Ketubot 1

Kapitel 1

א בְּתוּלָה נִשֵּׂאת לַיּוֹם הָרְבִיעִי, וְאַלְמָנָה לַיּוֹם הַחֲמִישִׁי. שֶׁפַּעֲמַיִם בַּשַּׁבָּת בָּתֵּי דִינִין יוֹשְׁבִין בָּעֲיָרוֹת, בַּיּוֹם הַשֵּׁנִי וּבַיּוֹם הַחֲמִישִׁי, שֶׁאִם הָיָה לוֹ טַעֲנַת בְּתוּלִים, הָיָה מַשְׁכִּים לְבֵית דִּין:
1 Eine Jungfrau wird am vierten Tage [der Woche], eine Witwe am fünften Tage geehelicht, denn zweimal in der Woche halten die Gerichtshöfe in den Städten Sitzungen ab, am zweiten und am fünften Tage [der Woche], sodass er (der Gatte), falls er wegen der Jungfrauschaft Klage zu führen hat, gleich am folgenden Morgen zum Gericht gehen kann.
ב בְּתוּלָה, כְּתֻבָּתָהּ מָאתַיִם. וְאַלְמָנָה, מָנֶה. בְּתוּלָה אַלְמָנָה, גְּרוּשָׁה, וַחֲלוּצָה, מִן הָאֵרוּסִין, כְּתֻבָּתָן מָאתַיִם, וְיֵשׁ לָהֶן טַעֲנַת בְּתוּלִים. הַגִּיּוֹרֶת, וְהַשְּׁבוּיָה, וְהַשִּׁפְחָה שֶׁנִּפְדּוּ וְשֶׁנִּתְגַּיְּרוּ, וְשֶׁנִּשְׁתַּחְרְרוּ, פְּחוּתוֹת מִבְּנוֹת שָׁלֹשׁ שָׁנִים וְיוֹם אֶחָד, כְּתֻבָּתָן מָאתַיִם, וְיֵשׁ לָהֶן טַעֲנַת בְּתוּלִים:
2 Eine Jungfrau erhält als Ketuba 200 [Denar], eine Witwe [nur] cine Mine. Eine Jungfrau, die nach der Verlobung Witwe oder geschieden oder eine Chaluza wurde, erhält 200 Denar, und es kann gegen sie die Klage wegen der Jungfrauschaft erhoben werden. Eine Proselytin oder eine Gefangene oder eine Sklavin, die ausgelöst oder [zum Judentum] übergetreten war oder freigelassen wurde, bevor sie drei Jahre und einen Tag alt war, erhält als Ketuba zweihundert Denar, und es kann gegen sie die Klage wegen der Jungfrauschaft erhoben werden.
ג הַגָּדוֹל שֶׁבָּא עַל הַקְּטַנָּה, וְקָטָן שֶׁבָּא עַל הַגְּדוֹלָה, וּמֻכַּת עֵץ, כְּתֻבָּתָן מָאתַיִם, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, מֻכַּת עֵץ, כְּתֻבָּתָהּ מָנֶה:
3 Wenn ein Erwachsener einer Minderjährigen oder ein Minderjähriger einer Erwachsenen beiwohnt, oder wenn sie durch Holz verletzt ist, so beträgt ihre Ketuba 200 Denar; dies sind die Worte des R. Meir. Die Weisen aber sagen: Die Ketuba einer durch Holz Verletzten beträgt nur eine Mine.
ד בְּתוּלָה אַלְמָנָה, גְּרוּשָׁה, וַחֲלוּצָה, מִן הַנִּשּׂוּאִין, כְּתֻבָּתָהּ מָנֶה, וְאֵין לָהֶן טַעֲנַת בְּתוּלִים. הַגִּיּוֹרֶת, וְהַשְּׁבוּיָה, וְהַשִּׁפְחָה, שֶׁנִּפְדּוּ, וְשֶׁנִּתְגַּיְּרוּ, וְשֶׁנִּשְׁתַּחְרְרוּ, יְתֵרוֹת עַל בְּנוֹת שָׁלֹשׁ שָׁנִים וְיוֹם אֶחָד, כְּתֻבָּתָן מָנֶה, וְאֵין לָהֶן טַעֲנַת בְּתוּלִין:
4 Eine Jungfrau, die nach der Hochzeit Witwe oder geschieden oder eine Chaluza wurde, erhält als Ketuba nur eine Mine, und es kann gegen sie die Klage wegen Jungfrauschaft nicht erhoben werden. Eine Proselytin oder eine Gefangene oder eine Sklavin, die ausgelöst oder übergetreten war oder freigelassen wurde, nachdem sie drei Jahre und einen Tag alt war, erhält als Ketuba nur eine Mine, und es kann gegen sie die Klage wegen der Jungfrauschaft nicht erhoben werden.
ה הָאוֹכֵל אֵצֶל חָמִיו בִּיהוּדָה שֶׁלֹּא בְעֵדִים, אֵינוֹ יָכוֹל לִטְעֹן טַעֲנַת בְּתוּלִים, מִפְּנֵי שֶׁמִּתְיַחֵד עִמָּהּ. אַחַת אַלְמְנַת יִשְׂרָאֵל וְאַחַת אַלְמְנַת כֹּהֵן, כְּתֻבָּתָן מָנֶה. בֵּית דִּין שֶׁל כֹּהֲנִים הָיוּ גוֹבִין לַבְּתוּלָה אַרְבַּע מֵאוֹת זוּז, וְלֹא מִחוּ בְיָדָם חֲכָמִים:
5 Wenn jemand in Judäa im Hause seines Schwiegervaters ohne Zeugen isst, so kann er die Klage wegen Jungfrauschaft nicht erheben, weil er bereits mit ihr (der Braut) allein war. Sowohl die Witwe [die Tochter] eines Israeliten als die Witwe [die Tochter] eines Priesters erhält als Ketuba nur eine Mine. Der Gerichtshof der Priester erhobjedoch für eine Jungfrau 400 Sus, ohne dass die Weisen es ihm verwehrten.
ו הַנּוֹשֵׂא אֶת הָאִשָּׁה וְלֹא מָצָא לָהּ בְּתוּלִים, הִיא אוֹמֶרֶת, מִשֶּׁאֵרַסְתַּנִי נֶאֱנַסְתִּי, וְנִסְתַּחֲפָה שָׂדֶךָ. וְהַלָּה אוֹמֵר, לֹא כִי, אֶלָּא עַד שֶׁלֹּא אֵרַסְתִּיךְ, וְהָיָה מִקָּחִי מֶקַּח טָעוּת. רַבָּן גַּמְלִיאֵל וְרַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמְרִים, נֶאֱמֶנֶת. רַבִּי יְהוֹשֻׁעַ אוֹמֵר, לֹא מִפִּיהָ אָנוּ חַיִּין, אֶלָּא הֲרֵי זוֹ בְחֶזְקַת בְּעוּלָה עַד שֶׁלֹּא תִתְאָרֵס, וְהִטְעַתּוּ, עַד שֶׁתָּבִיא רְאָיָה לִדְבָרֶיהָ:
6 Wenn jemand eine Frau ehelicht und bei ihr die Zeichen der Jungfrauschaft nicht findet, sie dann erklärt: „[erst] nachdem du dich mit mir verlobt hast, bin ich vergewaltigt worden, es ist also dein Feld verwüstet worden“, jener aber behauptet: „nicht so [war es], sondern bevor ich mich mit dir verlobt habe, mein Kauf war also ein irrtümlicher“, so sagen Rabban Gamliel und R. Elieser: sie ist beglaubt; R. Josua aber sagt: wir verlassen uns nicht auf ihre Aussage, sie gilt vielmehr als eine, der man schon vor der Verlobung beigewohnt und die ihn (ihren Gatten) betrogen hat, bis sie einen Beweis für ihre Behauptung erbringt.
ז הִיא אוֹמֶרֶת מֻכַּת עֵץ אָנִי, וְהוּא אוֹמֵר, לֹא כִי, אֶלָּא דְרוּסַת אִישׁ אָתְּ, רַבָּן גַּמְלִיאֵל וְרַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמְרִים, נֶאֱמֶנֶת. וְרַבִּי יְהוֹשֻׁעַ אוֹמֵר, לֹא מִפִּיהָ אָנוּ חַיִּין, אֶלָּא הֲרֵי זוֹ בְחֶזְקַת דְּרוּסַת אִישׁ, עַד שֶׁתָּבִיא רְאָיָה לִדְבָרֶיהָ:
7 Wenn sie erklärt: „ich bin durch Holz verletzt“, er aber behauptet: „nicht so, sondern von einem Manne bist du vergewaltigt“, so sagen Rabban Gamliel und R. Elieser: sie ist beglaubt; R. Josua aber sagt: wir verlassen uns nicht auf ihre Aussage, sie gilt vielmehr als eine von einem Manne Vergewaltigte, bis sie einen Beweis für ihre Behauptung erbringt.
ח רָאוּהָ מְדַבֶּרֶת עִם אֶחָד בַּשּׁוּק, אָמְרוּ לָהּ מַה טִּיבוֹ שֶׁל זֶה. אִישׁ פְּלוֹנִי וְכֹהֵן הוּא. רַבָּן גַּמְלִיאֵל וְרַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמְרִים, נֶאֱמֶנֶת. וְרַבִּי יְהוֹשֻׁעַ אוֹמֵר, לֹא מִפִּיהָ אָנוּ חַיִּין, אֶלָּא הֲרֵי זוֹ בְחֶזְקַת בְּעוּלָה לְנָתִין וּלְמַמְזֵר, עַד שֶׁתָּבִיא רְאָיָה לִדְבָרֶיהָ:
8 Wenn man sie mit jemand auf der Strasse [vertraulich] reden sah und sie dann fragt: „wie verhält es sich mit diesem Manne?“ [und sie antwortet:] „es ist N. N. und er ist ein Priester“ — so sagen Rabban Gamliel und R. Elieser: sie ist beglaubt; R. Josua aber sagt: wir verlassen uns nicht auf ihre Aussage, sie gilt vielmehr als eine, der ein Nathin oder ein Bastard beigewohnt hat, bis sie einen Beweis für ihre Behauptung erbringt.
ט הָיְתָה מְעֻבֶּרֶת, וְאָמְרוּ לָהּ מַה טִּיבוֹ שֶׁל עֻבָּר זֶה. מֵאִישׁ פְּלוֹנִי וְכֹהֵן הוּא. רַבָּן גַּמְלִיאֵל וְרַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמְרִים, נֶאֱמֶנֶת. רַבִּי יְהוֹשֻׁעַ אוֹמֵר, לֹא מִפִּיהָ אָנוּ חַיִּין, אֶלָּא הֲרֵי זוֹ בְחֶזְקַת מְעֻבֶּרֶת לְנָתִין וּלְמַמְזֵר, עַד שֶׁתָּבִיא רְאָיָה לִדְבָרֶיהָ:
9 Wenn sie schwanger ist und man sie fragt: „wie verhält es sich mit diesem Fötus?“ [und sie antwortet:] „er ist von N. N., der ein Priester ist“ — so sagen Rabban Gamliel und R. Elieser: sie ist beglaubt; R. Josua aber sagt: wir verlassen uns nicht auf ihre Aussage, sie gilt vielmehr als von einem Nathin oder einem Bastard schwanger, bis sie einen Beweis für ihre Behauptung erbringt.
י אָמַר רַבִּי יוֹסֵי, מַעֲשֶׂה בְתִינוֹקֶת שֶׁיָּרְדָה לְמַלֹּאת מַיִם מִן הָעַיִן, וְנֶאֱנְסָה. אָמַר רַבִּי יוֹחָנָן בֶּן נוּרִי, אִם רֹב אַנְשֵׁי הָעִיר מַשִּׂיאִין לַכְּהֻנָּה, הֲרֵי זוֹ תִנָּשֵׂא לַכְּהֻנָּה:
10 R. Jose sagte: einst ging ein Mädchen hinab, um aus der Quelle Wasser zu schöpfen und wurde [dabei] vergewaltigt. Da sagte R. Jochanan, Sohn Nuri’s: wenn die Mehrzahl der Einwohner der Stadt [ihre Töchter] mit Priestern verheiraten darf, so darf jene auch einen Priester heiraten.