Kiddushin 1

Kapitel 1

א הָאִשָּׁה נִקְנֵית בְּשָׁלשׁ דְּרָכִים, וְקוֹנָה אֶת עַצְמָהּ בִּשְׁתֵּי דְרָכִים. נִקְנֵית בְּכֶסֶף, בִּשְׁטָר, וּבְבִיאָה. בְּכֶסֶף, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, בְּדִינָר וּבְשָׁוֶה דִינָר. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, בִּפְרוּטָה וּבְשָׁוֶה פְרוּטָה. וְכַמָּה הִיא פְרוּטָה, אֶחָד מִשְּׁמֹנָה בָאִסָּר הָאִיטַלְקִי. וְקוֹנָה אֶת עַצְמָהּ בְּגֵט וּבְמִיתַת הַבָּעַל. הַיְבָמָה נִקְנֵית בְּבִיאָה. וְקוֹנָה אֶת עַצְמָהּ בַּחֲלִיצָה וּבְמִיתַת הַיָּבָם:
1 Die Frau wird auf drei Arten angeeignet und eignet sich selbst an auf zwei Arten! sie wird angeeignet durch Geld, Urkunde und Beischlaf. Durch Geld, wie die Schule Šammajs sagt, mit einem Denar und dem Werte eines Denars, und wie die Schule Hillels sagt, mit einer Peruṭa und dem Werte einer Peruṭa. Wieviel ist eine Peruṭa? Ein Achtel eines italischen Assars. Sie eignet sich selbst an durch Scheidebrief und Tod ihres Ehemannes. Die Eheschwägerin wird angeeignet durch Beischlaf und eignet sich selbst an durch Ḥaliça und Tod des Eheschwagers.
ב עֶבֶד עִבְרִי נִקְנֶה בְכֶסֶף וּבִשְׁטָר, וְקוֹנֶה אֶת עַצְמוֹ בַּשָּׁנִים וּבַיּוֹבֵל וּבְגִרְעוֹן כֶּסֶף. יְתֵרָה עָלָיו אָמָה הָעִבְרִיָּה, שֶׁקּוֹנָה אֶת עַצְמָהּ בְּסִימָנִין. הַנִּרְצָע נִקְנֶה בִרְצִיעָה, וְקוֹנֶה אֶת עַצְמוֹ בַיּוֹבֵל וּבְמִיתַת הָאָדוֹן:
2 Der hebräische Sklave wird angeeignet durch Geld und Urkunde, und eignet sich selbst an durch die Jahre, durch das Jobeljahr und durch Reduktion des Kaufgeldes. Ihm überlegen ist die hebräische Magd, die sich auch durch Pubertätszeichen aneignet. Der Angebohrte wird durch das Anbohren angeeignet, und eignet sich selbst an durch das Jobeljahr und durch den Tod des Herrn.
ג עֶבֶד כְּנַעֲנִי נִקְנֶה בְכֶסֶף וּבִשְׁטָר וּבַחֲזָקָה, וְקוֹנֶה אֶת עַצְמוֹ בְכֶסֶף עַל יְדֵי אֲחֵרִים, וּבִשְׁטָר עַל יְדֵי עַצְמוֹ, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, בְּכֶסֶף עַל יְדֵי עַצְמוֹ וּבִשְׁטָר עַל יְדֵי אֲחֵרִים, וּבִלְבַד שֶׁיְּהֵא הַכֶּסֶף מִשֶּׁל אֲחֵרִים:
3 Der kenaa͑nitische Sklave wird angeeignet durch Geld, Urkunde und Besitznahme, und eignet sich selbst an durch Geld, das andere zahlen, und durch Urkunde, die er selber empfängt – so R. Meír; die Weisen sagen, durch Geld, das er selber zahlt, und durch Urkunde, die andere empfangen, nur muss es das Geld anderer sein.
ד בְּהֵמָה גַסָּה נִקְנֵית בִּמְסִירָה, וְהַדַּקָּה בְּהַגְבָּהָה, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר וְרַבִּי אֱלִיעֶזֶר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, בְּהֵמָה דַקָּה נִקְנֵית בִּמְשִׁיכָה:
4 Ein Großvieh wird durch Übergabe und ein Kleinvieh durch das Hochheben angeeignet – so R. Meír und R. Elie͑zer; die Weisen sagen, das Kleinvieh werde durch das Ansichziehen angeeignet.
ה נְכָסִים שֶׁיֵּשׁ לָהֶם אַחֲרָיוּת נִקְנִין בְּכֶסֶף וּבִשְׁטָר וּבַחֲזָקָה. וְשֶׁאֵין לָהֶם אַחֲרָיוּת, אֵין נִקְנִין אֶלָּא בִמְשִׁיכָה. נְכָסִים שֶׁאֵין לָהֶם אַחֲרָיוּת, נִקְנִין עִם נְכָסִים שֶׁיֵּשׁ לָהֶם אַחֲרָיוּת, בְּכֶסֶף וּבִשְׁטָר וּבַחֲזָקָה. וְזוֹקְקִין נְכָסִים שֶׁאֵין לָהֶם אַחֲרָיוּת אֶת הַנְּכָסִים שֶׁיֵּשׁ לָהֶם אַחֲרָיוּת לִשָּׁבַע עֲלֵיהֶן:
5 Güter, die Sicherheit gewähren, werden durch Geld, Urkunde und Besitznahme angeeignet, und die keine Sicherheit gewähren, werden nur durch das Ansichziehen angeeignet. Güter, die keine Sicherheit gewähren, werden mit Gütern, die Sicherheit gewahren, angeeignet durch Geld, Urkunde und Besitznahme; ferner werden sie Mit Gütern, die eine Sicherheit gewähren, verbunden, um auch wegen dieser schwören zu müssen.
ו כָּל הַנַּעֲשֶׂה דָמִים בְּאַחֵר, כֵּיוָן שֶׁזָּכָה זֶה, נִתְחַיֵּב זֶה בַחֲלִיפָיו. כֵּיצַד. הֶחֱלִיף שׁוֹר בְּפָרָה אוֹ חֲמוֹר בְּשׁוֹר, כֵּיוָן שֶׁזָּכָה זֶה, נִתְחַיֵּב זֶה בַחֲלִיפָיו. רְשׁוּת הַגָּבוֹהַּ, בְּכֶסֶף, וּרְשׁוּת הַהֶדְיוֹט, בַּחֲזָקָה. אֲמִירָתוֹ לַגָּבוֹהַּ, כִּמְסִירָתוֹ לַהֶדְיוֹט:
6 Wenn jemand das, was Zahlungsmittel ist, in Tausch gegeben hat, so ist er, sobald der andere es erworben hat, für das Eingetauschte haftbar. Zum Beispiel: wenn er ein Rind auf eine Kuh oder einen Esel auf ein Rind getauscht hat, so ist er, sobald der andere seines geeignet hat, für das Eingetauschte haftbar. Das Eigentumsrecht des Höchsten erfolgt durch das Kaufgeld und das Eigentumsrecht des Gemeinen erfolgt durch die Besitzergreifung. Dem Höchsten gegenüber gilt das Sprechen wie die Übergabe bei einem Gemeinen.
ז כָּל מִצְוֹת הַבֵּן עַל הָאָב, אֲנָשִׁים חַיָּבִין וְנָשִׁים פְּטוּרוֹת. וְכָל מִצְוֹת הָאָב עַל הַבֵּן, אֶחָד אֲנָשִׁים וְאֶחָד נָשִׁים חַיָּבִין. וְכָל מִצְוַת עֲשֵׂה שֶׁהַזְּמָן גְּרָמָהּ, אֲנָשִׁים חַיָּבִין וְנָשִׁים פְּטוּרוֹת. וְכָל מִצְוַת עֲשֵׂה שֶׁלֹּא הַזְּמָן גְּרָמָהּ, אֶחָד אֲנָשִׁים וְאֶחָד נָשִׁים חַיָּבִין. וְכָל מִצְוַת לֹא תַעֲשֶׂה, בֵּין שֶׁהַזְּמָן גְּרָמָהּ בֵּין שֶׁלֹּא הַזְּמָן גְּרָמָהּ, אֶחָד אֲנָשִׁים וְאֶחָד נָשִׁים חַיָּבִין, חוּץ מִבַּל תַּשְׁחִית וּבַל תַּקִּיף וּבַל תִּטַּמָּא לְמֵתִים:
7 Zu allen Geboten des Sohnes für den Vater sind Männer verpflichtet und Frauen davon frei, und zu allen Geboten des Vaters für den Sohn sind sowohl Männer als auch Frauen verpflichtet. Zu allen von einer festgesetzten Zeit bedingten Geboten sind Männer verpflichtet und Frauen davon frei, und zu allen von einer festgesetzten Zeit nicht bedingten Geboten sind sowohl Männer als auch Frauen verpflichtet. Alle Verbote aber, einerlei ob von einer festgesetzten Zeit bedingt oder nicht von einer festgesetzten Zeit bedingt, gelten sowohl für Männer als auch für Frauen, ausgenommen das Verbot des Rundscherens, des Zerstörens und der Verunreinigung an Toten.
ח הַסְּמִיכוֹת, וְהַתְּנוּפוֹת, וְהַהַגָּשׁוֹת, וְהַקְּמִיצוֹת, וְהַהַקְטָרוֹת, וְהַמְּלִיקוֹת, וְהַהַזָּאוֹת, וְהַקַּבָּלוֹת, נוֹהֲגִין בַּאֲנָשִׁים וְלֹא בְנָשִׁים, חוּץ מִמִּנְחַת סוֹטָה וּנְזִירָה, שֶׁהֵן מְנִיפוֹת:
8 Das Stützen, das Schwingen, das Heranbringen, das Abheben, das Aufräuchern, das Abkneifen, die Aufnahme und das Sprengen erfolgt nur durch Männer und nicht durch Frauen, ausgenommen das Speisopfer der Ehebruchsverdächtigten und der Nezira, bei denen diese zu schwingen haben.
ט כָּל מִצְוָה שֶׁהִיא תְלוּיָה בָאָרֶץ אֵינָהּ נוֹהֶגֶת אֶלָּא בָאָרֶץ. וְשֶׁאֵינָהּ תְּלוּיָה בָאָרֶץ נוֹהֶגֶת בֵּין בָּאָרֶץ בֵּין בְּחוּצָה לָאָרֶץ, חוּץ מִן הָעָרְלָה וְכִלְאָיִם. רַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמֵר, אַף מִן הֶחָדָשׁ:
9 Jedes Gesetz, das mit dem jisraélitischen Lande zusammenhängt, gilt nur im Lande und das nicht mit dem Lande zusammenhängt, gilt sowohl im Lande als auch außerhalb des Landes, Ausgenommen die Gesetze vom Ungeweihten und von der Mischfrucht; R. Elie͑zer sagt, auch das vom Neuen.
י כָּל הָעוֹשֶׂה מִצְוָה אַחַת, מְטִיבִין לוֹ וּמַאֲרִיכִין לוֹ יָמָיו וְנוֹחֵל אֶת הָאָרֶץ. וְכָל שֶׁאֵינוֹ עוֹשֶׂה מִצְוָה אַחַת, אֵין מְטִיבִין לוֹ וְאֵין מַאֲרִיכִין לוֹ יָמָיו וְאֵינוֹ נוֹחֵל אֶת הָאָרֶץ. כָּל שֶׁיֶּשְׁנוֹ בַמִּקְרָא וּבַמִּשְׁנָה וּבְדֶרֶךְ אֶרֶץ, לֹא בִמְהֵרָה הוּא חוֹטֵא, שֶׁנֶּאֱמַר (קהלת ד) וְהַחוּט הַמְשֻׁלָּשׁ לֹא בִמְהֵרָה יִנָּתֵק. וְכָל שֶׁאֵינוֹ לֹא בַמִּקְרָא וְלֹא בַמִּשְׁנָה וְלֹא בְדֶרֶךְ אֶרֶץ, אֵינוֹ מִן הַיִּשּׁוּב:
10 Wer auch nur ein Gebot ausübt, dem erweist man Gutes, man verlängert ihm das leben und er erbt das Land; wer ein Gebot nicht ausübt, dem erweist man nicht Gutes, man verlängert ihm nicht das Leben und er erbt nicht das Land.Wem Schrift, Mišna und Lebensart eigen sind, der sündigt nicht sobald, denn es heißt: der dreifache Faden wird nicht sobald reißen. Wem Schrift, Mišna und Lebensart nicht eigen sind, gehört nicht zur Gesellschaft.