Beitzah 1

Kapitel 1

א בֵּיצָה שֶׁנּוֹלְדָה בְיוֹם טוֹב, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, תֵּאָכֵל. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, לֹא תֵאָכֵל. בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, שְׂאֹר בְּכַזַּיִת וְחָמֵץ בְּכַכּוֹתֶבֶת. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, זֶה וָזֶה בְּכַזָּיִת:
1 Ein am Feiertage gelegtes Ei, meint die Schule Schammais, darf gegessen werden; die Schule Hillels aber meint, es dürfe nicht gegessen werden. Die Schule Schammais lehrt: Sauerteig von Olivengrösse und Gesäuertes von Dattelgrösse; die Schule Hillels aber lehrt: Beides von Olivengrösse.
ב הַשּׁוֹחֵט חַיָּה וָעוֹף בְּיוֹם טוֹב, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, יַחְפֹּר בְּדֶקֶר וִיכַסֶּה, וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, לֹא יִשְׁחֹט, אֶלָּא אִם כֵּן הָיָה לוֹ עָפָר מוּכָן מִבְּעוֹד יוֹם. וּמוֹדִים, שֶׁאִם שָׁחַט, שֶׁיַּחְפֹּר בְּדֶקֶר וִיכַסֶּה, שֶׁאֵפֶר כִּירָה מוּכָן הוּא:
2 Wer am Feiertage Wild oder Geflügel schlachtet, grabe nach Ansicht der Schule Schammais mit dem Spaten und bedecke; die Schule Hillels aber lehrt, man solle nicht schlachten, wenn man keine Erde hat, die vom vorangegangenen Tage <ftnote> her vorbereitet ist — räumt also ein, dass man, wenn man doch geschlachtet hat, mit dem Spaten graben und bedecken soll — denn die Asche des Herdes liegt ja bereit.
ג בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין מוֹלִיכִין אֶת הַסֻּלָּם מִשּׁוֹבָךְ לְשׁוֹבָךְ, אֲבָל מַטֵּהוּ מֵחַלּוֹן לְחַלּוֹן. וּבֵית הִלֵּל מַתִּירִין. בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, לֹא יִטֹּל, אֶלָּא אִם כֵּן נִעֲנֵעַ מִבְּעוֹד יוֹם. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, עוֹמֵד וְאוֹמֵר זֶה וָזֶה אֲנִי נוֹטֵל:
3 Die Schule Schammais sagt: Man darf die Leiter nicht von einem Taubenschlag zum andern tragen, wohl aber von einem Flugloch zum andern neigen; die Schule Hillels aber erlaubt beides. Die Schule Schammais ist der Ansicht, dass man nicht herausnehmen darf, was man nicht, solange es noch Tag war, geschüttelt hat; die Schule Hillels aber erklärt, man brauche sich nur hinzustellen und zu sagen: Diese und diese will ich herausnehmen.
ד זִמֵּן שְׁחוֹרִים וּמָצָא לְבָנִים, לְבָנִים וּמָצָא שְׁחוֹרִים, שְׁנַיִם וּמָצָא שְׁלֹשָׁה, אֲסוּרִים. שְׁלֹשָׁה וּמָצָא שְׁנַיִם, מֻתָּרִים. בְּתוֹךְ הַקֵּן וּמָצָא לִפְנֵי הַקֵּן, אֲסוּרִים. וְאִם אֵין שָׁם אֶלָּא הֵם, הֲרֵי אֵלּוּ מֻתָּרִים:
4 Hat man schwarze bestimmt und findet weisse, weisse und findet schwarze, zwei und findet drei, sind sie verboten; drei und findet zwei, sind sie erlaubt. Im Neste — und findet vor dem Neste, sind sie verboten; wenn aber ausser ihnen keine vorhanden sind, so sind sie erlaubt.
ה בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין מְסַלְּקִין אֶת הַתְּרִיסִין בְּיוֹם טוֹב. וּבֵית הִלֵּל מַתִּירִין אַף לְהַחֲזִיר. בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין נוֹטְלִין אֶת הָעֱלִי לְקַצֵּב עָלָיו בָּשָׂר. וּבֵית הִלֵּל מַתִּירִין. בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין נוֹתְנִין אֶת הָעוֹר לִפְנֵי הַדּוֹרְסָן וְלֹא יַגְבִּיהֶנּוּ, אֶלָּא אִם כֵּן יֵשׁ עִמּוֹ כַזַּיִת בָּשָׂר. וּבֵית הִלֵּל מַתִּירִין. בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין מוֹצִיאִין לֹא אֶת הַקָּטָן וְלֹא אֶת הַלּוּלָב וְלֹא אֶת סֵפֶר תּוֹרָה לִרְשׁוּת הָרַבִּים. וּבֵית הִלֵּל מַתִּירִין:
5 Die Schule Schammais lehrt, man dürfe die Klappen am Feiertage nicht abnehmen, während die Schule Hillels sogar sie wieder anzubringen gestattet. Die Schule Schammais lehrt, man dürfe die Mörserkeule nicht nehmen, um Fleisch auf ihr zu hacken; die Schule Hillels erlaubt es. Die Schule Schammais lehrt, man dürfe die Haut nicht vor den Treter hinlegen und sie nur dann aufheben, wenn noch Fleisch von Olivengrösse an ihr haftet; die Schule Hillels aber erlaubt es. Die Schule Schammais lehrt, man dürfe ein Kind, einen Feststrauss, eine Torarolle nicht auf öffentliches Gebiet hinaustragen; die Schule Hillels aber erlaubt es.
ו בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין מוֹלִיכִין חַלָּה וּמַתָּנוֹת לַכֹּהֵן בְּיוֹם טוֹב, בֵּין שֶׁהוּרְמוּ מֵאֶמֶשׁ, בֵּין שֶׁהוּרְמוּ מֵהַיּוֹם. וּבֵית הִלֵּל מַתִּירִין. אָמְרוּ לָהֶם בֵּית שַׁמַּאי, גְּזֵרָה שָׁוָה, חַלָּה וּמַתָּנוֹת מַתָּנָה לַכֹּהֵן, וּתְרוּמָה מַתָּנָה לַכֹּהֵן, כְּשֵׁם שֶׁאֵין מוֹלִיכִין אֶת הַתְּרוּמָה, כָּךְ אֵין מוֹלִיכִין אֶת הַמַּתָּנוֹת. אָמְרוּ לָהֶם בֵּית הִלֵּל, לֹא, אִם אֲמַרְתֶּם בַּתְּרוּמָה, שֶׁאֵינוֹ זַכַּאי בַּהֲרָמָתָהּ, תֹּאמְרוּ בַמַּתָּנוֹת, שֶׁזַּכַּאי בַּהֲרָמָתָן:
6 Die Schule Schammais behauptet, man dürfe nicht Brothebe und Abgaben dem Priester am Feiertage hintragen, ob sie nun gestern oder erst heute abgehoben wurden; die Schule Hillels aber erlaubt es. Die Schammaïten hielten ihnen eine gleiche Bestimmung entgegen: Brothebe und Abgaben sind an den Priester abzuliefern, und Fruchthebe ist an den Priester abzuliefern; wie man die Fruchthebe nicht hintragen darf, darf man auch nicht die Abgaben hintragen. Worauf die Hilleliten ihnen antworteten: Keineswegs! Was ihr von der Fruchthebe anführt, die man abzuheben nicht befugt ist, wollt ihr auf die Abgaben ausdehnen, die man abzuheben befugt ist?
ז בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, תְּבָלִין נִדּוֹכִין בְּמָדוֹךְ שֶׁל עֵץ, וְהַמֶּלַח בְּפַךְ, וּבְעֵץ הַפָּרוּר. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, תְּבָלִין נִדּוֹכִין כְּדַרְכָּן בְּמָדוֹךְ שֶׁל אֶבֶן, וְהַמֶּלַח בְּמָדוֹךְ שֶׁל עֵץ:
7 Die Schule Schammais sagt: Gewürz wird mit hölzernem Stössel, Salz jedoch im Kruge und mit dem Topfquirl gestossen; die Schule Hillels sagt: Gewürz wird wie sonst mit dem steinernen und Salz mit dem hölzernen Stössel gestossen.
ח הַבּוֹרֵר קִטְנִית בְּיוֹם טוֹב, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, בּוֹרֵר אֹכֶל וְאוֹכֵל. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, בּוֹרֵר כְּדַרְכּוֹ בְּחֵיקוֹ, בְּקָנוֹן וּבְתַמְחוּי, אֲבָל לֹא בְטַבְלָא וְלֹא בְנָפָה וְלֹא בִכְבָרָה. רַבָּן גַּמְלִיאֵל אוֹמֵר, אַף מֵדִיחַ וְשׁוֹלֶה:
8 Wer Hülsenfrüchte am Feiertage liest, muss nach Ansicht der Schammaïten das Geniessbare auslesen, um es sogleich zu essen; die Hilleliten aber sagen: Er lese wie sonst in seinem Schosse, im Körbchen, in der Schüssel, doch nicht auf einer Tafel, in einer Schwinge, einem Sieb. Rabban Gamliel sagt: Man darf sogar spülen und abschöpfen.
ט בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, אֵין מְשַׁלְּחִין בְּיוֹם טוֹב אֶלָּא מָנוֹת. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, מְשַׁלְּחִין בְּהֵמָה חַיָּה וָעוֹף, בֵּין חַיִּין בֵּין שְׁחוּטִין. מְשַׁלְּחִין יֵינוֹת שְׁמָנִים וּסְלָתוֹת וְקִטְנִיּוֹת, אֲבָל לֹא תְבוּאָה, וְרַבִּי שִׁמְעוֹן מַתִּיר בִּתְבוּאָה:
9 Die Schule Schammais meint, man dürfe am Feiertage nur Portionen schicken; die Schule Hillels aber lehrt, man dürfe Vieh, Wild und Geflügel schicken, sowohl lebendes als geschlachtetes. Man darf Wein, Öl, Mehl und Hülsenfrüchte schicken, aber nicht Getreide. Rabbi Simon erlaubt Getreide.
י מְשַׁלְּחִין כֵּלִים, בֵּין תְּפוּרִין בֵּין שֶׁאֵינָן תְּפוּרִין, וְאַף עַל פִּי שֶׁיֵּשׁ בָּהֶן כִּלְאַיִם, וְהֵן לְצֹרֶךְ הַמּוֹעֵד, אֲבָל לֹא סַנְדָּל הַמְסֻמָּר וְלֹא מִנְעָל שֶׁאֵינוֹ תָפוּר. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, אַף לֹא מִנְעָל לָבָן, מִפְּנֵי שֶׁצָּרִיךְ אֻמָּן. זֶה הַכְּלָל, כֹּל שֶׁנֵּאוֹתִין בּוֹ, בְּיוֹם טוֹב מְשַׁלְּחִין אוֹתוֹ:
10 Man darf Kleider schicken, sowohl genähte als ungenähte, selbst wenn beiderlei Stoffe darunter sind, sofern sie nur dem Bedarf des Festes dienen können, aber keine genagelte Sandale und keinen ungenähten Schuh. Rabbi Juda sagt: Auch keinen weissen Schuh, weil er einen Handwerker erfordert. Die Regel ist: Was man benutzen kann, darf man am Feiertage schicken.