר, עַד סוֹף אֲדָר הָרִאשׁוֹן. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, קוֹנָם יַיִן שֶׁאֵינִי טוֹעֵם עַד שֶׁיְּהֵא הַפֶּסַח, אֵינוֹ אָסוּר אֶלָּא עַד לֵיל הַפֶּסַח, שֶׁלֹּא נִתְכַּוֵּן זֶה אֶלָּא עַד שָׁעָה שֶׁדֶּרֶךְ בְּנֵי אָדָם לִשְׁתּוֹת יָיִן:
5 [Sagt er:] „bis zur Regenzeit“, [oder] „bis die Regenzeit sein wird“, [so ist es ihm verboten,] bis der zweite Regen gefallen ist; R. Simon, Sohn Gamliels, aber sagt: [nur] bis die Zeit des zweiten Regens eintritt. [Sagt er:] „bis die Regenzeit aufhört“, [so ist es ihm verboten,] bis der ganze Nissan zu Ende ist; dies sind die Worte des R. Meir. R. Jehuda aber sagt: bis Pessach vorüber ist. [Wenn jemand sagt:] „Konam, dass ich dieses Jahr keinen Wein kosten werde“, und das Jahr als Schaltjahr erklärt wird, so ist es ihm in diesem [ganzen Jahre] und im Schaltmonat verboten. [Sagt er:] „bis Anfang Adar“, [so ist es ihm verboten] bis zum Anfang des ersten [Monats] Adar. [Sagt er:] „bis Ende Adar“, [so ist es ihm verboten] bis zum Ende des ersten [Monats] A dar. R. Jehuda sagt: Wenn jemand sagt: „Konam, dass ich keinen Wein kosten werde, bis Pessach sein wird“, so ist es ihm nur bis zur Pessachnacht verboten, denn er meinte nur bis zu der Zeit, da die Menschen gewöhnlich Wein trinken.
ו אָמַר קוֹנָם בָּשָׂר שֶׁאֵינִי טוֹעֵם עַד שֶׁיְּהֵא הַצּוֹם, אֵינוֹ אָסוּר אֶלָּא עַד לֵילֵי צוֹם, שֶׁלֹּא נִתְכַּוֵּן זֶה אֶלָּא עַד שָׁעָה שֶׁדֶּרֶךְ בְּנֵי אָדָם לֶאֱכֹל בָּשָׂר. רַבִּי יוֹסֵי בְנוֹ אוֹמֵר, קוֹנָם שׁוּם שֶׁאֵינִי טוֹעֵם עַד שֶׁתְּהֵא שַׁבָּת, אֵינוֹ אָסוּר אֶלָּא עַד לֵילֵי שַׁבָּת, שֶׁלֹּא נִתְכַּוֵּן זֶה אֶלָּא עַד שָׁעָה שֶׁדֶּרֶךְ בְּנֵי אָדָם לֶאֱכֹל שׁוּם:
6 Sagt er: „Konam, dass ich kein Fleisch kosten werde, bis der Fasttag sein wird“, so ist es ihm nur bis zum Abend vor dem Fasttage verboten, denn er meinte nur bis zu der Zeit, da die Menschen gewöhnlich Fleisch essen. Sein Sohn R. Jose sagt: Wenn jemand sagt: „Konam, dass ich keinen Knoblauch kosten werde, bis Sabbat sein wird“, so ist es ihm nur bis zur Nacht des Sabbat verboten, denn er meinte nur bis zu der Zeit, da die Menschen gewöhnlich Knoblauch essen.
ז הָאוֹמֵר לַחֲבֵרוֹ קוֹנָם שֶׁאֲנִי נֶהֱנֶה לְךָ אִם אֵין אַתָּה בָא וְנוֹטֵל לְבָנֶיךָ כּוֹר אֶחָד שֶׁל חִטִּין וּשְׁתֵּי חָבִיּוֹת שֶׁל יַיִן, הֲרֵי זֶה יָכוֹל לְהָפֵר אֶת נִדְרוֹ שֶׁלֹּא עַל פִּי חָכָם, וְיֹאמַר לוֹ, כְּלוּם אָמַרְתָּ אֶלָּא מִפְּנֵי כְבוֹדִי, זֶהוּ כְבוֹדִי. וְכֵן הָאוֹמֵר לַחֲבֵרוֹ קוֹנָם שֶׁאַתָּה נֶהֱנֶה לִי אִם אֵין אַתָּה בָא וְנוֹתֵן לִבְנִי כּוֹר אֶחָד שֶׁל חִטִּין וּשְׁתֵּי חָבִיּוֹת שֶׁל יַיִן, רַבִּי מֵאִיר אוֹמֵר, אָסוּר עַד שֶׁיִּתֵּן. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, אַף זֶה יָכוֹל לְהָפֵר אֶת נִדְרוֹ שֶׁלֹּא עַל פִּי חָכָם, וְיֹאמַר לוֹ, הֲרֵי אֲנִי כְאִלּוּ הִתְקַבָּלְתִּי. הָיוּ מְסָרְבִין בּוֹ לָשֵׂאת בַּת אֲחוֹתוֹ וְאָמַר קוֹנָם שֶׁהִיא נֶהֱנֵית לִי לְעוֹלָם, וְכֵן הַמְגָרֵשׁ אֶת אִשְׁתּוֹ וְאָמַר קוֹנָם אִשְׁתִּי נֶהֱנֵית לִי לְעוֹלָם, הֲרֵי אֵלּוּ מֻתָּרוֹת לֵהָנוֹת לוֹ, שֶׁלֹּא נִתְכַּוֵּן זֶה אֶלָּא לְשׁוּם אִישׁוּת. הָיָה מְסָרֵב בַּחֲבֵרוֹ שֶׁיֹּאכַל אֶצְלוֹ, אָמַר קוֹנָם לְבֵיתְךָ שֶׁאֵינִי נִכְנָס, טִפַּת צוֹנֵן שֶׁאֵינִי טוֹעֵם לָךְ, מֻתָּר לִכָּנֵס לְבֵיתוֹ וְלִשְׁתּוֹת מִמֶּנּוּ צוֹנֵן, שֶׁלֹּא נִתְכַּוֵּן זֶה אֶלָּא לְשׁוּם אֲכִילָה וּשְׁתִיָּה:
7 Wenn einer zum andern sagt: „Konam, dass ich von dir keinen Genuss haben werde, wenn du nicht für deine Kinder ein Kor Weizen und zwei Fass Wein [von mir] annimmst“, so kann er sein Gelübde auch ohne Entscheidung eines Gelehrten lösen, indem der andere zu ihm sagt: „Hast du nicht nur meiner Ehre halber so gesprochen? Darin aber besteht meine Ehre“. Ebenso: wenn jemand sagt: „Konam sei, was du von mir geniessen solltest, wenn du nicht meinen Kindern ein Kor Weizen und zwei Fass Wein geben willst“, so sagt R. Meir: es ist ihm verboten, bis er [diese Dinge ihnen] giebt; die Weisen aber sagen: auch dieser kann sein Gelübde [selbst] ohne Entscheidung eines Weisen lösen, indem er nachher zu ihm sagt: „es sei so gut, als ob ich es schon bekommen hätte“. Wenn man in jemand dringt, die Tochter seiner Schwester zu heiraten und er sagt: „Konam, dass sie niemals einen Genuss von mir haben wird“, ebenso: wenn jemand sich von seiner Frau scheidet und sagt: „Konam, dass meine Frau niemals einen Genuss von mir haben wird“, so dürfen sie von ihm [gleichwohl] einen Genuss haben, denn er meinte es nur in Bezug auf die Ehe. Wenn einer in den andren dringt, dass er bei ihm speise und dieser sagt: „Konam, dass ich dein Haus nicht betrete“, [oder] „dass ich keinen Tropfen Kaltes bei dir koste“, so darf er [gleichwohl] sein Haus betreten und Kaltes bei ihm trinken, denn er meinte es nur in Bezug auf Essen und Trinken.