Ketubot 9

Kapitel 9

א הַכּוֹתֵב לְאִשְׁתּוֹ, דִּין וּדְבָרִים אֵין לִי בִנְכָסַיִךְ, הֲרֵי זֶה אוֹכֵל פֵּרוֹת בְּחַיֶּיהָ. וְאִם מֵתָה, יוֹרְשָׁהּ. אִם כֵּן לָמָּה כָתַב לָהּ דִּין וּדְבָרִים אֵין לִי בִנְכָסַיִךְ, שֶׁאִם מָכְרָה וְנָתְנָה, קַיָּם. כָּתַב לָהּ, דִּין וּדְבָרִים אֵין לִי בִנְכָסַיִךְ וּבְפֵרוֹתֵיהֶן, הֲרֵי זֶה אֵינוֹ אוֹכֵל פֵּרוֹת בְּחַיֶּיהָ. וְאִם מֵתָה, יוֹרְשָׁהּ. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, לְעוֹלָם אוֹכֵל פֵּרֵי פֵרוֹת, עַד שֶׁיִּכְתֹּב לָהּ דִּין וּדְבָרִים אֵין לִי בִנְכָסַיִךְ וּבְפֵרוֹתֵיהֶן וּבְפֵרֵי פֵרוֹתֵיהֶן עַד עוֹלָם. כָּתַב לָהּ, דִּין וּדְבָרִים אֵין לִי בִנְכָסַיִךְ וּבְפֵרוֹתֵיהֶן וּבְפֵרֵי פֵרוֹתֵיהֶן בְּחַיַּיִךְ וּבְמוֹתֵךְ, אֵינוֹ אוֹכֵל פֵּרוֹת בְּחַיֶּיהָ. וְאִם מֵתָה, אֵינוֹ יוֹרְשָׁהּ. רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, אִם מֵתָה, יִירָשֶׁנָּה, מִפְּנֵי שֶׁהִתְנָה עַל מַה שֶׁכָּתוּב בַּתּוֹרָה, וְכָל הַמַּתְנֶה עַל מַה שֶּׁכָּתוּב בַּתּוֹרָה, תְּנָאוֹ בָטֵל:
1 Wenn jemand seiner Frau schriftlich erklärt: „ich will kein Recht und keinen Anspruch auf Deine Güter haben,“ so geniesst er [dennoch] ihre Früchte, solange sie lebt, und wenn sie stirbt, beerbt er sie. Wenn dem aber so ist, wozu schrieb er ihr dann: „ich will kein Recht und keinen Anspruch auf Deine Güter haben?“ Damit, wenn sie sie verkauft oder verschenkt, dies rechtskräftig sei. Wenn er ihr schriftlich erklärt: „ich will kein Recht und keinen Anspruch auf Deine Güter und deren Früchte haben,“ so darf er ihre Früchte nicht geniessen, solange sie lebt, sobald sie aber stirbt, beerbt er sie. R. Jehuda aber sagt: er darf immer die Früchte der Früchte geniessen, es sei denn, dass er ihr schriftlich erklärt: „ich will kein Recht und keinen Anspruch haben auf Deine Güter und deren Früchte und die Früchte von deren Früchten bis ins Unendliche.“ Wenn er ihr schriftlich erklärt: „ich will kein Recht und keinen Anspruch haben auf Deine Güter und deren Früchte (und die Früchte von deren Früchten) weder bei Deinen Lebzeiten noch nach Deinem Tode,“ so geniesst er ihre Früchte nicht, solange sie lebt, und beerbt sie nicht, wenn sie stirbt. Rabban Simon, Sohn Gamliels, sagt: wenn sie stirbt, beerbt er sie wohl, weil er etwas ausbedungen hat, was gegen eine Vorschrift der Thora verstösst, und wenn jemand etwas ausbedingt, was gegen eine Vorschrift der Thora verstösst, so ist seine Bedingung ungiltig.
ב מִי שֶׁמֵּת וְהִנִּיחַ אִשָּׁה וּבַעַל חוֹב וְיוֹרְשִׁין, וְהָיָה לוֹ פִקָּדוֹן אוֹ מִלְוֶה בְּיַד אֲחֵרִים, רַבִּי טַרְפוֹן אוֹמֵר, יִנָּתְנוּ לַכּוֹשֵׁל שֶׁבָּהֶן. רַבִּי עֲקִיבָא אוֹמֵר, אֵין מְרַחֲמִין בַּדִּין, אֶלָּא יִנָּתְנוּ לַיּוֹרְשִׁין, שֶׁכֻּלָּן צְרִיכִין שְׁבוּעָה וְאֵין הַיּוֹרְשִׁין צְרִיכִין שְׁבוּעָה:
2 Wenn jemand stirbt und eine Frau und einen Gläubiger und Erben hinterlässt, während er ein hinterlegtes Gut oder ein Darlehn in fremden Händen hat, so sagt R. Tarphon: es wird dem Schwächsten unter ihnen gegeben. R. Akiba aber sagt: man übt kein Mitleid im Gericht; es wird vielmehr den Erben gegeben, denn alle [Andren] müssen schwören, die Erben aber brauchen nicht zu schwören.
ג הִנִּיחַ פֵּרוֹת תְּלוּשִׁין מִן הַקַּרְקַע, כָּל הַקּוֹדֵם זָכָה בָהֶן. זָכְתָה אִשָּׁה יוֹתֵר מִכְּתֻבָּתָהּ, וּבַעַל חוֹב יוֹתֵר עַל חוֹבוֹ, הַמּוֹתָר, רַבִּי טַרְפוֹן אוֹמֵר, יִנָּתְנוּ לַכּוֹשֵׁל שֶׁבָּהֶן. רַבִּי עֲקִיבָא אוֹמֵר, אֵין מְרַחֲמִין בַּדִּין, אֶלָּא יִנָּתְנוּ לַיּוֹרְשִׁים, שֶׁכֻּלָּם צְרִיכִין שְׁבוּעָה וְאֵין הַיּוֹרְשִׁים צְרִיכִין שְׁבוּעָה:
3 Wenn jemand Früchte hinterlässt, die vom Boden getrennt sind, so erwirbt sie derjenige, der sie zuerst in Besitz nimmt. Wenn aber die Frau sich mehr [davon] aneignet, als ihre Ketuba beträgt oder der Gläubiger mehr, als seine Schuld beträgt, dann wird, so sagt R. Tarphon, der Überschuss dem Schwächsten unter ihnen gegeben. R. Akiba aber sagt: man übt kein Mitleid im Gericht; es wird vielmehr den Erben gegeben, denn alle [Andren] müssen schwören, die Erben aber brauchen nicht zu schwören.
ד הַמּוֹשִׁיב אֶת אִשְׁתּוֹ חֶנְוָנִית אוֹ שֶׁמִּנָּהּ אַפּוֹטְרוֹפָּא, הֲרֵי זֶה מַשְׁבִּיעָהּ כָּל זְמָן שֶׁיִּרְצֶה. רַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמֵר, אֲפִלּוּ עַל פִּלְכָּהּ וְעַל עִסָּתָהּ:
4 Wenn jemand seine Frau als Verkäuferin einsetzt oder zur Verwalterin ernennt, so kann er von ihr einen Eid verlangen, wann er will, R. Elieser sagt: sogar betreffs ihres Spinnrockens oder ihres Teiges.
ה כָּתַב לָהּ, נֶדֶר וּשְׁבוּעָה אֵין לִי עָלָיִךְ, אֵין יָכוֹל לְהַשְׁבִּיעָהּ, אֲבָל מַשְׁבִּיעַ הוּא אֶת יוֹרְשֶׁיהָ וְאֶת הַבָּאִים בִּרְשׁוּתָהּ. נֶדֶר וּשְׁבוּעָה אֵין לִי עָלַיִךְ וְעַל יוֹרְשַׁיִךְ וְעַל הַבָּאִים בִּרְשׁוּתִיךְ, אֵינוֹ יָכוֹל לְהַשְׁבִּיעָהּ, לֹא הִיא וְלֹא יוֹרְשֶׁיהָ וְלֹא אֶת הַבָּאִים בִּרְשׁוּתָהּ. אֲבָל יוֹרְשָׁיו מַשְׁבִּיעִין אוֹתָהּ, וְאֶת יוֹרְשֶׁיהָ וְאֶת הַבָּאִים בִּרְשׁוּתָהּ. נֶדֶר וּשְׁבוּעָה אֵין לִי וְלֹא לְיוֹרְשַׁי וְלֹא לַבָּאִים בִּרְשׁוּתִי עָלַיִךְ וְעַל יוֹרְשַׁיִךְ וְעַל הַבָּאִים בִּרְשׁוּתִיךְ, אֵינוֹ יָכוֹל לְהַשְׁבִּיעָהּ, לֹא הוּא וְלֹא יוֹרְשָׁיו וְלֹא הַבָּאִים בִּרְשׁוּתוֹ, לֹא אוֹתָהּ וְלֹא יוֹרְשֶׁיהָ וְלֹא הַבָּאִין בִּרְשׁוּתָהּ:
5 Wenn er ihr schriftlich erklärt: „ich werde weder ein Gelübde noch einen Eid Dir auferlegen,“ so kann er von ihr keinen Eid verlangen, wohl aber kann er von ihren Erben oder ihren Rechtsnachfolgern einen Eid verlangen. [Wenn er erklärt]: „ich werde weder Dir noch Deinen Erben noch Deinen Rechtsnachfolgern ein Gelübde oder einen Eid auferlegen,“ so kann er weder von ihr noch von ihren Erben noch von ihren Rechtsnachfolgern einen Eid verlangen, wohl aber können seine Erben von ihr oder ihren Erben oder ihren Rechtsnachfolgern einen Eid verlangen. [Wenn er erklärt]: „weder ich noch meine Erben noch meine Rechtsnachfolger werden Dir oder Deinen Erben oder Deinen Rechtsnachfolgern ein Gelübde oder einen Eid auferlegen,“ so können weder er noch seine Erben noch seine Rechtsnachfolger von ihr oder ihren Erben oder ihren Rechtsnachfolgern einen Eid verlangen.
ו הָלְכָה מִקֶּבֶר בַּעְלָהּ לְבֵית אָבִיהָ אוֹ שֶׁחָזְרָה לְבֵית חָמִיהָ, וְלֹא נַעֲשֵׂית אַפּוֹטְרוֹפָּא, אֵין הַיּוֹרְשִׁין מַשְׁבִּיעִין אוֹתָהּ. וְאִם נַעֲשֵׂית אַפּוֹטְרוֹפָּא, הַיּוֹרְשִׁין מַשְׁבִּיעִין אוֹתָהּ עַל הֶעָתִיד לָבֹא וְאֵין מַשְׁבִּיעִין אוֹתָהּ עַל מַה שֶּׁעָבָר:
6 Wenn sie von dem Grabe ihres Mannes in das Haus ihres Vaters geht, oder wenn sie in das Haus ihres Schwiegervaters zurückkehrt, ohne zur Verwalterin eingesetzt zu sein, so können die Erben von ihr keinen Eid verlangen; ist sie aber zur Verwalterin eingesetzt, so können die Erben wohl für das Spätere einen Eid von ihr verlangen, für das Frühere aber können sie keinen Eid von ihr verlangen.
ז הַפּוֹגֶמֶת כְּתֻבָּתָהּ, לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. עֵד אֶחָד מְעִידָהּ שֶׁהִיא פְרוּעָה, לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. מִנִּכְסֵי יְתוֹמִים וּמִנְּכָסִים מְשֻׁעְבָּדִין וְשֶׁלֹּא בְפָנָיו, לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה:
7 Wenn eine Frau eine Teilzahlung ihrer Ketuba eingesteht, so erhält sie [den Rest] nur gegen einen Eid bezahlt. Sagt ein Zeuge gegen sie aus, dass sie bezahlt sei, so bekommt sie nur gegen einen Eid bezahlt. Von Gütern der Waisen, von hypothekarisch belasteten Gütern und in seiner (des Mannes) Abwesenheit bekommt sie nur gegen einen Eid bezahlt.
ח הַפּוֹגֶמֶת כְּתֻבָּתָהּ כֵּיצַד, הָיְתָה כְתֻבָּתָהּ אֶלֶף זוּז, וְאָמַר לָהּ הִתְקַבַּלְתְּ כְּתֻבָּתֵךְ, וְהִיא אוֹמֶרֶת לֹא הִתְקַבַּלְתִּי אֶלָּא מָנֶה, לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. עֵד אֶחָד מְעִידָהּ שֶׁהִיא פְרוּעָה כֵּיצַד, הָיְתָה כְתֻבָּתָהּ אֶלֶף זוּז, וְאָמַר לָהּ הִתְקַבַּלְתְּ כְּתֻבָּתֵךְ, וְהִיא אוֹמֶרֶת לֹא הִתְקַבָּלְתִּי, וְעֵד אֶחָד מְעִידָהּ שֶׁהִיא פְרוּעָה, לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. מִנְּכָסִים מְשֻׁעְבָּדִים כֵּיצַד, מָכַר נְכָסָיו לַאֲחֵרִים, וְהִיא נִפְרַעַת מִן הַלָּקוֹחוֹת, לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. מִנִּכְסֵי יְתוֹמִים כֵּיצַד, מֵת וְהִנִּיחַ נְכָסָיו לַיְתוֹמִים, וְהִיא נִפְרַעַת מִן הַיְתוֹמִים, לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. וְשֶׁלֹּא בְּפָנָיו כֵּיצַד, הָלַךְ לוֹ לִמְדִינַת הַיָּם, וְהִיא נִפְרַעַת שֶׁלֹּא בְפָנָיו, אֵינָהּ נִפְרַעַת אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. רַבִּי שִׁמְעוֹן אוֹמֵר, כָּל זְמַן שֶׁהִיא תוֹבַעַת כְּתֻבָּתָהּ, הַיּוֹרְשִׁין מַשְׁבִּיעִין אוֹתָהּ. וְאִם אֵינָהּ תּוֹבַעַת כְּתֻבָּתָהּ, אֵין הַיּוֹרְשִׁין מַשְׁבִּיעִין אוֹתָהּ:
8 Was heisst: „sie gesteht eine Teilzahlung ihrer Ketuba ein?“ Wenn ihre Ketuba tausend Sus betrug und er zu ihr sagt: „Du hast Deine [ganze] Ketuba erhalten,“ sie aber erklärt: „ich habe nur eine Mine erhalten,“ so bekommt sie [den Rest] nur gegen einen Eid bezahlt. Was heisst: „ein Zeuge sagt gegen sie aus, sie sei bereits bezahlt?“ Wenn ihre Ketuba tausend Sus betrug und er zu ihr sagt: „Du hast Deine [ganze] Ketuba erhalten,“ sie aber erklärt: „ich habe nichts erhalten,“ und ein Zeuge aussagt, dass sie bereits bezahlt sei, so bekommt sie nur gegen einen Eid bezahlt. Was heisst: „von hypothekarisch belasteten Gütern?“ Wenn er seine Güter an Andre verkauft hat und sie (die Frau) sich von den Käufern bezahlt machen will, so erhält sie nur gegen einen Eid bezahlt. Was heisst: „von den Gütern der Waisen?“ Wenn er gestorben ist und seine Güter den Waisen hinterlassen hat und sie sich von den Waisen bezahlt machen will, so bekommt sie nur gegen einen Eid bezahlt. Was heisst: „in seiner Abwesenheit?“ Wenn er nach einem fernen Lande gegangen ist und sie sich in seiner Abwesenheit bezahlt machen will, so bekommt sie nur gegen einen Eid bezahlt. R. Simon sagt: wenn sie ihre Ketuba fordert, können die Erben einen Eid von ihr verlangen; wenn sie aber ihre Ketuba nicht fordert, können die Erben keinen Eid von ihr verlangen.
ט הוֹצִיאָה גֵט וְאֵין עִמּוֹ כְתֻבָּה, גּוֹבָה כְתֻבָּתָהּ. כְּתֻבָּה וְאֵין עִמָּהּ גֵּט, הִיא אוֹמֶרֶת אָבַד גִּטִּי וְהוּא אוֹמֵר אָבַד שׁוֹבְרִי, וְכֵן בַּעַל חוֹב שֶׁהוֹצִיא שְׁטָר חוֹב וְאֵין עִמּוֹ פְרוֹזְבּוּל, הֲרֵי אֵלּוּ לֹא יִפָּרֵעוּ. רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, מִן הַסַּכָּנָה וְאֵילָךְ, אִשָּׁה גוֹבָה כְתֻבָּתָהּ שֶׁלֹּא בְגֵט, וּבַעַל חוֹב גּוֹבֶה שֶׁלֹּא בִפְרוֹזְבּוּל. שְׁנֵי גִטִּין וּשְׁתֵּי כְתֻבּוֹת, גּוֹבָה שְׁתֵּי כְתֻבּוֹת. שְׁתֵּי כְתֻבּוֹת וְגֵט אֶחָד, אוֹ כְתֻבָּה וּשְׁנֵי גִטִּין, אוֹ כְתֻבָּה וְגֵט וּמִיתָה, אֵינָהּ גּוֹבָה אֶלָּא כְתֻבָּה אַחַת, שֶׁהַמְגָרֵשׁ אֶת אִשְׁתּוֹ וְהֶחֱזִירָהּ, עַל מְנָת כְּתֻבָּה הָרִאשׁוֹנָה מַחֲזִירָהּ. קָטָן שֶׁהִשִּׂיאוֹ אָבִיו, כְּתֻבָּתָהּ קַיֶּמֶת, שֶׁעַל מְנָת כֵּן קִיְּמָהּ. גֵּר שֶׁנִּתְגַּיֵּר וְאִשְׁתּוֹ עִמּוֹ, כְּתֻבָּתָהּ קַיֶּמֶת, שֶׁעַל מְנָת כֵּן קִיְּמָהּ:
9 Wenn sie einen Scheidebrief ohne die Ketuba vorlegt, so kann sie [dennoch] ihre Ketuba erheben. [Wenn sie] die Ketuba ohne den Scheidebrief [vorlegt] und sagt: „mein Scheidebrief ist verloren gegangen,“ er aber erklärt: „meine Quittung ist verloren gegangen,“ ebenso wenn ein Gläubiger einen Schuldschein ohne den Prosbol vorlegt, so bekommen sie nicht bezahlt. Rabban Simon, Sohn Gamliels, sagt: seit der Zeit der Gefahr kann eine Frau ihre Ketuba auch ohne den Scheidebrief einfordern und ein Gläubiger [die Schuld] auch ohne Prosbol erheben. [Wenn eine Frau] zwei Scheidebriefe und zwei Ketubot [vorlegt], so erhebt sie zwei Ketubot. [Wenn sie vorlegt] zwei Ketubot und einen Scheidebrief oder eine Ketuba und zwei Scheidebriefe oder eine Ketuba und einen Scheidebrief und [einen Nachweis über] den Tod [ihres Gatten], so kann sie nur eine Ketuba erheben, denn wer sich von seiner Frau scheidet und sie dann wieder heiratet, nimmt sie nur unter der Bedingung der ersten Ketuba wieder. Wenn der Vater seinen minderjährigen Sohn verheiratet, so bleibt ihre (der Frau) Ketuba in Kraft, denn er hat sie unter dieser Bedingung (als Frau) behalten. Wenn jemand zugleich mit seiner Frau [zum Judentum] übertritt, so bleibt ihre Ketuba in Kraft, denn er hat sie unter dieser Bedingung (als Frau) behalten.