Shevuot 7

Kapitel 7

א כָּל הַנִּשְׁבָּעִין שֶׁבַּתּוֹרָה, נִשְׁבָּעִין וְלֹא מְשַׁלְּמִין. וְאֵלּוּ נִשְׁבָּעִין וְנוֹטְלִין, הַשָּׂכִיר, וְהַנִּגְזָל, וְהַנֶּחְבָּל, וְשֶׁכְּנֶגְדּוֹ חָשׁוּד עַל הַשְּׁבוּעָה, וְהַחֶנְוָנִי עַל פִּנְקָסוֹ. הַשָּׂכִיר כֵּיצַד, אָמַר לוֹ תֶּן לִי שְׂכָרִי שֶׁיֵּשׁ לִי בְיָדֶךָ, הוּא אוֹמֵר נָתַתִּי, וְהַלָּה אוֹמֵר לֹא נָטַלְתִּי, הוּא נִשְׁבָּע וְנוֹטֵל. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, עַד שֶׁתְּהֵא שָׁם מִקְצָת הוֹדָאָה. כֵּיצַד, אָמַר לוֹ תֶּן לִי שְׂכָרִי חֲמִשִּׁים דִּינָר שֶׁיֵּשׁ לִי בְיָדֶךָ, וְהוּא אוֹמֵר הִתְקַבַּלְתָּ דִינַר זָהָב:
1 Alle, welche nach dem Toragesetze schwören müssen, schwören, um nicht zu bezahlen. Folgende aber schwören, um (Bezahlung) zu empfangen. Der Tagelöhner, der Beraubte, der Verwundete, der, dessen Gegner des Meineides verdächtig ist, und der Krämer auf sein Buch. Der Tagelöhner — auf welche Weise? Sagt er zu Einem: „gib mir meinen Lohn, den ich bei dir habe!“, dieser sagt! „ich habe (ihn bereits) gegeben:“, und Jener sagt: „ich habe Nichts empfangen!“; so schwört er und empfängt (seinen Lohn). R. Jehuda sagt: Nur wenn dabei ein Teil-Geständniss stattfindet. Auf welche Weise? Er sagt zu ihm: „gib mir meinen Lohn von fünfzig Denar, den ich bei dir habe!“, und dieser sagt: „du hast einen Gold-Denar bereits erhalten!“
ב הַנִּגְזָל כֵּיצַד, הָיוּ מְעִידִין אוֹתוֹ שֶׁנִּכְנַס לְבֵיתוֹ לְמַשְׁכְּנוֹ שֶׁלֹּא בִרְשׁוּת, הוּא אוֹמֵר כֵּלַי נָטַלְתָּ, וְהוּא אוֹמֵר לֹא נָטַלְתִּי, הֲרֵי זֶה נִשְׁבָּע וְנוֹטֵל. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, עַד שֶׁתְּהֵא שָׁם מִקְצָת הוֹדָאָה. כֵּיצַד, אָמַר לוֹ שְׁנֵי כֵלִים נָטַלְתָּ, וְהוּא אוֹמֵר לֹא נָטַלְתִּי אֶלָּא אֶחָד:
2 Der Beraubte — auf welche Weise? Zeugt man gegen Jemand, dass er in des Andern Haus gegangen, um ihn ohne Erlaubnis auszupfänden; dieser sagt: „du hast mir ein Gerät genommen!“, und Jener sagt: „ich habe Nichts genommen!“; so schwört der Andere und empfängt. R. Jehuda sagt: Nur wenn dabei ein Teil-Geständniss stattfindet. Auf weiche Weise? Er sagt zu ihm: „du hast zwei Geräte genommen!“, und Jener sagt: „ich habe nur Eins genommen!“
ג הַנֶּחְבָּל כֵּיצַד, הָיוּ מְעִידִים אוֹתוֹ שֶׁנִּכְנַס תַּחַת יָדוֹ שָׁלֵם וְיָצָא חָבוּל, וְאָמַר לוֹ חָבַלְתָּ בִּי, וְהוּא אוֹמֵר לֹא חָבַלְתִּי, הֲרֵי זֶה נִשְׁבָּע וְנוֹטֵל. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, עַד שֶׁתְּהֵא שָׁם מִקְצָת הוֹדָאָה. כֵּיצַד, אָמַר לוֹ חָבַלְתָּ בִּי שְׁתַּיִם, וְהַלָּה אוֹמֵר לֹא חָבַלְתִּי בְךָ אֶלָּא אֶחָת:
3 Der Verwundete — auf welche Weise? Zeugt man gegen Jemand, dass ein Anderer unversehrt zu ihm hineingegangen und von ihm verwundet herausgekommen ist; dieser sagt: „du hast mich verwundet!“, und Jener sagt: „ich habe dich nicht verwundet!“, so schwört der Andere und empfängt. R. Jehuda sagt: Nur wenn dabei ein Teil-Geständniss stattfindet. Auf welche Weise? Er sagt zu ihm: „du hast mir zwei Wunden beigebracht!“, und Jener sagt: „ich habe dir nur Eine beigebracht!“
ד וְשֶׁכְּנֶגְדּוֹ חָשׁוּד עַל הַשְּׁבוּעָה כֵּיצַד, אַחַת שְׁבוּעַת הָעֵדוּת וְאַחַת שְׁבוּעַת הַפִּקָּדוֹן, וַאֲפִלּוּ שְׁבוּעַת שָׁוְא. הָיָה אֶחָד מֵהֶן מְשַׂחֵק בְּקֻבְיָא, וּמַלְוֶה בְרִבִּית, וּמַפְרִיחֵי יוֹנִים, וְסוֹחֲרֵי שְׁבִיעִית, שֶׁכְּנֶגְדּוֹ נִשְׁבָּע וְנוֹטֵל. הָיוּ שְׁנֵיהֶן חֲשׁוּדִין, חָזְרָה הַשְּׁבוּעָה לִמְקוֹמָהּ, דִּבְרֵי רַבִּי יוֹסֵי. רַבִּי מֵאִיר אוֹמֵר, יַחֲלֹקוּ:
4 Der, dessen Gegner des Meineides verdächtig ist — auf welche Weise? Er mag beim Zeugnis-Eide, oder beim Verwahrguts-Eide oder auch nur durch einen vergeblichen Eid (verdächtig geworden sein). Ist Einer von ihnen ein Würfelspieler, ein Wucherer, Einer, der Tauben fliegen lässt, Einer, der mit Brachjahr-Frucht handelt; so schwört sein Gegner und empfängt Bezahlung. Sind Beide verdächtig, so geht der Schwur zurück an seinen Ort; dies die Worte R. Jose’s. R. Meïr sagt: Sie teilen.
ה וְהַחֶנְוָנִי עַל פִּנְקָסוֹ כֵּיצַד, לֹא שֶׁיֹּאמַר לוֹ כָּתוּב עַל פִּנְקָסִי שֶׁאַתָּה חַיָּב לִי מָאתַיִם זוּז, אֶלָּא אָמַר לוֹ תֵּן לִבְנִי סָאתַיִם חִטִּין, תֵּן לְפוֹעֲלִי בְּסֶלַע מָעוֹת, הוּא אוֹמֵר נָתַתִּי וְהֵן אוֹמְרִים לֹא נָטַלְנוּ, (שְׁנֵיהֶן נִשְׁבָּעִים), הוּא נִשְׁבָּע וְנוֹטֵל וְהֵן נִשְׁבָּעִין וְנוֹטְלִין. אָמַר בֶּן נַנָּס, כֵּיצַד אֵלּוּ בָאִין לִידֵי שְׁבוּעַת שָׁוְא וְאֵלּוּ בָאִין לִידֵי שְׁבוּעַת שָׁוְא, אֶלָּא הוּא נוֹטֵל שֶׁלֹּא בִשְׁבוּעָה וְהֵן נוֹטְלִין שֶׁלֹּא בִשְׁבוּעָה:
5 Der Krämer auf sein Buch — auf welche Weise? Nicht wenn er zu Jemand sagt: „es steht in meinem Buche geschrieben, dass Du mir zweihundert Sus schuldig bist!“; sondern wenn Jemand zu ihm gesagt hat: „gib meinem Sohne zwei Seah Weizen!“— „gib meinen Arbeitern für einen Sela kleines Geld!“, hierauf sagt er: „ich habe es gegeben!“, Jene aber sagen: „wir haben Nichts erhalten!“; (so schwören Beide) so schwört er und empfängt, und Jene schwören und empfangen. Da sagte Ben Nanos: Wie darf man Diese zum falschen Eide kommen lassen?! Vielmehr empfängt er ohne Schwur, und Jene empfangen ohne Schwur.
ו אָמַר לַחֶנְוָנִי תֶּן לִי בְדִינָר פֵּרוֹת וְנָתַן לוֹ, אָמַר לוֹ תֶּן לִי הַדִּינָר, אָמַר לוֹ נְתַתִּיו לְךָ וּנְתַתּוֹ בָאֹנְפָּלִי, יִשָּׁבַע בַּעַל הַבָּיִת. נָתַן לוֹ אֶת הַדִּינָר, אָמַר לוֹ תֶּן לִי אֶת הַפֵּרוֹת, אָמַר לוֹ נְתַתִּים לְךָ וְהוֹלַכְתָּן לְתוֹךְ בֵּיתֶךָ, יִשָּׁבַע חֶנְוָנִי. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, כָּל שֶׁהַפֵּרוֹת בְּיָדוֹ, יָדוֹ עַל הָעֶלְיוֹנָה. אָמַר לַשֻּׁלְחָנִי תֶּן לִי בְדִינָר מָעוֹת וְנָתַן לוֹ, אָמַר לוֹ תֶּן לִי אֶת הַדִּינָר, אָמַר לוֹ נְתַתִּיו לְךָ וּנְתַתּוֹ בָאֹנְפָּלִי, יִשָּׁבַע בַּעַל הַבָּיִת. נָתַן לוֹ אֶת הַדִּינָר, אָמַר לוֹ תֶּן לִי אֶת הַמָּעוֹת, אָמַר לוֹ נְתַתִּים לְךָ וְהִשְׁלַכְתָּם לְתוֹךְ כִּיסֶךָ, יִשָּׁבַע שֻׁלְחָנִי. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, אֵין דֶּרֶךְ שֻׁלְחָנִי לִתֵּן אִסָּר עַד שֶׁיִּטֹּל דִּינָרוֹ:
6 Sagt Jemand zum Krämer: „gib mir um einen Denar Früchte!“ er gibt sie ihm, dann sagt er zu ihm: „gib mir den Denar!“, und er erwidert: „ich habe ihn dir schon gegeben, und du hast ihn in die Geldkasse getan!“, so schwört der Hausherr. Hat dieser aber Jenem den Denar gegeben und sagt zu ihm: „gib mir die Früchte!“, und Jener sagt: „ich habe sie dir schon gegeben, und du hast sie nach Hause schaffen lassen!“, so schwört der Krämer. R. Jehuda sagt: Wer die Früchte in Händen hat, der hat die Oberhand. Sagt Jemand zu einem Geldwechsler: „gib mir für einen Denar kleines Geld!“, er gibt es ihm, dann sagt er zu ihm: „gib mir den Denar!“, und er erwidert: „ich habe ihn dir schon gegeben, und du hast ihn in die Geldkasse getan!“, so schwört der Hausherr. Hat dieser aber Jenem den Denar gegeben und sagt zu ihm: „gib mir das kleine Geld!“, und Jener sagt: „ich habe es dir schon gegeben, und du hast es in deinen Beutel geworfen, so schwört der Geldwechsler. R. Jehuda sagt: Es ist nicht die Weise, dass der Wechsler einen Issar gibt, bevor er den Denar bekommen hat.
ז כְּשֵׁם שֶׁאָמְרוּ, הַפּוֹגֶמֶת כְּתֻבָּתָהּ לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה, וְעֵד אֶחָד מְעִידָהּ שֶׁהִיא פְרוּעָה, לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. מִנְּכָסִים מְשֻׁעְבָּדִים וּמִנִּכְסֵי יְתוֹמִים, לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. וְהַנִּפְרַעַת שֶׁלֹּא בְּפָנָיו, לֹא תִפָּרַע אֶלָּא בִשְׁבוּעָה. וְכֵן הַיְתוֹמִים לֹא יִפָּרְעוּ אֶלָּא בִשְׁבוּעָה, שְׁבוּעָה שֶׁלֹּא פְקָדָנוּ אַבָּא, וְלֹא אָמַר לָנוּ אַבָּא, וְשֶׁלֹּא מָצִינוּ בֵין שְׁטָרוֹתָיו שֶׁל אַבָּא שֶׁשְּׁטָר זֶה פָרוּעַ. רַבִּי יוֹחָנָן בֶּן בְּרוֹקָה אוֹמֵר, אֲפִלּוּ נוֹלַד הַבֵּן לְאַחַר מִיתַת הָאָב, הֲרֵי זֶה נִשְׁבָּע וְנוֹטֵל. אָמַר רַבָּן שִׁמְעוֹן בֶּן גַּמְלִיאֵל, אִם יֵשׁ עֵדִים שֶׁאָמַר הָאָב בִּשְׁעַת מִיתָתוֹ שְׁטָר זֶה אֵינוֹ פָרוּעַ, הוּא נוֹטֵל שֶׁלֹּא בִשְׁבוּעָה:
7 Sowie man (auch) gesagt hat: Eine Frau, die eine Teilzahlung ihrer Ketuba zugesteht, kann (den Rest) nur durch einen Eid bezahlt bekommen; wenn ein Zeuge aussagt, sie sei bezahlt, so kann sie nur durch einen Eid bezahlt erhalten; von unterworfenen Gütern und von Gütern der Waisen; kann sie nur durch einen Eid Bezahlung erhalten; auch wenn sie in Abwesenheit des Mannes bezahlt werden will, kann sie nur durch einen Eid Bezahlung erlangen. Ebenso können die Waisen nur durch einen Eid bezahlt erhalten, nämlich: „wir schwören, dass unser Vater uns nicht letztwillig erklärt, uns nicht (sonst) gesagt hat, wir auch nicht unter den schriftlichen Urkunden unseres Vaters gefunden haben, dass dieser Schuldschein bezahlt sei!“ R. Jochanan Ben Beroka sagt: Selbst wenn der Sohn nach dem Tode des Vaters geboren wurde, muss er schwören, um Bezahlung zu erhalten. Es sagt R. Simon Sohn Gamliel’s: Wenn Zeugen vorhanden sind, dass der Vater in der Todesstunde gesagt hat, dieser Schuldschein sei nicht bezahlt, so empfängt er ohne Schwur.
ח וְאֵלּוּ נִשְׁבָּעִים שֶׁלֹּא בְטַעֲנָה, הַשֻּׁתָּפִין, וְהָאֲרִיסִין, וְהָאַפּוֹטְרוֹפִּין, וְהָאִשָּׁה הַנּוֹשֵׂאת וְהַנּוֹתֶנֶת בְּתוֹךְ הַבַּיִת, וּבֶן הַבָּיִת. אָמַר לוֹ מָה אַתָּה טוֹעֲנֵנִי, רְצוֹנִי שֶׁתִּשָּׁבַע לִי, חַיָּב. חָלְקוּ הַשֻּׁתָּפִין וְהָאֲרִיסִין, אֵין יָכוֹל לְהַשְׁבִּיעוֹ. נִתְגַּלְגְּלָה לוֹ שְׁבוּעָה מִמָּקוֹם אַחֵר, מְגַלְגְּלִין עָלָיו אֶת הַכֹּל. וְהַשְּׁבִיעִית מְשַׁמֶּטֶת אֶת הַשְּׁבוּעָה:
8 Folgende schwören ohne (bestimmte) Forderung: Teilhaber, Feldbauer, Verwalter, eine Frau, die im Hause das Geschäft führt, und der Haus-Sohn. Sagt er zu ihm: „was forderst du von mir?“, (und der Andere erwidert:) „ich will, dass du mir schwörest!“, so ist er schuldig. Haben die Teilhaber und die Feldbauer schon geteilt, so kann man sie nicht beschwören. Wird ihm aber ein Eid durch eine andere Forderung auferlegt, so kann man ihm einen Eid über Alles auferlegen. Das Erlassjahr bewirkt auch die Erlassung des Eides.