Pesachim 10

Kapitel 10

א עַרְבֵי פְסָחִים סָמוּךְ לַמִּנְחָה, לֹא יֹאכַל אָדָם עַד שֶׁתֶּחְשָׁךְ. וַאֲפִלּוּ עָנִי שֶׁבְּיִשְׂרָאֵל לֹא יֹאכַל עַד שֶׁיָּסֵב. וְלֹא יִפְחֲתוּ לוֹ מֵאַרְבַּע כּוֹסוֹת שֶׁל יַיִן, וַאֲפִלּוּ מִן הַתַּמְחוּי:
1 An den Rüsttagen der Pesachfeste soll man, wenn der Spätnachmittag herannaht, kein Mahl einnehmen, bis es Nacht geworden. Auch der Ärmste in Israel esse nicht anders als hingelagert, und man reiche ihm nicht weniger als vier Becher Wein, wäre es selbst aus der Armenschüssel.
ב מָזְגוּ לוֹ כוֹס רִאשׁוֹן, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, מְבָרֵךְ עַל הַיּוֹם, וְאַחַר כָּךְ מְבָרֵךְ עַל הַיָּיִן. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, מְבָרֵךְ עַל הַיַּיִן, וְאַחַר כָּךְ מְבָרֵךְ עַל הַיּוֹם:
2 Nachdem sie ihm den ersten Becher gefüllt haben, spricht er — so lehrt die Schule Schammai’s — den Segen über den Tag und hernach den Segen über den Wein; die Schule Hillel’s aber lehrt, er spreche den Segen über den Wein und nachher den Segen über den Tag.
ג הֵבִיאוּ לְפָנָיו, מְטַבֵּל בַּחֲזֶרֶת, עַד שֶׁמַּגִּיעַ לְפַרְפֶּרֶת הַפַּת. הֵבִיאוּ לְפָנָיו מַצָּה וַחֲזֶרֶת וַחֲרֹסֶת וּשְׁנֵי תַבְשִׁילִין, אַף עַל פִּי שֶׁאֵין חֲרֹסֶת מִצְוָה. רַבִּי אֱלִיעֶזֶר בְּרַבִּי צָדוֹק אוֹמֵר, מִצְוָה. וּבַמִּקְדָּשׁ הָיוּ מְבִיאִים לְפָנָיו גּוּפוֹ שֶׁל פָּסַח:
3 Nachdem man ihm (Gemüse und Lattich) aufgetragen, isst er den Lattich eingetunkt. Sowie er bei der Zukost des Brotes angelangt ist, setzt man ihm ungesäuertes Brot und Lattich und Essigmus (und zwei Gerichte) vor, obschon der Essigmus nicht vorgeschrieben ist. R. Eli‘ezer b. R. Szadoḳ sagt: Er ist vorgeschrieben. In der heiligen Stadt setzte man ihm das vollständige Pesach vor.
ד מָזְגוּ לוֹ כוֹס שֵׁנִי, וְכָאן הַבֵּן שׁוֹאֵל אָבִיו, וְאִם אֵין דַּעַת בַּבֵּן, אָבִיו מְלַמְּדוֹ, מַה נִּשְׁתַּנָּה הַלַּיְלָה הַזֶּה מִכָּל הַלֵּילוֹת, שֶׁבְּכָל הַלֵּילוֹת אָנוּ אוֹכְלִין חָמֵץ וּמַצָּה, הַלַּיְלָה הַזֶּה כֻלּוֹ מַצָּה. שֶׁבְּכָל הַלֵּילוֹת אָנוּ אוֹכְלִין שְׁאָר יְרָקוֹת, הַלַּיְלָה הַזֶּה מָרוֹר. שֶׁבְּכָל הַלֵּילוֹת אָנוּ אוֹכְלִין בָּשָׂר צָלִי, שָׁלוּק, וּמְבֻשָּׁל, הַלַּיְלָה הַזֶּה כֻלּוֹ צָלִי. שֶׁבְּכָל הַלֵּילוֹת אָנוּ מַטְבִּילִין פַּעַם אַחַת, הַלַּיְלָה הַזֶּה שְׁתֵּי פְעָמִים. וּלְפִי דַעְתּוֹ שֶׁל בֵּן, אָבִיו מְלַמְּדוֹ. מַתְחִיל בִּגְנוּת וּמְסַיֵּם בְּשֶׁבַח, וְדוֹרֵשׁ מֵאֲרַמִּי אוֹבֵד אָבִי, עַד שֶׁיִּגְמֹר כֹּל הַפָּרָשָׁה כֻלָּהּ:
4 Man füllt ihm den zweiten Becher, und nun richtet das Kind an seinen Vater folgende Fragen, die ihm, wenn das Kind den Verstand dazu nicht hat, vom Vater eingeübt werden: Was ist diese Nacht anders als alle Nächte, dass wir alle anderen Nächte Eingetunktes nur einmal essen, diese Nacht aber zweimal, alle anderen Nächte gesäuertes oder ungesäuertes Brot geniessen, diese Nacht aber durchaus ungesäuertes, (alle anderen Nächte beliebige Kräuter, diese Nacht Bitterkraut), alle anderen Nächte gebratenes, gesottenes oder gekochtes Fleisch essen, diese Nacht aber durchaus gebratenes? Und dem Verständnis des Kindes angemessen belehrt es der Vater; er beginnt mit Schimpf und schliesst mit Lob, indem er die Auslegung von „Ein verlorener Arammite war mein Vater vorträgt, bis er mit dem ganzen Abschnitt zu Ende kommt.
ה רַבָּן גַּמְלִיאֵל הָיָה אוֹמֵר, כָּל שֶׁלֹּא אָמַר שְׁלֹשָׁה דְבָרִים אֵלּוּ בְּפֶסַח, לֹא יָצָא יְדֵי חוֹבָתוֹ, וְאֵלּוּ הֵן, פֶּסַח, מַצָּה, וּמָרוֹר. פֶּסַח, עַל שׁוּם שֶׁפָּסַח הַמָּקוֹם עַל בָּתֵּי אֲבוֹתֵינוּ בְמִצְרַיִם. מַצָּה, עַל שׁוּם שֶׁנִּגְאֲלוּ אֲבוֹתֵינוּ בְמִצְרַיִם. מָרוֹר, עַל שׁוּם שֶׁמֵּרְרוּ הַמִּצְרִים אֶת חַיֵּי אֲבוֹתֵינוּ בְמִצְרָיִם. בְּכָל דּוֹר וָדוֹר חַיָּב אָדָם לִרְאוֹת אֶת עַצְמוֹ כְאִלּוּ הוּא יָצָא מִמִּצְרַיִם, שֶׁנֶּאֱמַר (שמות יג), וְהִגַּדְתָּ לְבִנְךָ בַּיּוֹם הַהוּא לֵאמֹר, בַּעֲבוּר זֶה עָשָׂה ה' לִי בְּצֵאתִי מִמִּצְרָיִם. לְפִיכָךְ אֲנַחְנוּ חַיָּבִין לְהוֹדוֹת, לְהַלֵּל, לְשַׁבֵּחַ, לְפָאֵר, לְרוֹמֵם, לְהַדֵּר, לְבָרֵךְ, לְעַלֵּה, וּלְקַלֵּס, לְמִי שֶׁעָשָׂה לַאֲבוֹתֵינוּ וְלָנוּ אֶת כָּל הַנִּסִּים הָאֵלּוּ, הוֹצִיאָנוּ מֵעַבְדוּת לְחֵרוּת, מִיָּגוֹן לְשִׂמְחָה, וּמֵאֵבֶל לְיוֹם טוֹב, וּמֵאֲפֵלָה לְאוֹר גָּדוֹל, וּמִשִּׁעְבּוּד לִגְאֻלָּה. וְנֹאמַר לְפָנָיו, הַלְלוּיָהּ:
5 Rabban Gamliel sagte: Wer folgende drei Worte am Pesach nicht spricht, hat seiner Pflicht nicht Genüge geleistet; sie betreffen das Pesachopfer, das ungesäuerte Brot und das Bitterkraut: Das Pesachopfer hat seinen Grund darin, dass Gott über die Häuser unserer Väter in Egypten hinwegschritt, das ungesäuerte Brot darin, dass unsere Väter aus Egypten erlöst wurden, das Bitterkraut darin, dass die Egypter das Leben unserer Väter in Egypten verbitterten. Von Geschlecht za Geschlecht ist jedermann verpflichtet, sich so anzusehen, als ob er selbst aus Egypten gezogen wäre; denn es heisst: Erzähle deinem Sohne an jenem Tage also: Deswegen ist der Herr für mich eingetreten, als ich aus Egypten zog. Darum schulden wir Dank, Lob, Preis, Verherrlichung, Huldigung, Verehrung und Anbetung Ihm, der für unsere Väter und für uns all diese Wunder getan, uns von Knechtschaft zu Freiheit, von Kummer zu Freude, von Trauer zu Festesfeier, von Dunkelheit zu grossem Licht und von Dienstbarkeit zu Erlösung geführt hat Lasst uns ihm das Halleluja anstimmen!
ו עַד הֵיכָן הוּא אוֹמֵר, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, עַד אֵם הַבָּנִים שְׂמֵחָה. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, עַד חַלָּמִישׁ לְמַעְיְנוֹ מָיִם. וְחוֹתֵם בִּגְאֻלָּה. רַבִּי טַרְפוֹן אוֹמֵר, אֲשֶׁר גְּאָלָנוּ וְגָאַל אֶת אֲבוֹתֵינוּ מִמִּצְרָיִם, וְלֹא הָיָה חוֹתֵם. רַבִּי עֲקִיבָא אוֹמֵר, כֵּן ה' אֱלֹהֵינוּ וֵאלֹהֵי אֲבוֹתֵינוּ יַגִּיעֵנוּ לְמוֹעֲדִים וְלִרְגָלִים אֲחֵרִים הַבָּאִים לִקְרָאתֵנוּ לְשָׁלוֹם, שְׂמֵחִים בְּבִנְיַן עִירֶךָ וְשָׂשִׂים בַּעֲבוֹדָתֶךָ, וְנֹאכַל שָׁם מִן הַזְּבָחִים וּמִן הַפְּסָחִים כוּ', עַד בָּרוּךְ אַתָּה ה' גָּאַל יִשְׂרָאֵל:
6 Wie weit trägt man es vor? Die Schule Schammai’s lehrt: Bis „es freut sich die Mutter der Kinder“; die Schule Hillel’s aber meint: Bis „den Kiesel zur Wasserquelle“. Man schliesst mit Erlösung. R. Tarfon sagt: „Der uns und unsere Väter aus Egypten erlöst hat und uns diese Nacht erleben liess, dass wir in derselben Brot und Bitterkraut geniessen“; ein Schlussgebet aber spricht man nicht. R. ‘Aḳiba fügt hinzu: „So lasse uns, o Herr, unser Gott (und Gott unserer Väter), noch andere Feste und Feiertage erleben, denen wir in Frieden entgegengehen mögen, beglückt durch den Wiederaufbau deiner Stadt und beseligt durch deinen Dienst; dort werden wir dann auch von den Festopfern und den Pesachopfern essen, deren Blut die Wand Deines Altars zum Wohlgefallen berührt hat, und dir (mit neuem Liede) danken für unsere Erlösung und die Befreiung unserer Seele. Gepriesen seist du, Herr, der du Israel erlöst hast.
ז מָזְגוּ לוֹ כוֹס שְׁלִישִׁי, מְבָרֵךְ עַל מְזוֹנוֹ. רְבִיעִי, גּוֹמֵר עָלָיו אֶת הַהַלֵּל, וְאוֹמֵר עָלָיו בִּרְכַּת הַשִּׁיר. בֵּין הַכּוֹסוֹת הַלָּלוּ, אִם רוֹצֶה לִשְׁתּוֹת, יִשְׁתֶּה. בֵּין שְׁלִישִׁי לָרְבִיעִי, לֹא יִשְׁתֶּה:
7 Hat man den dritten Becher ihm gefüllt, spricht er den Segen über sein Mahl; beim vierten vollendet er das Hallel, und spricht den Segen über den Gesang. Zwischen all diesen Bechern darf man trinken, wenn man trinken mag, nur zwischen dem dritten und dem vierten trinke man nicht.
ח וְאֵין מַפְטִירִין אַחַר הַפֶּסַח אֲפִיקוֹמָן. יָשְׁנוּ מִקְצָתָן, יֹאכְלוּ. כֻּלָּן, לֹא יֹאכֵלוּ. רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, נִתְנַמְנְמוּ, יֹאכְלוּ. נִרְדְּמוּ, לֹא יֹאכֵלוּ:
8 Man schliesse nach dem Pesach nicht mit einem Trinkgelage Waren etliche eingeschlummert, so können sie weiter essen, waren es alle, so dürfen sie nicht mehr essen. R. Jose sagt: Waren sie nur eingenickt, so dürfen sie weiter essen; waren sie aber eingeschlafen, so dürfen sie nicht mehr essen.
ט הַפֶּסַח אַחַר חֲצוֹת, מְטַמֵּא אֶת הַיָּדָיִם. הַפִּגּוּל וְהַנּוֹתָר, מְטַמְּאִין אֶת הַיָּדָיִם. בֵּרַךְ בִּרְכַּת הַפֶּסַח פָּטַר אֶת שֶׁל זֶבַח. בֵּרַךְ אֶת שֶׁל זֶבַח, לֹא פָטַר אֶת שֶׁל פֶּסַח, דִּבְרֵי רַבִּי יִשְׁמָעֵאל. רַבִּי עֲקִיבָא אוֹמֵר, לֹא זוֹ פוֹטֶרֶת זוֹ, וְלֹא זוֹ פוֹטֶרֶת זוֹ:
9 Das Pesach macht nach Mitternacht die Hände unrein; Verschmähtes und Übriggebliebenes verunreinigt die Hände. Hat man über das Pesach den Segen gesprochen, so hat man den über das Festopfer überflüssig gemacht; hat man über das Festopfer den Segen gesprochen, so hat man den über das Pesach nicht überflüssig gemacht. Dies die Worte des R. Isma‘el. R. ‘Akiba aber sagt: Dieser macht jenen nicht überflüssig und jener nicht diesen.