Bava Batra 9

Kapitel 9

א מִי שֶׁמֵּת וְהִנִּיחַ בָּנִים וּבָנוֹת, בִּזְמַן שֶׁהַנְּכָסִים מְרֻבִּים, הַבָּנִים יִירְשׁוּ וְהַבָּנוֹת יִזּוֹנוּ. נְכָסִים מֻעָטִין, הַבָּנוֹת יִזּוֹנוּ וְהַבָּנִים יִשְׁאֲלוּ עַל הַפְּתָחִים. אַדְמוֹן אוֹמֵר, בִּשְׁבִיל שֶׁאֲנִי זָכָר הִפְסַדְתִּי. אָמַר רַבָּן גַּמְלִיאֵל, רוֹאֶה אֲנִי אֶת דִּבְרֵי אַדְמוֹן:
1 Wenn jemand stirbt und Söhne und Töchter hinterlässt, so sollen, wenn viel Vermögen da ist, die Söhne erben und die Töchter unterhalten werden; ist wenig Vermögen da, so sollen die Töchter unterhalten werden, und die Söhne mögen an den Türen betteln. Admon sagt: (der Sohn kann sagen:) „Weil ich männlich bin, soll ich noch Schaden leiden?!“ Es sprach R. Gamliel: Mir sind die Worte Admons einleuchtend.
ב הִנִּיחַ בָּנִים וּבָנוֹת וְטֻמְטוּם, בִּזְמַן שֶׁהַנְּכָסִים מְרֻבִּים, הַזְּכָרִים דּוֹחִין אוֹתוֹ אֵצֶל נְקֵבוֹת. נְכָסִים מֻעָטִין, הַנְּקֵבוֹת דּוֹחוֹת אוֹתוֹ אֵצֶל זְכָרִים. הָאוֹמֵר אִם תֵּלֵד אִשְׁתִּי זָכָר יִטֹּל מָנֶה, יָלְדָה זָכָר, נוֹטֵל מָנֶה. נְקֵבָה מָאתַיִם, יָלְדָה נְקֵבָה, נוֹטֶלֶת מָאתָיִם. אִם זָכָר מָנֶה אִם נְקֵבָה מָאתַיִם, וְיָלְדָה זָכָר וּנְקֵבָה, זָכָר נוֹטֵל מָנֶה וְהַנְּקֵבָה נוֹטֶלֶת מָאתָיִם. יָלְדָה טֻמְטוּם, אֵינוֹ נוֹטֵל. אִם אָמַר כָּל מַה שֶּׁתֵּלֵד אִשְׁתִּי יִטֹּל, הֲרֵי זֶה יִטֹּל. וְאִם אֵין שָׁם יוֹרֵשׁ אֶלָּא הוּא, יוֹרֵשׁ אֶת הַכֹּל:
2 Wenn jemand Söhne und Töchter und einen Geschlechtslosen hinterlässt, so können diesen letztern, wenn viel Vermögen da ist, die männlichen Kinder zu den weiblichen verweisen; ist wenig Vermögen da, so verweisen ihn die weiblichen Kinder zu den männlichen. Sagt Jemand: „wenn meine Frau einen Sohn gebären wird, soll er eine Mine bekommen“, — und sie gebiert einen Sohn; so bekommt er eine Mine. (Sagt er: „wenn sie) ein Mädchen (gebären wird, soll es) zweihundert Sus bekommen“, — und sie gebiert ein Mädchen; so bekommt es zweihundert Sus. (Sagt er:) „wenn sie einen Knaben gebären wird, soll er eine Mine, wenn aber ein Mädchen, soll es zweihundert Sus bekommen“, — und sie gebiert einen Knaben und ein Mädchen; so bekommt der Knabe eine Mine, und das Mädchen bekommt zweihundert Sus. Gebiert sie einen Geschlechtslosen, so bekommt er nichts. Wenn er aber gesagt hat: „was meine Frau gebären wird, soll (so und so viel) bekommen“, so bekommt er; und wenn kein anderer Erbe als er vorhanden ist, so erbt er alles.
ג הִנִּיחַ בָּנִים גְּדוֹלִים וּקְטַנִּים, הִשְׁבִּיחוּ גְּדוֹלִים אֶת הַנְּכָסִים, הִשְׁבִּיחוּ לָאֶמְצַע. אִם אָמְרוּ רְאוּ מַה שֶּׁהִנִּיחַ לָנוּ אַבָּא, הֲרֵי אָנוּ עוֹשִׂים וְאוֹכְלִין, הִשְׁבִּיחוּ לְעַצְמָן. וְכֵן הָאִשָּׁה שֶׁהִשְׁבִּיחָה אֶת הַנְּכָסִים, הִשְׁבִּיחָה לָאֶמְצַע. אִם אָמְרָה רְאוּ מַה שֶּׁהִנִּיחַ לִי בַּעְלִי, הֲרֵי אֲנִי עוֹשָׂה וְאוֹכֶלֶת, הִשְׁבִּיחָה לְעַצְמָהּ:
3 Wenn jemand grosse und kleine Söhne hinterlässt, und die Grossen verbessern das Vermögen, so haben sie es für die Masse verbessert Sagen sie aber: „sehet was unser Vater uns hinterlassen, wir wollen daran arbeiten und geniessen;“ so haben sie für sich selbst verbessert. Ebenso wenn eine Frau das Vermögen verbessert, so hat sie es für die Masse verbessert. Sagt sie aber: „Sehet, was mein Mann hinterlassen, ich will daran arbeiten und geniessen“; so hat sie es für sich selbst verbessert.
ד הָאַחִין הַשֻּׁתָּפִין שֶׁנָּפַל אֶחָד מֵהֶן לָאֻמָּנוּת, נָפַל לָאֶמְצַע. חָלָה וְנִתְרַפָּא, נִתְרַפָּא מִשֶּׁל עַצְמוֹ. הָאַחִין שֶׁעָשׂוּ מִקְצָתָן שׁוּשְׁבִינוּת בְּחַיֵּי הָאָב, חָזְרָה שׁוּשְׁבִינוּת, חָזְרָה לָאֶמְצַע, שֶׁהַשּׁוּשְׁבִינוּת נִגְבֵּית בְּבֵית דִּין. אֲבָל הַשּׁוֹלֵחַ לַחֲבֵרוֹ כַּדֵּי יַיִן וְכַדֵּי שֶׁמֶן, אֵינָן נִגְבִּין בְּבֵית דִּין, מִפְּנֵי שֶׁהֵן גְּמִילוּת חֲסָדִים:
4 Wenn einer der (an der Erbschaftsmasse) Teil habenden Brüder zu einem Amte gelangt ist, so fällt sein Verdienst in die Masse. Wird einer von ihnen krank und lässt sich heilen, so muss er sich von dem Seinigen heilen lassen. Wenn einige der Brüder bei Lebzeiten des Vaters als Hochzeitsfreunde Geschenke gemacht haben, und es kommt dafür ein Gegengeschenk, so kommt dies in die Masse; denn das Hochzeitsfreund-Geschenk kann durch das Gericht erhoben werden. Wenn aber jemand seinen Nächsten Krüge mit Wein oder Öl schickt, so kann (der Ersatz) dafür nicht durch das Gericht erhoben werden, weil diese eine Wohlthätigkeits-Leistung sind.
ה הַשּׁוֹלֵחַ סִבְלוֹנוֹת לְבֵית חָמִיו, שָׁלַח שָׁם מֵאָה מָנֶה וְאָכַל שָׁם סְעוּדַת חָתָן אֲפִלּוּ בְדִינָר, אֵינָן נִגְבִּין. לֹא אָכַל שָׁם סְעוּדַת חָתָן, הֲרֵי אֵלּוּ נִגְבִּין. שָׁלַח סִבְלוֹנוֹת מְרֻבִּין שֶׁיַּחְזְרוּ עִמָּהּ לְבֵית בַּעְלָהּ, הֲרֵי אֵלּוּ נִגְבִּין. סִבְלוֹנוֹת מֻעָטִין שֶׁתִּשְׁתַּמֵּשׁ בָּהֶן בְּבֵית אָבִיהָ, אֵינָן נִגְבִּין:
5 Wenn jemand Brautgeschenke in das Haus seines Schwiegervaters schickt, wenn er auch hundert Minen dahin schickt und dort nur ein Bräutigams-Mahl um einen Denar geniesst; so können jene nicht zurückgefordert werden. Hat er daselbst kein Bräutigams-Mahl genossen, so können sie zurückgefordert werden. Hat er viele Brautgeschenke geschickt, damit sie mit ihr in das Haus ihres Mannes zurückkommen sollen; so können sie zurückgefordert werden. (Schickte er) wenige Geschenke, dass sie sich derselben in ihres Vaters Hause bediene; so können sie nicht zurückgefordert werden.
ו שְׁכִיב מְרַע שֶׁכָּתַב כָּל נְכָסָיו לַאֲחֵרִים וְשִׁיֵּר קַרְקַע כָּל שֶׁהוּא, מַתְּנָתוֹ קַיֶּמֶת. לֹא שִׁיֵּר קַרְקַע כָּל שֶׁהוּא, אֵין מַתְּנָתוֹ קַיֶּמֶת. לֹא כָתַב בָּהּ שְׁכִיב מְרַע, הוּא אוֹמֵר שְׁכִיב מְרַע הָיָה וְהֵן אוֹמְרִים בָּרִיא הָיָה, צָרִיךְ לְהָבִיא רְאָיָה שֶׁהָיָה שְׁכִיב מְרַע, דִּבְרֵי רַבִּי מֵאִיר. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, הַמּוֹצִיא מֵחֲבֵרוֹ עָלָיו הָרְאָיָה:
6 Wenn ein Kranker alle seine Güter Andern verschrieben und sich etwas Grund und Boden zurückbehalten hat, so gilt seine Schenkung; hat er sich nicht etwas Grund und Boden zurückbehalten, so gilt seine Schenkung nicht. Steht darin nicht geschrieben: „ein Kranker“, und er sagt, dass er krank war, während die andern sagen, dass er gesund war; so muss er den Beweis bringen, dass er krank war. Dies die Worte R. Meïr’s Die Weisen aber sagen: Wer von seinem Nächsten (etwas) fordert, hat den Beweis zu erbringen.
ז הַמְחַלֵּק נְכָסָיו עַל פִּיו, רַבִּי אֱלִיעֶזֶר אוֹמֵר, אֶחָד בָּרִיא וְאֶחָד מְסֻכָּן, נְכָסִים שֶׁיֵּשׁ לָהֶן אַחֲרָיוּת נִקְנִין בְּכֶסֶף וּבִשְׁטָר וּבַחֲזָקָה, וְשֶׁאֵין לָהֶן אַחֲרָיוּת אֵין נִקְנִין אֶלָּא בִמְשִׁיכָה. אָמְרוּ לוֹ, מַעֲשֶׂה בְאִמָּן שֶׁל בְּנֵי רוֹכֵל שֶׁהָיְתָה חוֹלָה וְאָמְרָה תְּנוּ כְבִינָתִי לְבִתִּי וְהִיא בִשְׁנֵים עָשָׂר מָנֶה, וָמֵתָה, וְקִיְּמוּ אֶת דְּבָרֶיהָ. אָמַר לָהֶן, בְּנֵי רוֹכֵל תְּקַבְּרֵם אִמָּן. וַחֲכָמִים אוֹמְרִים, בְּשַׁבָּת, דְּבָרָיו קַיָּמִין, מִפְּנֵי שֶׁאֵינוֹ יָכוֹל לִכְתּוֹב. אֲבָל לֹא בְחֹל. רַבִּי יְהוֹשֻׁעַ אוֹמֵר, בְּשַׁבָּת אָמְרוּ, קַל וָחֹמֶר בְּחֹל. כַּיּוֹצֵא בוֹ, זָכִין לַקָּטָן, וְאֵין זָכִין לַגָּדוֹל. רַבִּי יְהוֹשֻׁעַ אוֹמֵר, לַקָּטָן אָמְרוּ, קַל וָחֹמֶר לַגָּדוֹל:
7 Wenn jemand seine Güter mündlich verteilt, so sagt R. Elieser: Sowohl von einem Gesunden als von einem gefährlich Kranken werden Güter, mit denen man Gewährschaft leisten kann, durch Geld, Urkunde oder Besitzergreifung erworben; die Güter aber, mit denen man nicht Gewähr leisten kann, werden nur durch Ansichziehen erworben. Da sagten sie zu ihm: Einst geschah es, dass die Mutter der Söhne Rochel’s, welche krank war, sprach: „gebet mein Oberkleid meiner Tochter!“, dieses war zwölf Minen wert, und als sie gestorben war, hat man ihre Worte erfüllt. Da sagte er zu ihnen: die Söhne Rochel’s mag ihre Mutter begraben! Die Weisen sagten: Am Schabbat sind seine Worte gültig, weil man nicht schreiben kann, aber nicht an Werktagen. R. Josua sagt: Am Schabbat hat man gesagt, wie viel mehr an Werktagen!“ Ähnlich ist (folgende Kontroverse): Man kann für einen Minderjährigen erwerben, aber nicht für einen Grossjährigen; (dies die Worte R. Elieser’s). R. Josua sagt: „Für einen Minderjährigen“ hat man gesagt, wie viel mehr für einen Grossjährigen.
ח נָפַל הַבַּיִת עָלָיו וְעַל אָבִיו אוֹ עָלָיו וְעַל מוֹרִישָׁיו, וְהָיְתָה עָלָיו כְּתֻבַּת אִשָּׁה וּבַעַל חוֹב, יוֹרְשֵׁי הָאָב אוֹמְרִים, הַבֵּן מֵת רִאשׁוֹן וְאַחַר כָּךְ מֵת הָאָב, בַּעֲלֵי הַחוֹב אוֹמְרִים, הָאָב מֵת רִאשׁוֹן וְאַחַר כָּךְ מֵת הַבֵּן, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, יַחֲלֹקוּ. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, נְכָסִים בְּחֶזְקָתָן:
8 Wenn über jemand und seinen Vater oder sonstigen Vererber ein Haus einstürzt, er hatte aber die Ketuba seiner Frau oder eine Schuldforderung zu bezahlen, es sagen nun die Erben des Vaters: „der Sohn ist zuerst gestorben, und dann ist der Vater gestorben“, die Gläubiger aber sagen: „der Vater ist zuerst gestorben, und dann ist der Sohn gestorben“, — so sagen Bet-Schammai: Sie teilen. Bet-Hillel aber sagen: die Güter bleiben in ihrem Rechtszustande.
ט נָפַל הַבַּיִת עָלָיו וְעַל אִשְׁתּוֹ, יוֹרְשֵׁי הַבַּעַל אוֹמְרִים, הָאִשָּׁה מֵתָה רִאשׁוֹנָה וְאַחַר כָּךְ מֵת הַבַּעַל, יוֹרְשֵׁי הָאִשָּׁה אוֹמְרִים, הַבַּעַל מֵת רִאשׁוֹן וְאַחַר כָּךְ מֵתָה הָאִשָּׁה, בֵּית שַׁמַּאי אוֹמְרִים, יַחֲלֹקוּ. וּבֵית הִלֵּל אוֹמְרִים, נְכָסִים בְּחֶזְקָתָן, כְּתֻבָּה בְּחֶזְקַת יוֹרְשֵׁי הַבַּעַל, נְכָסִים הַנִּכְנָסִים וְהַיּוֹצְאִין עִמָּהּ בְּחֶזְקַת יוֹרְשֵׁי הָאָב:
9 Ist ein Haus über jemand und seine Frau eingestürzt, und es sagen die Erben des Mannes: „die Frau ist zuerst gestorben, und dann ist der Mann gestorben“, die Erben der Frau aber sagen: „der Mann ist zuerst gestorben, und dann ist die Frau gestorben“ — so sagen Bet Schammai: Sie teilen. Bet-Hillel aber sagen: die Güter bleiben in ihrem Rechtszustande, die Ketuba bleibt im Besitze der Erben des Mannes, das mit ihr ein- und ausgehende Vermögen bleibt im Besitze der Erben des Vaters.
י נָפַל הַבַּיִת עָלָיו וְעַל אִמּוֹ, אֵלּוּ וָאֵלּוּ מוֹדִים שֶׁיַּחֲלֹקוּ. אָמַר רַבִּי עֲקִיבָא, מוֹדֶה אֲנִי בָזֶה שֶׁהַנְּכָסִים בְּחֶזְקָתָן. אָמַר לוֹ בֶן עַזַּאי, עַל הַחֲלוּקִין אָנוּ מִצְטַעֲרִין, אֶלָּא שֶׁבָּאתָ לְחַלֵּק עָלֵינוּ אֶת הַשָּׁוִין:
10 Ist ein Haus über jemand und seine Mutter eingestürzt, so stimmen beide überein, dass sie teilen. Es sagte R. Akiba: Ich gestehe hierbei zu, dass die Güter in ihrem Rechtszustande bleiben. Da sprach Ben-Assai zu ihm: Wir sind über die Kontroversen bekümmert, und du willst noch das, worin sie übereinstimmen, für uns kontrovers machen.