Sanhedrin 8

Kapitel 8

א בֵּן סוֹרֵר וּמוֹרֶה, מֵאֵימָתַי נַעֲשֶׂה בֵן סוֹרֵר וּמוֹרֶה, מִשֶּׁיָּבִיא שְׁתֵּי שְׂעָרוֹת וְעַד שֶׁיַּקִּיף זָקָן, הַתַּחְתּוֹן וְלֹא הָעֶלְיוֹן, אֶלָּא שֶׁדִּבְּרוּ חֲכָמִים בְּלָשׁוֹן נְקִיָּה, שֶׁנֶּאֱמַר (דברים כא), כִּי יִהְיֶה לְאִישׁ בֵּן, בֵּן וְלֹא בַת, בֵּן וְלֹא אִישׁ. הַקָּטָן פָּטוּר, שֶׁלֹּא בָא לִכְלָל מִצְוֹת:
1 „Der unbändige und widerspenstige Sohn.“ Von wann ab kann er (als) ein unbändiger und widerspenstiger Sohn(verurteilt) werden? Von der Zeit an, dass er zwei Haare gebracht, bis ringsherum ein Bart gewachsen ist. (Damit ist das untere nicht das obere Haar gemeint, nur haben sich die Weisen eines reinen Ausdrucks bedient). Denn es heisst (Deut. 21, 18): „Wenn jemand einen Sohn hat;“ (dies sagt:) „einen Sohn und nicht eine Tochter, einen Sohn und nicht ein Mann; der Unmündige ist aber frei, da er noch nicht in die Gesetzpflichten eingetreten ist.
ב מֵאֵימָתַי חַיָּב, מִשֶּׁיֹּאכַל טַרְטֵימַר בָּשָׂר וְיִשְׁתֶּה חֲצִי לֹג יַיִן הָאִיטַלְקִי. רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, מָנֶה בָּשָׂר וְלֹג יָיִן. אָכַל בַּחֲבוּרַת מִצְוָה, אָכַל בְּעִבּוּר הַחֹדֶשׁ, אָכַל מַעֲשֵׂר שֵׁנִי בִּירוּשָׁלַיִם, אָכַל נְבֵלוֹת וּטְרֵפוֹת, שְׁקָצִים וּרְמָשִׂים, אָכַל טֶבֶל וּמַעֲשֵׂר רִאשׁוֹן שֶׁלֹּא נִטְּלָה תְרוּמָתוֹ וּמַעֲשֵׂר שֵׁנִי וְהֶקְדֵּשׁ שֶׁלֹּא נִפְדּוּ, אָכַל דָּבָר שֶׁהוּא מִצְוָה וְדָבָר שֶׁהוּא עֲבֵרָה, אָכַל כָּל מַאֲכָל וְלֹא אָכַל בָּשָׂר, שָׁתָה כָל מַשְׁקֶה וְלֹא שָׁתָה יַיִן, אֵינוֹ נַעֲשֶׂה בֵן סוֹרֵר וּמוֹרֶה, עַד שֶׁיֹּאכַל בָּשָׂר וְיִשְׁתֶּה יַיִן, שֶׁנֶּאֱמַר (דברים כא) זוֹלֵל וְסֹבֵא. וְאַף עַל פִּי שֶׁאֵין רְאָיָה לַדָּבָר, זֵכֶר לַדָּבָר, שֶׁנֶּאֱמַר (משלי כג) אַל תְּהִי בְסֹבְאֵי יָיִן בְּזֹלְלֵי בָשָׂר לָמוֹ:
2 . Wann ist er schuldig? Wenn er ein Tritemor Fleisch gegessen und einen halben Log italischen Wein getrunken hat. R. Jose sagt: Eine Mine Fleisch und ein Log Wein. Hat er bei einem gebotenen Gastmahle gegessen, hat er bei der Intercalation des Monats gegessen, hat er zweiten Zehnt zu Jerusalem gegessen, hat er Aas, Zerrissenes, Geschmeiss und Gewürm gegessen, [hat er Unverzehntetes, oder ersten Zehnt, dessen Hebe noch nicht abgesondert war, oder zweiten Zehnt oder Geheiligtes, die nicht ausgelöst waren, gegessen], hat er überhaupt durch sein Essen ein Gebot oder eine Übertretung ausgeübt, hat er allerlei Speisen, nur nicht Fleisch gegessen, hat er allerlei Getränke, nur nicht Wein getrunken; so wird er nicht als unbändiger und widerspenstiger Sohn gerichtet, sondern nur, wenn er Fleisch gegessen und Wein getrunken hat, denn es heisst (Deut. 21, 20): „Ein Schlemmer und ein Säufer“; und wenn es auch keinen Beweis dafür gibt, so ist doch eine Andeutung dafür in dem Verse (Spr. 23,20): „Sei nicht unter den Weinsäufern und Fleischfressern“.
ג גָּנַב מִשֶּׁל אָבִיו וְאָכַל בִּרְשׁוּת אָבִיו, מִשֶּׁל אֲחֵרִים וְאָכַל בִּרְשׁוּת אֲחֵרִים, מִשֶּׁל אֲחֵרִים וְאָכַל בִּרְשׁוּת אָבִיו, אֵינוֹ נַעֲשֶׂה בֵן סוֹרֵר וּמוֹרֶה, עַד שֶׁיִּגְנֹב מִשֶּׁל אָבִיו וְיֹאכַל בִּרְשׁוּת אֲחֵרִים. רַבִּי יוֹסֵי בַר רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, עַד שֶׁיִּגְנֹב מִשֶּׁל אָבִיו וּמִשֶּׁל אִמּוֹ:
3 Hat er seinen Abater bestohlen und es im Gebiete seines Vaters verzehrt, oder hat er Andere bestohlen und es im Gebiete Anderer verzehrt, oder hat er Andere bestohlen und es im Gebiete seines Vaters verzehrt, so wird er nicht als unbändiger und widerspenstiger Sohn verurteilt, sondern nur, wenn er seinen Vater bestiehlt und es im Gebiete anderer verzehrt. R. Jose, Sohn des R. Jehuda, sagt: Nur wenn er seinen Vater und seine Mutter bestiehlt.
ד הָיָה אָבִיו רוֹצֶה וְאִמּוֹ אֵינָהּ רוֹצָה, אָבִיו אֵינוֹ רוֹצֶה וְאִמּוֹ רוֹצָה, אֵינוֹ נַעֲשֶׂה בֵן סוֹרֵר וּמוֹרֶה, עַד שֶׁיְּהוּ שְׁנֵיהֶם רוֹצִים. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, אִם לֹא הָיְתָה אִמּוֹ רְאוּיָה לְאָבִיו, אֵינוֹ נַעֲשֶׂה בֵן סוֹרֵר וּמוֹרֶה. הָיָה אֶחָד מֵהֶם גִּדֵּם אוֹ חִגֵּר אוֹ אִלֵּם אוֹ סוּמָא אוֹ חֵרֵשׁ, אֵינוֹ נַעֲשֶׂה בֵן סוֹרֵר וּמוֹרֶה, שֶׁנֶּאֱמַר (דברים כא) וְתָפְשׂוּ בוֹ אָבִיו וְאִמּוֹ, וְלֹא גִדְּמִין. וְהוֹצִיאוּ אֹתוֹ, וְלֹא חִגְּרִין. וְאָמְרוּ, וְלֹא אִלְּמִין. בְּנֵנוּ זֶה, וְלֹא סוּמִין. אֵינֶנּוּ שֹׁמֵעַ בְּקֹלֵנוּ, וְלֹא חֵרְשִׁין. מַתְרִין בּוֹ בִּפְנֵי שְׁלֹשָׁה וּמַלְקִין אוֹתוֹ. חָזַר וְקִלְקֵל, נִדּוֹן בְּעֶשְׂרִים וּשְׁלֹשָׁה. וְאֵינוֹ נִסְקָל עַד שֶׁיְּהוּ שָׁם שְׁלֹשָׁה הָרִאשׁוֹנִים, שֶׁנֶּאֱמַר (שם) בְּנֵנוּ זֶה, זֶהוּ שֶׁלָּקָה בִּפְנֵיכֶם. בָּרַח עַד שֶׁלֹּא נִגְמַר דִּינוֹ וְאַחַר כָּךְ הִקִּיף זָקָן הַתַּחְתּוֹן, פָּטוּר. וְאִם מִשֶּׁנִּגְמַר דִּינוֹ בָּרַח וְאַחַר כָּךְ הִקִּיף זָקָן הַתַּחְתּוֹן, חַיָּב:
4 Will der Vater (ihn anklagen), aber die Mutter will nicht; oder will der Vater nicht und die Mutter will es, so wird er nicht als unbändiger und widerspenstiger Sohn verurteilt, sondern nur, wenn beide es wollen. R. Jehuda sagt: Wenn die Mutter nicht für den Vater geeignet ist, so wird er nicht als unbändiger und widerspenstiger Sohn verurteilt. 1st Einer von ihnen einhändig, lahm, stumm, blind oder taub, so wird er nicht als unbändiger und widerspenstiger Sohn verurteilt, denn es heisst (Deut. 21,19 — 20): „Es sollen sein Vater und seine Mutter ihn ergreifen“, sie seien also nicht einhändig, „ihn hinausführen“, also nicht lahm, „und sprechen“, also nicht stumm, „dieser unser Sohn,“ also nicht blind, „gehorcht nicht unserer Stimme“, also nicht taub. Sie sollen ihn warnen, vor Dreien ihn geisseln lassen. Ist er dann wieder ausgeartet, so wird er von dreiundzwanzig gerichtet, und er wird nur dann gesteinigt, wenn die drei ersten zugegen sind, denn es heisst (Deut. 21, 20): „Dieser unser Sohn“, also dieser, der vor euch gegeisselt worden ist. Entflieht er, bevor das Urteil über ihn gefällt worden, und hernach ist ihm unten ringsherum das Haar gewachsen, so ist er frei. Ist er aber entflohen, nachdem das Urteil über ihn gefällt war, so bleibt er schuldig, auch wenn ihm nachher unten ringsherum das Haargewachsen ist.
ה בֵּן סוֹרֵר וּמוֹרֶה נִדּוֹן עַל שֵׁם סוֹפוֹ, יָמוּת זַכַּאי וְאַל יָמוּת חַיָּב, שֶׁמִּיתָתָן שֶׁל רְשָׁעִים הֲנָאָה לָהֶן וַהֲנָאָה לָעוֹלָם, וְלַצַּדִּיקִים, רַע לָהֶן וְרַע לָעוֹלָם. יַיִן וְשֵׁנָה לָרְשָׁעִים, הֲנָאָה לָהֶן וַהֲנָאָה לָעוֹלָם, וְלַצַּדִּיקִים, רַע לָהֶן וְרַע לָעוֹלָם. פִּזּוּר לָרְשָׁעִים, הֲנָאָה לָהֶן וַהֲנָאָה לָעוֹלָם, וְלַצַּדִּיקִים, רַע לָהֶן וְרַע לָעוֹלָם. כִּנּוּס לָרְשָׁעִים, רַע לָהֶן וְרַע לָעוֹלָם, וְלַצַּדִּיקִים, הֲנָאָה לָהֶן וַהֲנָאָה לָעוֹלָם. שֶׁקֶט לָרְשָׁעִים, רַע לָהֶן וְרַע לָעוֹלָם, וְלַצַּדִּיקִים, הֲנָאָה לָהֶן וַהֲנָאָה לָעוֹלָם:
5 Der unbändige und widerspenstige Sohn wird verurteilt um seiner Zukunft willen. Die Thora sagt: Er sterbe als Gerechter, damit er nicht als Schuldiger sterbe, denn der Tod der Frevler ist ihnen nützlich und der Welt nützlich, der der Gerechten ist ihnen nachteilig und der Welt nachteilig. Wein und Schlaf der Frevler ist ihnen nützlich und der Welt nützlich, der der Gerechten aber ist ihnen nachteilig und der Weltnachteilig. Getrenntheit der Frevler ist ihnen nützlich und der Welt nützlich, die der Gerechten aber ist ihnen nachteilig und der Welt nachteilig. Vereinigung der Frevler ist ihnen nachteilig und der Welt nachteilig, die der Gerechten aber ist ihnen nützlich und der Welt nützlich. Ruhe der Frevler ist ihnen nachteilig und der Welt nachteilig, die der Gerechten aber ist ihnen nützlich und der Welt nützlich.
ו הַבָּא בַמַּחְתֶּרֶת נִדּוֹן עַל שֵׁם סוֹפוֹ. הָיָה בָא בַמַּחְתֶּרֶת וְשָׁבַר אֶת הֶחָבִית, אִם יֶשׁ לוֹ דָמִים, חַיָּב. אִם אֵין לוֹ דָמִים, פָּטוּר:
6 Wer beim Einbruch eindringt, wird um seiner Zukunft willen gerichtet. War einer beim Einbruch eingedrungen und hat dabei ein Fass zerbrochen, so ist er, wenn seinetwegen Blutschuld ist, Ersatz schuldig, ist aber seinetwegen keine Blutschuld, so ist er frei.
ז וְאֵלּוּ הֵן שֶׁמַּצִּילִין אוֹתָן בְּנַפְשָׁן, הָרוֹדֵף אַחַר חֲבֵרוֹ לְהָרְגוֹ, אַחַר הַזְּכוּר וְאַחַר הַנַּעֲרָה הַמְאֹרָסָה. אֲבָל הָרוֹדֵף אַחַר בְּהֵמָה, וְהַמְחַלֵּל אֶת הַשַּׁבָּת, וְהָעוֹבֵד עֲבוֹדָה זָרָה, אֵין מַצִּילִין אוֹתָן בְּנַפְשָׁן:
7 Folgende darf man selbst durch ihr Leben retten: Wer seinen Nächsten verfolgt, um ihn umzubringen, wer eine Mannsperson oder ein verlobtes Mädchen verfolgt. Wer aber einem Viehe nachläuft, wer den Schabbat entweihen oder Götzendienst treiben will, — diese darf man nicht durch ihr Leben retten.