Eduyot 5

Kapitel 5

א רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, שִׁשָּׁה דְבָרִים מִקֻּלֵּי בֵית שַׁמַּאי וּמֵחֻמְרֵי בֵית הִלֵּל. דַּם נְבֵלוֹת, בֵּית שַׁמַּאי מְטַהֲרִין, וּבֵית הִלֵּל מְטַמְּאִין. בֵּיצַת הַנְּבֵלָה, אִם יֵשׁ כַּיּוֹצֵא בָהּ נִמְכֶּרֶת בַּשּׁוּק, מֻתֶּרֶת. וְאִם לָאו, אֲסוּרָה, כְּדִבְרֵי בֵית שַׁמָּאי. וּבֵית הִלֵּל אוֹסְרִין. וּמוֹדִים בְּבֵיצַת טְרֵפָה שֶׁהִיא אֲסוּרָה, מִפְּנֵי שֶׁגָּדְלָה בְאִסּוּר. דַּם נָכְרִית וְדַם טָהֳרָה שֶׁל מְצֹרַעַת, בֵּית שַׁמַּאי מְטַהֲרִין. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, כְּרֻקָּהּ וּכְמֵימֵי רַגְלֶיהָ. אוֹכְלִין פֵּרוֹת שְׁבִיעִית בְּטוֹבָה וְשֶׁלֹּא בְטוֹבָה, כְּדִבְרֵי בֵית שַׁמָּאי. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, אֵין אוֹכְלִים אֶלָּא בְטוֹבָה. הַחֵמֶת, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, צְרוּרָה עוֹמֶדֶת. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, אַף עַל פִּי שֶׁאֵינָהּ צְרוּרָה:
1 R. Jehuda sagte sechs Lehren, bei denen Bet-Schammai erleichternd und Bet-Hillel erschwerend entscheiden. Das Blut vom Aase erklärten Bet-Schammai für rein, Bet-Hillel aber für unrein. Das Ei eines Aases ist, wenn es so beschaffen ist, wie man es auf dem Markte verkauft, erlaubt, sonst aber verboten; so nach Bet-Schammai; nach Bet-Hillel aber ist es (immer) verboten. Doch gestehen Jene zu, dass das Ei von Trepha verboten ist, weil es im verbotenen Zustande ausgebildet worden ist. Der Blut-Abgang einer Heidin und das Reinheits-Blut einer Aussätzigen erklären Bet- Schammai für rein; Bet-Hillel aber sagen: Es ist wie ihr Speichel und Urin zu beurteilen. Die Früchte des siebenten Jahres darf man sowohl mit als ohne Dankesbezeugung essen; so nach Bet-Schammai. Bet-Hillel aber sagen: Man darf sie nicht essen mit Dankesbezeugung. Der Schlauch (nimmt Unreinheit an) nach Bet-Schammai, wenn er zugebunden ist und Bestand hat; nach Bet-Hillel aber auch wenn er nicht zugebunden ist.
ב רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, שִׁשָּׁה דְבָרִים מִקֻּלֵי בֵית שַׁמַּאי וּמֵחֻמְרֵי בֵית הִלֵּל. הָעוֹף עוֹלֶה עִם הַגְּבִינָה עַל הַשֻּׁלְחָן וְאֵינוֹ נֶאֱכָל, כְּדִבְרֵי בֵית שַׁמָּאי. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, אֵינוֹ עוֹלֶה וְאֵינוֹ נֶאֱכָל. תּוֹרְמִין זֵיתִים עַל שֶׁמֶן, וַעֲנָבִים עַל יַיִן, כְּדִבְרֵי בֵית שַׁמָּאי. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, אֵין תּוֹרְמִין. הַזּוֹרֵעַ אַרְבַּע אַמּוֹת שֶׁבַּכֶּרֶם, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, קִדֵּשׁ שׁוּרָה אַחַת, וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, קִדֵּשׁ שְׁתֵּי שׁוּרוֹת. הַמְּעִיסָה, בֵּית שַׁמַּאי פּוֹטְרִין, וּבֵית הִלֵּל מְחַיְּבִין. מַטְבִּילִין בְּחַרְדָּלִית, כְּדִבְרֵי בֵית שַׁמָּאי. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, אֵין מַטְבִּילִין. גֵּר שֶׁנִּתְגַּיֵּר עַרְבֵי פְסָחִים, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, טוֹבֵל וְאוֹכֵל אֶת פִּסְחוֹ לָעֶרֶב. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, הַפּוֹרֵשׁ מִן הָעָרְלָה, כְּפוֹרֵשׁ מִן הַקָּבֶר:
2 R. Jose sagte sechs Lehren, bei denen Bet-Schammai erleichternd und Bet-Hillel erschwerend entscheiden. Geflügel darf mit Käse zugleich auf den Tisch gebracht, aber nicht zusammen gegessen werden; so Bet-Schammai. Bet-Hillel aber sagen: Es darf weder zugleich gebracht, noch zusammen gegessen werden. Man darf von Oliven die Hebe für Öl und von Weintrauben die Hebe für Wein absondern; so Bet-Schammai. Bet-Hillel aber sagen: Man darf nicht absondern. Wenn Einer die vier Ellen des Weinberges (mit Sämereien) besäet, so sagen Bet-Schammai: Er hat eine Reihe geheiligt; Bet-Hillel aber sagen: Er hat zwei Reihen geheiligt. Den Mehlbrei erklären Bet-Schammai für frei (von Challah); Bet-Hillel aber erklären ihn für pflichtig. Man darf in einen Sturzbach untertauchen nach den Worten von Bet - Schammai; Bet-Hillel aber sagen: Man darf nicht untertauchen. Wenn Jemand am Tage vor Pesach Proselyt geworden ist, so sagen Bet-Schammai: Er darf untertauchen und Abends sein Pesach - Opfer essen. Bet-Hillel aber sagen: Wer sich von seiner Vorhaut abgesondert, gleicht Einem, der sich von einem Grabe abgesondert.
ג רַבִּי יִשְׁמָעֵאל אוֹמֵר, שְׁלֹשָׁה דְבָרִים מִקֻּלֵּי בֵית שַׁמַּאי וּמֵחֻמְרֵי בֵית הִלֵּל. קֹהֶלֶת אֵינוֹ מְטַמֵּא אֶת הַיָּדַיִם, כְּדִבְרֵי בֵית שַׁמָּאי. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, מְטַמֵּא אֶת הַיָּדָיִם. מֵי חַטָּאת שֶׁעָשׂוּ מִצְוָתָן, בֵּית שַׁמַּאי מְטַהֲרִין, וּבֵית הִלֵּל מְטַמְּאִין. הַקֶּצַח, בֵּית שַׁמַּאי מְטַהֲרִין וּבֵית הִלֵּל מְטַמְּאִין. וְכֵן לַמַּעַשְׂרוֹת:
3 R. Ismael sagte drei Lehren, bei denen Bet-Schammai erleichternd und Bet - Hillel erschwerend entscheiden. Das Buch Kohelet verunreinigt nicht die Hände; so Bet-Schammai. Bet-Hillel aber sagen: Es verunreinigt die Hände. Entsündigungswasser, das man bereits dem Gesetze gemäß verwendet hat, erklären Bet-Schammai für rein; nach Bet-Hillel aber kann es verunreinigen. Schwarzkümmel erklären Bet-Schammai für rein, Bet-Hillel aber für verunreinigungsfähig. Ebenso (kontroversieren dieselben) hinsichtlich dessen Verzehntung.
ד רַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמֵר, שְׁנֵי דְבָרִים מִקֻּלֵּי בֵית שַׁמַּאי וּמֵחֻמְרֵי בֵית הִלֵּל. דַּם יוֹלֶדֶת שֶׁלֹּא טָבְלָה, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, כְּרֻקָּהּ וּכְמֵימֵי רַגְלֶיהָ. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, מְטַמֵּא לַח וְיָבֵשׁ. וּמוֹדִים בְּיוֹלֶדֶת בְּזוֹב שֶׁהוּא מְטַמֵּא לַח וְיָבֵשׁ:
4 R. Elieser sagte zwei Lehren, bei denen Bet-Schammai erleichternd und Bet - Hillel erschwerend entscheiden. Der Blutabgang einer Wöchnerin, die nicht untergetaucht hat, ist nach Bet-Schammai (nur) wie ihr Speichel und ihr Urin zu beurteilen; Bet-Hillel aber sagen: Es verunreinigt im feuchten und im trockenen Zustande. Doch gestehen jene zu, dass es bei Einer, die im Blutfluss geboren hat, feucht und trocken verunreinigt.
ה אַרְבָּעָה אַחִים, שְׁנַיִם מֵהֶם נְשׂוּאִין שְׁתֵּי אֲחָיוֹת, מֵתוּ הַנְּשׂוּאִים לַאֲחָיוֹת, הֲרֵי אֵלּוּ חוֹלְצוֹת וְלֹא מִתְיַבְּמוֹת. וְאִם קָדְמוּ וְכָנְסוּ, יוֹצִיאוּ. רַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמֵר מִשּׁוּם בֵּית שַׁמַּאי, יְקַיְּמוּ. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, יוֹצִיאוּ:
5 Haben zwei von vier Brüdern zwei Schwestern geheiratet und es sterben die mit den Schwestern Verheirateten, so müssen letztere die Chaliza vollziehen und dürfen nicht in Leviratsehe genommen werden. Haben sie dieselben voreilig geehelicht, so müssen sie dieselben wieder entlassen. R. Elieser sagt: Nach Bet-Schammai dürfen sie dieselben behalten, und nach Bet-Hillel müssen sie dieselben entlassen.
ו עֲקַבְיָא בֶּן מַהֲלַלְאֵל הֵעִיד אַרְבָּעָה דְבָרִים. אָמְרוּ לוֹ, עֲקַבְיָא, חֲזֹר בְּךָ בְאַרְבָּעָה דְבָרִים שֶׁהָיִיתָ אוֹמֵר וְנַעַשְׂךָ אַב בֵּית דִּין לְיִשְׂרָאֵל. אָמַר לָהֶן, מוּטָב לִי לְהִקָּרֵא שׁוֹטֶה כָּל יָמַי, וְלֹא לֵעָשׂוֹת שָׁעָה אַחַת רָשָׁע לִפְנֵי הַמָּקוֹם, שֶׁלֹּא יִהְיוּ אוֹמְרִים, בִּשְׁבִיל שְׂרָרָה חָזַר בּוֹ. הוּא הָיָה מְטַמֵּא שְׂעַר הַפְּקֻדָּה וְדַם הַיָּרוֹק. וַחֲכָמִים מְטַהֲרִין. הוּא הָיָה מַתִּיר שְׂעַר בְּכוֹר בַּעַל מוּם שֶׁנָּשַׁר וְהִנִּיחוֹ בְחַלּוֹן וְאַחַר כָּךְ שְׁחָטוֹ, וַחֲכָמִים אוֹסְרִים. הוּא הָיָה אוֹמֵר, אֵין מַשְׁקִין לֹא אֶת הַגִּיֹּרֶת וְלֹא אֶת שִׁפְחָה הַמְשֻׁחְרֶרֶת. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, מַשְׁקִין. אָמְרוּ לוֹ, מַעֲשֶׂה בְּכַרְכְּמִית, שִׁפְחָה מְשֻׁחְרֶרֶת שֶׁהָיְתָה בִירוּשָׁלַיִם, וְהִשְׁקוּהָ שְׁמַעְיָה וְאַבְטַלְיוֹן. אָמַר לָהֶם, דֻּגְמָא הִשְׁקוּהָ. וְנִדּוּהוּ, וּמֵת בְּנִדּוּיוֹ, וְסָקְלוּ בֵית דִּין אֶת אֲרוֹנוֹ. אָמַר רַבִּי יְהוּדָה, חַס וְשָׁלוֹם שֶׁעֲקַבְיָא נִתְנַדָּה, שֶׁאֵין עֲזָרָה נִנְעֶלֶת בִּפְנֵי כָל אָדָם מִיִּשְׂרָאֵל בְּחָכְמָה וּבְיִרְאַת חֵטְא כַּעֲקַבְיָא בֶּן מַהֲלַלְאֵל. וְאֶת מִי נִדּוּ, אֱלִיעֶזֶר בֶּן חֲנוֹךְ, שֶׁפִּקְפֵּק בְּטָהֳרַת יָדָיִם. וּכְשֶׁמֵּת, שָׁלְחוּ בֵית דִּין וְהִנִּיחוּ אֶבֶן עַל אֲרוֹנוֹ. מְלַמֵּד שֶׁכָּל הַמִּתְנַדֶּה וּמֵת בְּנִדּוּיוֹ, סוֹקְלִין אֶת אֲרוֹנוֹ:
6 Akabja, Sohn Mahalalels, bezeugte vier Lehren. Da sagten sie zu ihm: Akabja, widerrufe die vier Lehren, die Du gesagt hast, — und wir wollen Dich zum Gerichtsvorsitzenden für Israel machen! Da sagte er zu ihnen: Lieber möchte ich mein Leben lang ein Thor genannt werden, als dass ich eine Stunde vor Gott ein Frevler werde; man soll nicht sagen, er hat um eines Amtes willen widerrufen. — Er hatte nämlich ein (vom Aussatze) zurückgelassenes weißes Haar und gelbes Blut (einer Frau) für unrein erklärt, während die Weisen (beides) für rein erklärten. Er hatte ferner das von einem fehlerhaften erstgeborenen Viehe ausgefallene Haar, das man in eine Wandnische gelegt hatte, (zur Benutzung) erlaubt, nachdem man das Vieh geschlachtet, während die Weisen es verboten. Endlich hatte er gesagt: Man gibt keiner Proselytin und keiner freigelassenen Sklavin (das bittere Wasser) zu trinken; die Weisen aber sagen: Man gibt (es ihnen) zu trinken. Sie sagten zu ihm: Es geschah doch einmal bei der Karkemit, einer freigelassenen Sklavin zu Jerusalem, dass Schemaja und Abtalion ihr (das bittere Wasser) zu trinken geben ließen! Da sagte er zu ihnen: Sie haben ihr nur etwas Ähnliches zu trinken geben lassen. Darauf Taten sie ihn in den Bann; erstarb auch in dem Banne, und das Gericht steinigte seinen Sarg. Es sagt R. Jehuda: Gott bewahre, dass Akabja in den Bann gelegt sein sollte; denn es ward hinter Keinem in Israel der Tempel-Vorhof geschlossen, der an Weisheit und Sünden-Scheu dem Akabja, Sohn Mahalalels, gliche! Wen denn hat man in den Bann getan? Den Elieser, Sohn Chanoch’s, weil er an (der Satzung) der Hände-Reinigung rüttelte. Als er gestorben war, schickte das Gericht hin und ließ auf dessen Sarg einen Stein legen. Dies lehrt (uns), dass man, wenn ein Gebannter im Banne stirbt, dessen Sarg steinigt.
ז בִּשְׁעַת מִיתָתוֹ אָמַר לִבְנוֹ, בְּנִי, חֲזֹר בְּךָ בְאַרְבָּעָה דְבָרִים שֶׁהָיִיתִי אוֹמֵר. אָמַר לוֹ, וְלָמָּה לֹא חָזַרְתָּ בָּךְ. אָמַר לוֹ, אֲנִי שָׁמַעְתִּי מִפִּי הַמְרֻבִּים, וְהֵם שָׁמְעוּ מִפִּי הַמְרֻבִּים. אֲנִי עָמַדְתִּי בִשְׁמוּעָתִי, וְהֵם עָמְדוּ בִשְׁמוּעָתָן. אֲבָל אַתָּה שָׁמַעְתָּ מִפִּי הַיָּחִיד, וּמִפִּי הַמְרֻבִּין. מוּטָב לְהַנִּיחַ דִּבְרֵי הַיָּחִיד, וְלֶאֱחֹז בְּדִבְרֵי הַמְרֻבִּין. אָמַר לוֹ, אַבָּא, פְּקֹד עָלַי לַחֲבֵרֶיךָ. אָמַר לוֹ, אֵינִי מַפְקִיד. אָמַר לוֹ, שֶׁמָּא עִילָה מָצָאתָ בִי. אָמַר לוֹ, לָאו. מַעֲשֶׂיךָ יְקָרְבוּךָ וּמַעֲשֶׂיךָ יְרַחֲקוּךָ:
7 In seiner Todesstunde sprach er zu seinem Sohne: Mein Sohn! Gehe du von den vier Lehren, die ich ausgesprochen habe, ab! Da sprach er zu ihm: Warum bist du nicht selbst davon abgegangen? Da erwiderte er: Ich habe aus dem Munde einer Mehrheit vernommen, und Jene haben aus dem Munde einer Mehrheit vernommen; ich blieb bei meiner Überlieferung, und Jene blieben bei ihrer Überlieferung; du aber hast aus dem Munde eines Einzelnen und aus dem Munde der Mehrheit vernommen, besser also, die Worte des Einzelnen zu lassen und die Worte der Mehrheit festzuhalten. Er sprach zu ihm: Vater, empfiehl mich deinen Kollegen! Da sprach er zu ihm: Ich empfehle (dich) nicht! Jener sagte: Hast Du vielleicht was Unrechtes an mir gefunden? Darauf antwortete dieser: Nein! allein deine Taten sollen dich (ihnen) nähern oder es sollen deine Taten dich (von ihnen) entfernen.