Maaser Sheni 4

Kapitel 4

א הַמּוֹלִיךְ פֵּרוֹת מַעֲשֵׂר שֵׁנִי מִמְּקוֹם הַיֹּקֶר לִמְקוֹם הַזּוֹל, אוֹ מִמְּקוֹם הַזּוֹל לִמְקוֹם הַיֹּקֶר, פּוֹדֵהוּ כְשַׁעַר מְקוֹמוֹ. הַמֵּבִיא פֵרוֹת מִן הַגֹּרֶן לָעִיר, וְכַדֵּי יַיִן מִן הַגַּת לָעִיר, הַשֶּׁבַח לַשֵּׁנִי וִיצִיאוֹת מִבֵּיתוֹ:
1 Wenn Jemand Früchte vom zweiten Zehnt von einem teuren Orte, nach einem wohlfeilen gebracht hat, und umgekehrt, so löset er ihn aus nach dem Preise des Ortes. Wenn Jemand Früchte aus der Scheune, oder Krüge mit Wein aus der Kelter nach der Stadt bringt, so kommt der erhöhte Preis dem zweiten Zehnt zu Gute, und die Auslagen müssen vom anderweitigen Vermögen bestritten werden.
ב פּוֹדִין מַעֲשֵׂר שֵׁנִי בְּשַׁעַר הַזּוֹל, כְּמוֹת שֶׁהַחֶנְוָנִי לוֹקֵחַ, לֹא כְמוֹת שֶׁהוּא מוֹכֵר. כְּמוֹת שֶׁהַשֻּׁלְחָנִי פוֹרֵט, וְלֹא כְמוֹת שֶׁהוּא מְצָרֵף. וְאֵין פּוֹדִין מַעֲשֵׂר שֵׁנִי אַכְסָרָה. אֶת שֶׁדָּמָיו יְדוּעִים, יִפָּדֶה עַל פִּי עֵד אֶחָד. וְאֶת שֶׁאֵין דָּמָיו יְדוּעִים, יִפָּדֶה עַל פִּי שְׁלֹשָׁה, כְּגוֹן הַיַּיִן שֶׁקָּרַם וּפֵרוֹת שֶׁהִרְקִיבוּ וּמָעוֹת שֶׁהֶחֱלִיאוּ:
2 Man darf den zweiten Zehnt nach dem wohlfeilem Preise auslösen, nämlich wie der Krämer sie kauft, nicht wie er sie verkauft; und Geld wie der Wechsler die Münze ausgiebt; nicht wie er sie einzieht. Man darf nicht zweiten Zehnt nach blosser Schätzung auslösen; wenn der Wert erkennbar ist, kann man nach dem Aussprache eines Zeugen ihn auslösen; ist der Preis nicht erkennbar, so löse man ihn nach dem Ausspruche dreier Zeugen aus, wie z. B. sauer gewordener Wein, in Fäulniss geratene Früchte, rostige und unkenntlich gewordene Münze.
ג בַּעַל הַבַּיִת אוֹמֵר בְּסֶלַע וְאַחֵר אוֹמֵר בְּסֶלַע, בַּעַל הַבַּיִת קוֹדֵם, מִפְּנֵי שֶׁהוּא מוֹסִיף חֹמֶשׁ. בַּעַל הַבַּיִת אוֹמֵר בְּסֶלַע וְאַחֵר אוֹמֵר בְּסֶלַע וְאִסָּר, אֶת שֶׁל סֶלַע וְאִסָּר קוֹדֵם, מִפְּנֵי שֶׁהוּא מוֹסִיף עַל הַקֶּרֶן. הַפּוֹדֶה מַעֲשֵׂר שֵׁנִי שֶׁלּוֹ, מוֹסִיף עָלָיו חֲמִשִּׁית, בֵּין שֶׁהוּא שֶׁלּוֹ וּבֵין שֶׁנִּתַּן לוֹ בְּמַתָּנָה:
3 Wenn der Eigentümer für seinen zweiten Zehnt, um ihn auszulösen, einen <span dir="rtl">סלע</span> bietet und ein Anderer bietet auch einen <span dir="rtl">סלע</span>, so geht der Eigentümer vor, weil er ein Fünftel zulegen muss. Bietet der Eigentümer einen <span dir="rtl">סלע</span>, und ein Andrer einen <span dir="rtl">סלע</span> und einen <span dir="ltr">איסר</span>, so geht dieser vor, weil er das Stammgut vergrössert. Wer seinen eigenen zweiten Zehnt auslöset, es sei die Frucht ursprünglich die seinige oder sie sei ihm geschenkt worden, der legt ein Fünftel zu.
ד מַעֲרִימִין עַל מַעֲשֵׂר שֵׁנִי. כֵּיצַד, אוֹמֵר אָדָם לִבְנוֹ וּלְבִתּוֹ הַגְּדוֹלִים, לְעַבְדּוֹ וּלְשִׁפְחָתוֹ הָעִבְרִים, הֵילָךְ מָעוֹת אֵלּוּ וּפְדֵה לָךְ מַעֲשֵׂר שֵׁנִי זֶה. אֲבָל לֹא יֹאמַר כֵּן לִבְנוֹ וּלְבִתּוֹ הַקְּטַנִּים, לְעַבְדּוֹ וּלְשִׁפְחָתוֹ הַכְּנַעֲנִים, מִפְּנֵי שֶׁיָּדָן כְּיָדוֹ:
4 Man kann sich in Betreff des zweiten Zehnts eines klugen Vorteils bedienen: wie so? Man kann zu seinem Sohn, oder zu seiner Tochter, die schon erwachsen, oder zu seinem Sklaven oder seiner Sklavin, welche <span dir="rtl">עבדים</span> sind sagen: Da hast Du Geld, löse dir dafür diesen zweiten Zehnt aus. Aber man kann nicht zu seinem Sohne, oder zu seiner Tochter, die noch minderjährig, und zu seinem Sklaven oder seiner Sklavin, die <span dir="rtl">כנענים</span> sind, so sprechen, weil ihr Tun wie sein eigenes Tun betrachtet wird.
ה הָיָה עוֹמֵד בַּגֹּרֶן וְאֵין בְּיָדוֹ מָעוֹת, אוֹמֵר לַחֲבֵרוֹ, הֲרֵי הַפֵּרוֹת הָאֵלּוּ נְתוּנִים לָךְ בְּמַתָּנָה. חוֹזֵר וְאוֹמֵר, הֲרֵי אֵלּוּ מְחֻלָּלִין עַל מָעוֹת שֶׁבַּבָּיִת:
5 Ferner, wenn Einer in der Scheune steht und kein Geld bei sich hat, kann er zum Freunde sagen: Diese Früchte sind Dir hiermit geschenkt; und dann sagt er: Diese Früchte seien ausgelöst durch das Geld, welches ich zu Hause habe.
ו מָשַׁךְ מִמֶּנּוּ מַעֲשֵׂר בְּסֶלַע, וְלֹא הִסְפִּיק לִפְדּוֹתוֹ עַד שֶׁעָמַד בִּשְׁתַּיִם, נוֹתֵן לוֹ סֶלַע, וּמִשְׂתַּכֵּר בְּסֶלַע, וּמַעֲשֵׂר שֵׁנִי שֶׁלּוֹ. מָשַׁךְ מִמֶּנּוּ מַעֲשֵׂר בִּשְׁתַּיִם, וְלֹא הִסְפִּיק לִפְדּוֹתוֹ עַד שֶׁעָמַד בְּסֶלַע, נוֹתֵן לוֹ סֶלַע מֵחֻלִּין וְסֶלַע שֶׁל מַעֲשֵׂר שֵׁנִי שֶׁלּוֹ. אִם הָיָה עַם הָאָרֶץ, נוֹתֵן לוֹ מִדְּמָאי:
6 Wenn Jemand für einen <span dir="rtl">סלע</span> zweiten Zehnt gekauft und hingenommen, aber noch nicht gezahlt hatte, als schon der Preis auf das Doppelte stieg, so giebt er einen <span dir="rtl">סלע</span> und gewinnt den andern und dieser <span dir="rtl">סלע</span> zweiter Zehnt daran, gehört dem Käufer. Wenn Einer für zwei <span dir="rtl">סלע</span> zweiten Zehnt käuflich an sich genommen, aber noch nicht gezahlt hatte, als der Preis auf einen herabsank, so giebt er ihm einen <span dir="rtl">סלע</span> von <span dir="rtl">חולין</span> und einen <span dir="rtl">סלע</span> von seinem zweiten Zehnt. Wenn der Verkäufer ein <span dir="rtl">עם הארץ</span> ist, giebt er ihm beide <span dir="rtl">סלעים</span> vom <span dir="rtl">חולין</span>-Gelde.
ז הַפּוֹדֶה מַעֲשֵׂר שֵׁנִי וְלֹא קָרָא שֵׁם, רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, דַּיּוֹ. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, צָרִיךְ לְפָרֵשׁ. הָיָה מְדַבֵּר עִם הָאִשָּׁה עַל עִסְקֵי גִטָּהּ וְקִדּוּשֶׁיהָ, וְנָתַן לָהּ גִּטָּהּ וְקִדּוּשֶׁיהָ וְלֹא פֵרֵשׁ, רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, דַּיּוֹ. רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, צָרִיךְ לְפָרֵשׁ:
7 Wenn Jemand zweiten Zehnt auslöst und nicht den Namen des zweiten Zehnt über das Geld ausgesprochen hatte, so ist es nach R. Jose ausreichend. R. Jehudah meint: Er muss es ausdrücklich sagen. Eben so, wenn Jemand mit einem Frauenzimmer in Angelegenheit ihres Scheidebriefes oder des ihr zu gebenden Trau - Angeldes spricht und ihr alsdann ihren Scheidebrief oder ihr Trau - Angeld giebt, ohne dies ausdrücklich als solches zu bezeichnen, so sagt R. Jose: Es sei ausreichend. R. Jehudah hingegen behauptet: Er muss es ausdrücklich sagen.
ח הַמַּנִּיחַ אִסָּר וְאָכַל עָלָיו חֶצְיוֹ, וְהָלַךְ לְמָקוֹם אַחֵר וַהֲרֵי הוּא יֹצֵא בְּפֻנְדְּיוֹן, אוֹכֵל עָלָיו עוֹד אִסָּר. הַמַּנִּיחַ פֻּנְדְּיוֹן וְאָכַל עָלָיו חֶצְיוֹ, וְהָלַךְ לְמָקוֹם אַחֵר וַהֲרֵי הוּא יוֹצֵא בְּאִסָּר, אֹכֵל עָלָיו עוֹד פְּלָג. הַמַּנִּיחַ אִסָּר שֶׁל מַעֲשֵׂר שֵׁנִי, אוֹכֵל עָלָיו אַחַד עָשָׂר בְּאִסָּר וְאֶחָד מִמֵּאָה בְּאִסָּר. בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, הַכֹּל עֲשָׂרָה. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, בַּוַּדַּאי אַחַד עָשָׂר, וּבַדְּמַאי עֲשָׂרָה:
8 Wenn Jemand einen <span dir="rtl">איסר</span> als Lösegeld für zweiten Zehnt hinlegt und für einen halben <span dir="rtl">איסר</span> dafür verzehrt, und geht dann an einen andern Ort, wo der <span dir="rtl">איסר</span> ein <span dir="ltr">פונדיון</span> gilt, so kann er für noch einen <span dir="rtl">איסר</span> zweiten Zehut essen. Wenn Jemand einen <span dir="rtl">פונדיון</span> hinlegt und für dessen halben Wert verzehrt, und geht dann an einen andern Ort, wo der <span dir="rtl">פונדיון</span> nur einen <span dir="rtl">איסר</span> gilt, so darf er noch für einen halben <span dir="rtl">איסר</span> verzehren. Wenn Jemand einen <span dir="rtl">איסר</span> vom zweiten Zehnt niederlegt, isst er bis ein Elftel Demai und bis ein Hundertstel <span dir="rtl">איסר ודאי</span> dagegen. Bet Samai sagt: jedenfalls nur bis ein Zehntel. Bet Hillel dagegen lehrt: bei <span dir="rtl">ודאי</span> bis ein Elftel und bei Demai bis ein Zehntel.
ט כָּל הַמָּעוֹת הַנִּמְצָאִים, הֲרֵי אֵלּוּ חֻלִּין, אֲפִלּוּ דִּינַר זָהָב עִם הַכֶּסֶף וְעִם הַמָּעוֹת. מָצָא בְתוֹכָן חֶרֶשׂ וְכָתוּב עָלָיו מַעֲשֵׂר, הֲרֵי זֶה מַעֲשֵׂר:
9 Alle Gelder, die man findet, sind als <span dir="rtl">חולין</span> anzusehen, selbst wenn man einen Denar in Gold mit Silber- und Kupfergeld zusammen findet. Wenn man aber dabei einen Scherben findet, worauf das Wort: <span dir="rtl">מעשר</span> geschrieben steht, so ist das Geld zweiter Zehnt.
י הַמּוֹצֵא כְלִי וְכָתוּב עָלָיו קָרְבָּן, רַבִּי יְהוּדָה אוֹמֵר, אִם הָיָה שֶׁל חֶרֶס, הוּא חֻלִּין וּמַה שֶּׁבְּתוֹכוֹ קָרְבָּן. וְאִם הָיָה שֶׁל מַתֶּכֶת, הוּא קָרְבָּן וּמַה שֶּׁבְּתוֹכוֹ חֻלִּין. אָמְרוּ לוֹ, אֵין דֶּרֶךְ בְּנֵי אָדָם לִהְיוֹת כּוֹנְסִין חֻלִּין לְקָרְבָּן:
10 Wenn Jemand ein Gefäss findet, worauf das Wort: <span dir="rtl">קרבן</span> (Opfer) geschrieben steht, so sagt R. Jehudah: Ist solches Gefäss irden, so ist es selbst <span dir="ltr">חולין</span>, aber sein Inhalt Geheiligtes; ist es aber von Metall, so ist das Gefäss heilig, aber der Inhalt <span dir="rtl">חולין</span>. Man wendete ihm aber ein: Es ist nicht üblich, in ein geheiligtes Gefäss <span dir="rtl">חולין</span> zu tun.
יא הַמּוֹצֵא כְלִי וְכָתוּב עָלָיו קוּ"ף, קָרְבָּן. מ', מַעֲשֵׂר. ד', דְּמַאי. ט', טֶבֶל. ת', תְּרוּמָה, שֶׁבִּשְׁעַת סַכָּנָה הָיוּ כוֹתְבִין ת' תַּחַת תְּרוּמָה. רַבִּי יוֹסֵי אוֹמֵר, כֻּלָּם שְׁמוֹת בְּנֵי אָדָם הֵם. אָמַר רַבִּי יוֹסֵי, אֲפִלּוּ מָצָא חָבִית וְהִיא מְלֵאָה פֵרוֹת וְכָתוּב עָלֶיהָ תְּרוּמָה, הֲרֵי אֵלּוּ חֻלִּין, שֶׁאֲנִי אוֹמֵר אֶשְׁתָּקַד הָיְתָה מְלֵאָה פֵרוֹת תְּרוּמָה, וּפִנָּהּ:
11 Wenn Jemand ein Gefäss findet, worauf geschrieben steht: <span dir="rtl">ק׳</span>, so heisst es <span dir="rtl">מ׳,קרבן</span> heisst <span dir="rtl">ד׳,מעשר</span> heisst <span dir="rtl">תרומה = ת׳,טבל = ט׳,דמאי</span>, denn zur Zeit der Gefahr schrieb man <span dir="rtl">ת׳</span> für <span dir="rtl">תרומה</span> und so weiter. R. Jose sagte: Alle solche Bezeichnungen sind als Namen von Menschen anzusehen. R. Jose behauptet: Sogar wenn man ein Fass voll Früchte findet, worauf <span dir="rtl">תרומה</span> geschrieben steht, sind die Früchte <span dir="rtl">חולין</span>; denn ich nehme an, es war im vorigen Jahre mit <span dir="rtl">תרומה</span> angefüllt, und man hat diese herausgenommen.
יב הָאוֹמֵר לִבְנוֹ, מַעֲשֵׂר שֵׁנִי בְּזָוִית זוֹ, וּמָצָא בְזָוִית אַחֶרֶת, הֲרֵי אֵלּוּ חֻלִּין. הָיָה שָׁם מָנֶה וּמָצָא מָאתַיִם, הַשְּׁאָר חֻלִּין. מָאתַיִם וּמָצָא מָנֶה, הַכֹּל מַעֲשֵׂר:
12 Sagt Jemand zu seinem Sohne: Der zweite Zehnt ist in jenem Winkel, und er findet nur etwas in einem andern, so ist dieses <span dir="rtl">חולין</span>. Sollten an der angewiesenen Stelle hundert Denare liegen und er findet zweihundert Denare, so ist der Überschuss <span dir="rtl">חולין</span>. Sollten zweihundert da sein und er findet nur hundert, so ist Alles zweiter Zehnt.